Goldman Sachs stuft Tesla ab – Model 3-Produktion könnte langsamer Anlaufen als geplant

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde Tesla gestern von Goldman Sachs-Analysten von „buy“ auf „neutral“ zurückgestuft. Daraufhin fiel die Aktie um 3,1 Prozent auf 202,07 US-Dollar. Das Kursziel wurde von 240 auf 185 gesenkt. Als Grund gab man unter anderem an, dass man einen langsameren Anlauf als angekündigt bei der Model 3-Produktion erwartet.

Weitere Gründe für die Abstufung waren Bedenken über die Verfügbarkeit von Kapital für Zukäufe und der Zusammenschluss mit SolarCity. Dadurch würde eine Gesellschaft entstehen, die ein höheres Risiko aufweist, da beide Unternehmen schnell wachsen und einen hohen Eigenkapitaleinsatz aufweisen, heißt es in der Erklärung.

Erst kürzlich haben wir über die Auswertung eines anderen Analysten berichtet, der nach einem Besuch in der Produktionsstätte in Fremont behauptete, dass die Konstruktionsarbeiten für den neuen Anbau „in vollem Gange“ wären. Tesla wird die Produktion des Model 3 stufenweise hochfahren, muss somit in den ersten Monaten nicht über die volle Kapazität verfügen.

  • Kant

    1. Kursziel 185$? wäre -15$ gegenüber heute – halte ich für zu niedrig. Generell ist die Anpassung der Einstufung für Goldman Sachs zwingend – hier also auch kein besonderes Problem.

    2. Produktionsstart M3: M3 ist ein völlig neues Modell (Mittelklasse) – braucht wohl neue/verbesserte Akku-Technologie. Ende 2016 ist gerade das „Design“ (was immer das auch sein mag) fertig – vom Design zur Produktion in einem Jahr -> völlig unrealistisch. EM ist hier – unnötigerweise – zu weit vorgeprescht
    Anmerkung: Betrachtet man Model X (und dabei handelt es sich „nur“ um eine Variante des Model S): Produktion ursprünglich Ende 2014, tatsächlich in 2015 Prototypen mit noch erheblichen technischen Problemen, 1. Halbjahr 2016: Anlauf der Produktion, 2. Halbjahr 2016: Hochlaufen der Produktion, 2017: volle Produktion. Projiziert man dies auf M3, so ergibt sich eine Produktion (frühestens) in 2019.

    3. Verfügbarkeit neues Kapital: wurde ja schon diskutiert – offensichtlich führte alleine die Erreichung des „Produktionsziels“ nicht zur Erwartung eines positiven „Ertragsergebnisses“ – warten wir den Q3-Bericht ab.

    4. Konkurrenz (ein Punkt der bisher hier noch nicht angesprochen wurde): es scheint sich derzeit am Elektromarkt Einiges im Bereich 40kWh zu tun (Chevrolet, Renault) mit Fahrzeugen, die 2017 tatsächlich an den Markt kommen – für Tesla ergibt sich hier sicher das Problem eines sich schließenden „windows of opportunity“. Aus meiner Sicht spannend: lässt sich eine 20kWh Lösung leichter auf 40kWh hochrüsten oder eine 60kWh-Lösung auf 40kWh downsizen?

    Für Tesla wird jedenfalls 2017 spannend, 2018 entscheidend sein.

    • Landmark

      Betrachtet man Model X (und dabei handelt es sich „nur“ um eine Variante des Model S

      nicht schlecht, und der Maybach ist nur eine Variante der Ford Model T. 🙂

      Seit wann haben Leute von der Börse Ahnung von Autos, oder von sonst was, diese Typen leisten nichts, ich meinen Augen sind das Diebe

      • Kant

        Nach meinem Wissen haben Model X und Model S gleiche Bodengruppe, Akku etc. (es war auch die Intention, mit möglichst geringem Zusatz-Aufwand ein SUV zu realisieren) – hier lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren.
        Ich hatte bisher verstanden, dass M3 nicht ein „abgespecktes“ MS sein wird, sondern eine „Neu-Konstruktion“ („Tesla for the masses“) – aber auch hier bin ich natürlich für zusätzliche Info dankbar

        • planlossegeln

          Der Vergleich Model T vs. Maybach ist vielleicht etwas zu überspitzt dargestellt. Die Idee war es mit Sicherheit den SUV schnell nachschieben zu können. Aber dann kamen eben „Kleinigkeiten“ wie die Neukonstruktion der Flügeltüren dazwischen.

