CDU will Tesla Motors für zukünftige Batteriefabrik nach Hessen locken

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Wie die Hessische Niedersächsische Allgemeine berichtet, macht sich die CDU-Fraktion in Niestetal für die Erweiterung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg stark. Hintergrund dafür ist die Idee, dass Tesla Motors dort in Zukunft die angekündigte Batteriefabrik für Deutschland bauen könnte. Laut der CDU-Fraktion spricht vieles für Niestetal und Hessen.

Zuerst wird jedoch der Gemeindevorstand dazu aufgefordert, mit dem kalifornischen Autohersteller Kontakt aufzunehmen. Bei einem möglichen Gespräch könnte man so beispielsweise die Universität Kassel erwähnen, welche fachbezogene Studiengänge vorweisen kann und ganz in der Nähe ist. Ebenfalls in näherer Umgebung wäre die Solarfirma SMA.

Dessen Vorstandsvorsitzender Pascal Urbon erklärte noch Anfang Februar, dass er eine solche Verbindung „als sehr positiv bewertet“. Das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg verfügt zwar über eine Größe von 25 Hektar, jedoch sind diese bis auf kleine Restflächen belegt. SMA verfüge zudem über eine Erweiterungsfläche, die will das Unternehmen jedoch nicht hergeben.

Eben deshalb müsste für eine Erweiterung des Sandershäuser Berg der Regionalplan geändert werden. Er sieht nämlich vor, dass es erst eine Erweiterung geben kann, wenn das Gewerbegebiet Langes Feld in Kassel belegt ist. Dieses wird jedoch gerade erst für die Gewerbeansiedlung erschlossen. Eine Erweiterung des Sandershäuser Berg kann somit nur interkommunal entstehen.

Dafür muss man sich mit anderen Städten und Gemeinden zusammentun. Bereits in früheren Plänen war eine Autobahnanbindung an die A 7 vorgesehen. Wenn es nach der Position des Bundes geht, müssten die teilnehmenden Kommunen die Anbindung finanzieren. Dies könnte sich jedoch lohnen, denn eine solche Batteriefabrik kann mehrere Tausend Arbeitsplätze schaffen.

  • Hr. Jaeckel

    In der hessischen Provinz stellt man sich eine Batteriefabrik wohl etwas kleiner vor, als sie in der realen Welt dann ist und das obwohl man extra GigaFactory sagt. Alleine die Halle in Reno soll 100 ha Fläche benötigen, also viermal größer werden als das bisherige gesamte Gewerbegebiet der Kommune. Mit Freiflächen und Ausbauflächen sind alleine in Reno bis zu 400 ha Fläche zum Erwerb vorgesehen (das VW Werk in Wolfsburg hat ca. 650ha). Bei dieser Größenordnung sind in Deutschland Anwohnerproteste wie auch international nicht wettbewerbsfähige Planungsphasen zu erwarten.

    Außerdem hat sich die Stadt Reno die Ansiedlung etwas kosten lassen. Inklusive Steuerverzicht subventioniert man das Projekt mit 1,25 Mrd. US-Dollar, also aktuell rund 1,05 Mrd. Euro. Es steht zu bezweifeln, dass die hessische Kommunalpolitik soviel Mittel bereitstellen bzw. auf Einnahmen verzichten kann. Es zeigt sich wieder einmal, dass Deutschland auf lokalem oder regionalem Niveau politisch nicht konkurrenzfähig ist, weil es am Größenverständnis innerhalb einer globalisierten Weltwirtschaft und den Anforderungen an Unternehmen in dieser fehlt.

  • Frank

    Danke Hr. Jaeckel; das fasst die Situation deutlich sachlicher und umfassender zusammen als mein minutenlanges lautes Lachen hier vor dem Rechner 😉