China: Tesla Motors sitzt angeblich auf 2301 unverkaufter Model S

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Wie CarNewsChina berichtet, sitzt der kalifornische Autobauer in China auf insgesamt 2301 unverkaufter Model S, die allesamt an verschiedenen Stellen gelagert werden. Erstmalig wurden die genauen Absatzzahlen für 2014 von chinesischen Medien veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass man im letzten Jahr 2.499 Model S verkaufte, jedoch 4.800 Fahrzeuge nach China brachte.

Die abgesetzten Model S entsprechen einem monatlichen Absatz von 208,25 Fahrzeuge. Diese Zahl wurde laut dem Bericht auch von Tesla-Mitarbeitern und Insidern bestätigt. Die Frage ist nun: Warum wurden so viel mehr Fahrzeuge verschifft und was passiert nun mit diesen? Laut chinesischen Medienberichten liegt dies vor allen an Stornierungen, die chinesische Kunden durchführten.

Insbesondere im Oktober soll es eine hohe Anzahl an Stornierungen gegeben haben, als das Model S P85D, also jenes mit Doppelmotor und Allradantrieb, angekündigt wurde. Die Kunden hatten ihre ursprüngliche Bestellung storniert, um anschließend das neue Top-Modell zu bestellen. In vielen Fällen jedoch, wurde die Erstbestellung dennoch nach China geliefert.

Normalerweise soll eine Anzahlung genau dies vermeiden, doch in China gelten besondere Regelungen. Dort werden nämlich – je nach Bestellstatus – zwei Anzahlungen fällig: Zum einen um den Auftrag zu Beginnen in Höhe von 15.000 Yuan (knapp 2270 Euro) und zum anderen sind es noch einmal 250.000 Yuan (über 37.800 Euro), wenn das Fahrzeug verschifft werden soll.

Insgesamt kostet ein Tesla Model S mindestens 648.000 Yuan (über 98.000 Euro) in China. Nun hatte Tesla Motors die erste Anzahlung für die Reservierung zwar immer erhalten, eine anonyme Quelle behauptete jedoch, dass die zweite Anzahlung „sehr schwierig“ einzufordern sei. Diese Regelung führte scheinbar zu zahlreichen Stornierungen.

Darauf wurden auch die Führungskräfte von Tesla Motors aufmerksam und erhöhte bereits im letzten Jahr die erste Anzahlung auf 50.000 Yuan (über 7.500 Euro), während die zweite Anzahlung unverändert blieb. Diese Entscheidung wurde laut Bericht in den Vereinigten Staaten getroffen, ohne Rücksprache mit den chinesischen Mitarbeitern und Führungskräften.

Eben diese hatten sich gegen eine solche Erhöhung der ersten Anzahlung ausgesprochen – und behielten womöglich Recht. Die höhere Anzahlung zu Beginn hatte dazu geführt, dass es direkt einen Einbruch bei den Bestellungen gab, da viele potenzielle Kunden die 50.000 Yuan als zu hoch ansahen. So wurden auch im Januar 2015 lediglich 120 Fahrzeuge abgesetzt.

Es ist nicht bekannt, wie viele Bestellungen tatsächlich storniert wurden. Bei 208,25 durchschnittlich abgesetzten Fahrzeugen und der Tatsache, dass das Model S P85D erst im Oktober angekündigt wurde, erscheint es unwahrscheinlich, dass die übrigen 2301 Fahrzeuge allesamt storniert wurden. Ein weiterer möglicher Grund könnte eine zu optimistische Marktbewertung gewesen sein.

So könnten auch Fahrzeuge für geplante Stores geliefert worden sein, die bisher noch gar nicht eröffnet wurden. Daraufhin hatte Tesla China zwei Optionen vorgeschlagen: Zum einen könnte man diese Fahrzeuge mit einem Rabatt von 20 Prozent anbieten und zum anderen könnte man sie an andere Händler abtreten, welche mehr Verkaufsräume an unterschiedlichen Orten haben.

Beide Vorschläge wurden von den Verantwortlichen in den Vereinigten Staaten abgelehnt, erneut, wie es aus verschiedenen Quellen heißt, ohne Absprache mit den chinesischen Führungskräften. Dies hat in China für Unruhen und Verärgerung gesorgt, da sich das dortige Personal nicht ernst genommen fühle. Ein Mitarbeiter hält die Verantwortlichen gar für „dickköpfig“.

Schon vor über einer Woche erklärte Tesla Motors, dass es ein beinahe ein Drittel der Stellen in China streicht. Laut Aussagen einiger Tesla-Mitarbeiter, die jedoch anonym bleiben wollen, sei Musk „zu autoritär und ungeduldig“ für den komplizierten chinesischen Markt. Nun stellt sich jedoch weiterhin eine Frage: Was ist mit den übrig gebliebenen Model S passiert?

Die meisten davon sind in einem Werk am Hafen von Tianjin gelagert, welcher als Zielhafen für alle Fahrzeuge dient, die aus den Vereinigten Staaten kommen. Ein weiterer Teil der Fahrzeuge ist auf einem Gelände geparkt, welches sich in der Nähe des Tesla Stores im Pudong Distrikt in Shanghai befindet. Weitere 170 bis 200 Fahrzeuge sollen in einem Werk in Peking gelagert sein.

  • DermitdemWolftanzt

    Rabatt 20%? Würde ich morgen einen in Deutschland kaufen…

  • Blackmen

    …die können hier gerne als Sonderposten zum Freundschaftspreis unter die Leute gebracht werden… – hebe schon mal meinen Finger!!!

  • Dr.M.

    Das finde ich auch eine gute Idee, aber mit mindestens 20% Rabatt, denn die Wagen dürften wohl noch keine Autopilot-Hardware haben, Nachrüsten geht nicht, da wird die Wagen keiner mehr zum Originalpreis haben wollen.
    Also, wo kann man sich melden :-)?