Gesetzesentwurf: General Motors möchte Tesla Motors den Direktvertrieb in Indiana verbieten lassen

Tesla Motors verschickt an Kunden aus Indiana aktuell eine E-Mail, in der dringend um Hilfe gebeten wird. In dieser Nachricht geht es um einen Gesetzesentwurf von General Motors im US-Bundesstaat Indiana, welcher ab 2018 verhindern würde, dass Fahrzeughersteller ohne eigene Vertragshändler, eine Händlerlizenz zum Verkauf der eigenen Fahrzeuge erhalten. Aktuell ist es jedem Hersteller möglich sich für eine solche Lizenz zu bewerben. Tesla Motors besitzt gar eine solche Lizenz und vertreibt seit 2014 die eigenen Fahrzeuge in der Fashion Mall bei Keystone.

Wie der kalifornische Autobauer in der E-Mail betont, habe man bisher allein 42 Millionen US-Dollar in die Wirtschaft des Bundesstaates beigesteuert, indem man Einzelteile und Komponenten von ortsansässigen Lieferanten beschaffte. Zudem gäbe es Pläne eine 26.000 Quadratfuß (über 2.400 Quadratmeter) große Servicestätte in Indiana zu errichten, die dutzende Mitarbeiter aus dem Bundesstaat beschäftigen würde.

Tesla Motors bittet nun Kunden aus Indiana ihre Senatoren anzurufen und diesen zu erklären, dass man Tesla Motors nicht aus dem Bundesstaat verbannen sollte. Eine Anhörung zum Gesetzesentwurf gab es zwar bereits, doch soll es eine zweite Anhörung morgen, den 25. Februar 2016, geben. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, dann dürfte Tesla Motors ab 2018 keine Fahrzeuge mehr über den Direktvertrieb in Indiana verkaufen.

Dass General Motors großes Interesse haben dürfte, Tesla Motors aus dem Wettbewerb zu verdrängen, liegt auf der Hand. Der Automobilkonzern möchte mit dem kommenden Chevrolet Bolt ab Ende 2016 ein Elektrofahrzeug im Segment der Mittelklasse anbieten, welches mit dem Tesla Model 3 konkurrieren wird. Dem direkten Wettbewerb wenigstens in einem US-Bundesstaat kaum bis gar nicht erst ausgesetzt zu sein, bringt dabei sicher Vorteile.

  • alexander

    Ein GM, Opel etc Boykott muss her.

  • Michael

    Ich finde es ja auch eine Frechheit (von wem auch immer), solche idiotischen Regeln wie Händlernetze in den USA zu erlassen. Jeder sollte es doch so machen wie es ihm gefällt (so ein rumgehacke hätte ich ja eigtl. von Deutschland und deren Gewerkschaften erwartet).

    Aber: Ich glaube nicht dass GM das Gesetz verfasst oder in den Senat gepusht hat. GM „supported“ das Gesetz natürlich weil es ihnen Vorteile geben wird.

    Und es muss erst mal drüber abgestimmt werden. Natürlich werden die Dealer genau dasselbe machen wie Tesla Kunden und ihren Senator bitten für dieses Gesetz zu stimmen (geht ja auch um Vorrechte und nicht ganz unwesentlich viele Arbeitsplätze). Mal sehen wer mehr Macht hat …

  • Nic Megert

    1790 Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
    1890 Das Land mit Gold und Wirtschaftsaufschwung
    1945 Das Land welches die Atombombe abwirft
    2001 Das Land mit dem grössten Betrug an der Menschheit
    2003 Das Land wo Tesla gegründet wird
    Today das Land von unbegrenzten Dämlichkeiten
    Die Zukunft Das Land in welchem die Chinesische Regierung das Sagen hat.

    • Michael

      „Today das Land von unbegrenzten Dämlichkeiten“
      Ich habe in den USA eine längere Zeit gelebt (ist schon 5 Jahre her) und ich kann Ihnen sagen, dass ist nicht erst seit heute so. Nur die schaffen es wirklich jedes mal aufs neue einen Drauf zu setzen 😀
      Ich kann mir gar nicht vorstellen was passiert, wenn Trump oder Cruz oder Clinton Präsident wird (Sanders verliert oder wenn er es wird, kann er auch nix bewegen mit dem Gegenwind der Reps) …

  • PhJ

    Man muss wissen, dass nicht das Fliessband die wichtigste Errungenschaft von Henry Ford war. Er musste zuerst juristisch das Kartell der etablierten Autobauer durchbrechen, welches ihm verbot überhaupt Autos zu bauen. Dies war der Startschuss auch andere damalige Monopole und Kartelle (Standard Oil) zu zerstören. Ein rein kapitalistisches System baut leider immer wieder solche Kartelle auf, da es billiger ist, den Konkurrenten auszuschliessen, wie ihn produktmässig zu überbieten.
    Elon Musk hat also autmobilhistorisch ein grosses Vorbild.