Die wichtigsten Aussagen aus dem Earnings Call zum Q4 2017

Nachdem Tesla den Quartalsbericht für das letzten Quartal des Jahres 2017 veröffentlicht hat, wurde im Anschluss auch der Earnings Call abgehalten, bei dem die Quartalsergebnisse diskutiert wurden, aber auch anderweitig Fragen gestellt werden konnten. Die Finanz-Plattform Seeking Alpha hat – wie gewohnt – das Transcript des Earning Calls veröffentlicht. Anbei die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

Zum Model 3

  • Batteriemodul-Produktion weiterhin der limitierende Faktor bei der Model 3-Produktion
  • Neue automatisierte Produktionslinie (von Tesla Grohmann) für die Produktionsabschnitte 1 und 2 der Gigafactory (insgesamt 4 Produktionsabschnitte) ist fertiggestellt (befindet sich noch in Deutschland, soll noch im März ankommen und dann in der Gigafactory wieder zusammengebaut werden)
  • Alle bisher angefertigten Grohmann-Produktionslinien haben nach Vorgaben gearbeitet
  • Die neue Produktionslinie von Grohmann soll die Arbeit von drei, „wenn nicht sogar vier“ (Musk), der aktuellen Produktionslinien leisten und dabei kleiner sein
  • Wenn eingerichtet, sollte man die Produktionsrate von 2.000 bis 2.500 Model 3 schaffen
  • Weiterhin gibt es eine semi-automatische Produktionslinie, an der auch Menschen arbeiten und z.B. Einzelteile zu den einzelnen Maschinen bringen (die wiederum automatisiert arbeiten), die jedoch zu Musks Zufriedenheit funktioniert (Musk: „…hat gewissermaßen meinen Glauben an die Menschlichkeit wieder hergestellt, … dass die Fähigkeit von Menschen zur Adaption bemerkenswert ist.“)
  • Die semi-automatische Produktionslinie arbeitet aktuell schneller als die drei automatischen Produktionslinien
  • Musks möchte Investoren zur Begutachtung der Produktion einladen, damit sich diese ein bessere Bild davon machen können
  • Für die Produktionsrate von 5.000 Model 3 pro Woche muss dann die automatisierte Beförderunganlage für Model 3-Bauteile in Fremont überarbeitet werden (komplexe Software, sagt Musk)
  • 25% Bruttomarge weiterhin anvisiert („vielleicht übertreffen wir das im nächsten Jahr“, sagt Musk)
  • Investitionen für die Model 3-Produktion werden über 50% der Gesamtinvestitionen dieses Jahres entsprechen
  • Weitere Investitionen im Jahr 2019 vonnöten, um die Produktionsrate von 10.000 Model 3 pro Woche zu erreichen

Zum Model Y

  • Erste Investitionen für die Produktion des Model Y sollen zum Ende des Jahres erfolgen (spätes 3. Quartal, 4. Quartal)
  • In drei bis sechs Monaten will man weitere Details zum Produktionsstandort bekannt geben
  • Tesla möchte weiterhin bis 2020 eine jährliche Produktionsrate von eine Million Model Y erreichen
  • Bruttomarge soll höher sein als bei den anderen Fahrzeugen

Zum Tesla Semi

  • Etwa 100.000 Fahrzeuge pro Jahr hält Musk für realistisch (in etwa 4 Jahren)
  • Möglicherweise wird man die bisher genannten Werte des Semi sogar übertreffen können (im Hinblick auf Spekulationen, dass man diese nicht einhalten kann)

Model S/X

  • Bruttomarge soll in diesem Jahr wieder ansteigen (u.a. wegen effizienterer Produktion)
  • Keine 2170 Batteriezellen in den Fahrzeugen, da Änderungen in der Akkuarchitektur zu groß wären
  • Produktion auf 100.000 Fahrzeuge pro Jahr limitiert, aber man wollte keine langzeitigen Verträge mit Panasonic für eine höhere Auslieferung machen (war Tesla zu riskant)
  • Man könnte neue Verträge für höhere Zulieferung in Betracht ziehen, aber aktuell passt es so in Teslas Konzept (bzgl. Produktionskapazität und andere Investments)
  • Wenn man 20% mehr Model S/X produzieren will, braucht man von allem 20% mehr, sagt Musk (neue Produktionslinien, mehr Überstunden etc). Das würde die Bruttomarge negativ beeinflussen
  • Deshalb versucht man aktuell einfach die Effizienz der Produktion zu erhöhen und damit eine höhere Bruttomarge zu generieren

Allgemein

  • Zukünftig werden nicht die Fahrzeuge den Wettbewerbsvorteil von Tesla ausmachen, sondern die Produktionsstätte, in der sie gebaut werden
  • Keine Küste-zu-Küste-Fahrt, da Model 3-Produktion höchste Priorität bekommen hat
  • Man hätte Küste-zu-Küste-Fahrt absolvieren können, wäre jedoch nur auf eine bestimmte Strecke spezialisiert gewesen, was „nicht die richtige Lösung“ wäre, sagt Musk
  • Lernprozess beim autonomen Fahren erscheint zunächst langsam, wird dann aber sehr rasch ansteigen (Assoziation mit Googles AlphaGo und AlphaZero)
  • Man könnte bereits ab dem 3. Quartal einen positiven Cash Flow erzielen, möchte das aber lieber in die Model Y-Produktion und Energy-Sparte investieren
  • Musk möchte mittels eines Tunnels (The Boring Company) die Sitze von der Sitzproduktion mit einem Förderband direkt in die Produktionsstätte bringen (aktuell werden diese mit LKWs angeliefert, wobei die Entfernung der beiden Produktionen lediglich etwa eine Meile beträgt)