Arbeitsbedingungen bei Tesla: Elon Musk will über jeden Arbeitsunfall in Kenntnis gesetzt werden

Nachdem kürzlich erneut die Arbeitsbedingungen bei Tesla negative Schlagzeilen gemacht haben, hat CEO Elon Musk vor zwei Tagen eine E-Mail an alle seine Mitarbeiter verfasst, um noch einmal zu betonen, wie wichtig die Sicherheit der Mitarbeiter für das Unternehmen ist.

Die E-Mail bestand aus zwei Teilen. Laut einem Mitarbeiter, der sich auf Reddit dazu äußerte, handelte der erste Teil davon, dass Musk die Mitarbeiter darum bat, freundlich zueinander zu sein und sich gegenseitig zu respektieren. Im zweiten Teil, den Musk im Anschluss an die Mitarbeiter schickte, ging es um die Arbeitsbedingungen und den Arbeitsunfällen bei Tesla.

Musk erklärte, dass ihm die Sicherheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter äußerst wichtig seien. „Es bricht mir das Herz, wenn sich jemand dabei verletzt Fahrzeuge zu bauen, während er sein Bestes gibt, um Tesla erfolgreich zu machen“, ist in der E-Mail zu lesen.

Zukünftig möchte der CEO über jeden Arbeitsunfall in Kenntnis gesetzt werden – „ohne Ausnahme“, schrieb er. „Ich treffe mich jede Woche mit den Sicherheitsbeauftragten und möchte mich auch mit jeder verletzten Person treffen, sobald diese wieder wohlauf ist, damit ich von ihnen präzise erfahren kann, was wir tun müssen, um es besser zu machen“.

Das ist jedoch nicht alles, denn Musk möchte sich noch besser in die Lage des Mitarbeiters versetzen, indem er dieselbe Aufgabe erledigt. „Ich werde dann herüber zur Produktionsstraße gehen und dieselben Aufgaben ausführen, die sie ausführen mussten.“

Laut Musk müssten es alle Führungskräfte so handhaben. „Bei Tesla führen wir von der vordersten Front an, nicht von einem sicheren und komfortablen Elfenbeinturm. Führungskräfte müssen stets die Sicherheit ihres Teams vor ihrer eigenen stellen.“

Die Echtheit der E-Mail, die zunächst in der Facebook-Gruppe Model 3 Owners Club veröffentlicht wurde, ist bereits von mehreren Mitarbeitern auf der Internetplattform Reddit bestätigt worden.

  • Hamma, so muss ein Chef führen und agieren. Ein Vorbild für viele andere Chefs.

  • Fritz!

    Das nenne ich mal ein positives & gutes Vorgehen bezüglich der Mitarbeiter.

    Es hat anscheinend den Anschein, als ob der Laden in einigen Bereichen zu schnell gewachsen ist und die Führung ab & zu mal einen Teil aus den Augen verloren hat. Aber sobald die Probleme relevant wurden, hat sich der Chef intensiv drum gekümmert und es bislang zum besseren gewendet. Das bei dieser Wachstumsgeschwinidigkeit nicht alles im Blick bleibt, ist leider nachvollziehbar. Aber das sie Probleme dann angehen, macht sie eher zu Vorbildern für andere. Schade, daß die Probleme überhaupt entstanden sind.

    Wollen wir jetzt aber nicht hoffen, das sich schlagartig alle krankmelden und Elon Musk die ganzen Model 3 alleine zusammenschrauben muß, dann könnte es mit dem Termin tatsächlich knapp werden…

    😉

  • Thomas Viet

    Sowas wird man von einem Deutschen DAX-Manager nie lesen.

    • Nelkenduft / AHF

      Die nehmen für bessere Quartalszahlen sogar den massenhaften Tod ihrer Kunden und des Umfelds der Kunden in Kauf, selbst wenn sie es mit Minimalaufwand verhindern könnten.

  • Thumay

    Elon Musk ist für mich wirklich ein Beispiel dafür, wie eine verantwortliche Führungskraft agiert.

    Als bestes Beispiel vorangehen, wenn man etwas in der Organisation verändern möchte – eben: Walk the talk.

    Mich würde es stolz machen für einen solchen Chef mit dieser Einstellung bzw. einem solchen Unternehmen arbeiten zu dürfen.
    Er ist ein Macher und nicht nur ein Theoretiker, der für eine bessere Welt kämpft.
    Meinen vollsten Respekt hat er jedenfalls für alles was er macht. Leider gibt´s von solchen Persönlichkeiten zu wenige, die Ihre Mittel in diesem Maße für die Gesellschaft einsetzen.

    Und ja, mir ist sehr wohl bewusst, dass er das nicht nur aus reiner Selbstlosigkeit macht, sondern auch daran verdient. Aber was ist falsch daran, wenn es eine win-win-Sache ist? Solange es nicht auf einer Ausbeutung bzw. Einbahnstraßenmentalität (nur nehmen und nichts geben), ist es für michj okay.

  • PV-Berlin

    Erstaunlich, ich könnte nicht mal den Job des einfachsten Mitarbeiter machen ohne mich selbst dabei umzubringen und richtig Schaden zu veranstalten (Reinigung), und wir fertigen gar nix. Der traut sich was oder die Jobs mit den ‚vielen Unfällen‘ sind zu simpel!

    Dann wird E.M. sich wohl anschauen, wie man den Arbeitsplatz weg bekommt = 100% Arbeitsschutz! *fg

    In Deutschen Unternehmen wird exzessiv auf den Arbeitsschutz geachtet. Warum? Die Prämien explodieren, wenn du bei der BG zu häufig aufschlägst und diese selbst ist die nach meiner Meinung nach, die Organisation mit der größten Durchschlagskraft. Vor dem Finanzamt hatte und habe ich nie Angst (gute Anwälte etc.) . Die BG macht dir deinen Laden sofort dicht, ohne mit der Wimper zu zucken.

    • Thomas Viet

      Soso du hattest nie angst vorm Finanzamt? Dann hatten Die dich noch nicht richtig auf dem Kieker. Ich habe erlebt, das Kontopfändungen ohne vorherige Ankündigungen gemacht wurden. Und das ohne Steuerrückstand. Wenn so ein Finanzamt deinen Laden plattmachen will, dann schaffen die das – ohne Probleme. Was machst du denn, wenn das FA deine Konten leergeräumt hat und du Lohn zahlen musst ? Insolvenz und fertig.

  • Philipp Haenel

    Beeindruckend – wenn ich mal Direktor an einem Gymnasium bin will ich auch so proaktiv führen…