Elon Musk in Hongkong: Produktion in China, Autopilot, Model X und Absatzziele

Tesla-CEO Elon Musk befindet sich aktuell in Hongkong, um dort am Technik-Forum StartmeupHK teilzunehmen. Während seines Aufenthalts in China sprach Musk über die zukünftigen Pläne des kalifornischen Autobauers und den aktuellen Absatz des Unternehmens in China. Gegenüber der South China Morning Post lobte Musk zudem die Subventionsprogramme des Landes.

„Hongkong ist eine führende Stadt im Bereich der Elektromobilität, sie kann für den Rest der Welt als Beispiel dienen, was getan werden muss“, erzählte Musk. Laut dem CEO hat man im vergangenen Jahr 2.221 Tesla Model S in Hongkong abgesetzt. Damit übertrifft man deutlich Märkte wie beispielsweise Deutschland (1.582) oder die Niederlande (1.891).

Im Bereich der Elektromobilität hatte Tesla Motors im letzten Jahr in Hongkong eine Art Monopolstellung. Wie es heißt, waren 80 Prozent aller im letzten Jahr in Hongkong zugelassenen Elektrofahrzeuge von Tesla Motors. Zwar erzählte Musk nicht, wie es in anderen Teilen Chinas aussieht, jedoch erklärte er gegenüber Engadget, dass es aktuell „ziemlich gut“ läuft in China.

Autopilot womöglich bald auch wieder in Hongkong freigeschaltet

Wenn man schon einmal in Hongkong ist, kann man auch eine Sonderveranstaltung für Tesla-Fahrer abhalten. Das dachte sich zumindest Elon Musk und versuchte dort den eigenen Kunden weitere Informationen über die Entwicklung des Unternehmens preiszugeben, als auch über den aktuellen Stand mit der Verkehrsbehörde der Stadt bezüglich des Autopiloten.

Wie wir berichteten, hatte die Verkehrsbehörde von Hongkong Tesla-Fahrer vor dem Autopiloten gewarnt und geben, diesen bitte bis zur offiziellen Genehmigung vorerst nicht zu nutzen. Tesla Motors hat auf diesen Hinweis reagiert und den Autopiloten für alle Tesla-Fahrzeuge in Hongkong deaktiviert. Seit November 2015 wartet man jedoch weiterhin auf eine Entscheidung der Behörde.

Während der Veranstaltung erklärte Musk gegenüber den anwesenden Gästen: „Wir werden uns morgen mit der Regierung treffen – hoffentlich. Wir werden einige Diskussionen haben und hoffentlich werden sie uns dann erlauben den Autopiloten in Hongkong wieder freizuschalten. Ich bin – vorsichtig – optimistisch, dass es morgen ein gutes Meeting sein wird.“

Ausschau nach Partnern für China-Produktion

Dass für Tesla Motors eine Produktion in China schon länger in Frage kommt, wissen wir spätestens seit Oktober vergangenen Jahres. Musk erklärte damals, dass man innerhalb der nächsten zwei Jahre in China produzieren möchte. Während seines jetzigen Aufenthalts in Hongkong, gab Musk bekannt, dass man bis Mitte dieses Jahres einen Produktionspartner und einen Standort finden will.

Tesla Motors braucht einen lokalen Partner in China, da man ausschließlich durch Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen den hohen Einfuhrzöllen entkommt. Zudem ist es dann möglich sich für Subventionsprogramme zu qualifizieren, welche aktuell nur für inländische Unternehmen gedacht sind. Hohe Subventionen heben den Absatz bekanntlich gut an (siehe Dänemark).

Als weitere interessante Information nannte Musk noch den Auslieferungsbeginn des Tesla Model X in China. Dort wird das elektrische SUV nicht wie angenommen im ersten Halbjahr dieses Jahres ausgeliefert, sondern im zweiten. Hierfür dürften die generellen Probleme bei der Produktion des Model X eine Rolle gespielt haben, weswegen Tesla Motors kürzlich auch einen Zulieferer verklagte.

Absatzziel: 5.000 Fahrzeuge in 2016

Die Wirtschaftszeitung Nikkei berichtete gestern ebenfalls über Tesla Motors in China und dem Absatzziel von Elon Musk, in diesem Jahr 5.000 Fahrzeuge in der Volksrepublik abzusetzen. Zum Vergleich: In den ersten neun Monaten von 2015 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) konnte Tesla Motors in China – ausgenommen die Sonderverwaltungszone Hongkong – 3.025 Model S absetzen.

Zwar sind die Absatzzahlen etwas ernüchternd, insbesondere wenn man sie mit Hongkong (2.221 abgesetzte Model S) vergleicht, jedoch hat sich der Absatz in der zweiten Hälfte des letzten Jahres deutlich verbessert. So wurden allein im 3. Quartal 2015 insgesamt 1.345 Model S in China abgesetzt. Zuvor wurden in den Medien oftmals Absatzprobleme in China thematisiert.

Trotz des relativ langsamen Anstiegs möchte Tesla Motors weiter in Asien investieren. „Wir erwarten eine wesentliche Expansion. Unsere größte Expansion in den nächsten 1-2 Jahren wird in Asien sein“, erklärte Musk gegenüber Nikkei. Zudem gab der CEO zu verstehen, dass die hohen Einfuhrzölle des Landes das größte Hindernis für die Ziele des Autobauern darstellen.