          Das war Dilettantismus (im positiven Sinne) pur. Da hat man hoffentlich seine Lehren raus gezogen. Zeigt sich für mich insbesondere darin, dass man einiges Know-How aus der Branche eingekauft hat.

          • K. Genz

            Dilettantismus pur stimmt , aber keineswegs im positiven Sinne. Dieses fragwürdige technische Gimmik hat massive Probleme verursacht und der Nutzen ist mehr als fraglich. Ihr Vergleich Model T vs. Maybach ist schlicht und einfach Unfug, es ist eher so wie BMW 5-er Limousine zu BMW 5-er Touring

        • Fritz!

          Model S und Model X laufen auf dem selben Band, sind also schon sehr ähnlich. Allerdings sind die hinteren Türen schon eine Herausforderung ohne Gleichen gewesen, Elon mUsk sagte auch, sowas würde er so schnell nicht wieder bauen.

          Model 3 ist komplett neu, wird auf einer eigens dafür aufgebauten zweiten Produktionsstraße gebaut. Also völlig unabhängig vom Model S/X

          • Hans

            Wobei das X nur eine Unbekannte darstellt. Wenn man die Gleichung auflöst, dann ist X = Van

    • Rüdiger Hutzler

      Das Modell 3 wurde so optimiert, dass es möglichst einfach und kostengünstig zu produzieren ist. Der Produktionsanlauf wird daher wesentlich schneller vonstatten gehen, als bei den Vorgängermodellen. Ein Produktionstart noch vor 2018 und ein schnelles Hochfahren der Produktion auf mehrer Hunderttausend noch 2018 ist daher sehr wahrscheinlich. Elon Musk bzw. Tesla können es sich nicht mehr leisten, Versprechen nicht einzuhalten. Das Model X taugt nicht als Vergleich. Dort ging es doch nur darum, die von Teslan Musk geforderten Falcon-Wing-Türen mit Gewalt umzusetzen. Das hat enorm Zeit gekostet.

  • Christoph Reichelt

    „Design“ bedeutet Konstruktion. D.h. das Fahrzeug war Ende Juli in allen technischen Details fertig definiert, es gab Konstruktionszeichnungen, die nicht mehr (wesentlich) geändert werden dürfen („Pens down“ bzw. in D „Änderungsstop“). Es gibt unmissverständliche Hinweise, wie z.B. Veröffentlichungen von Fuji Technica, die darauf schließen lassen, dass bereits Werkzeuge fertig gestellt sind. Es wurden bei Zulieferern Teile für 300 Vorserienmodelle bestellt.

    Ich sehe keine Info, die es rechtfertigen würde, eine Einschätzung von vor, z.B., einem Monat zu revidieren.

    Im Gegenteil, die Paris Motor Show hat gezeigt, dass es außer Renault Zoe, Nissan Leaf und Chevrolet Bolt (Opel Ampera E) in absehbarer Zeit keinen seriösen Wettbewerb gibt, vor Allem nicht von den deutschen Premium-Herstellern. Was auf der Auto Mondiale gezeigt wurde, war wieder nur heiße Luft bzw. Visionen, die zeitlich weiter entfernt sind als ein Auto-Entwicklungszyklus dauert. Auch wenn die genannten bekannten drei Player in Sachen Reichweite allmählich konkurrenzfähig werden bleibt das Problem der langsamen Ladung und des fehlenden Netzwerkes.

    Fazit:
    1. Ich sehe für das Model 3 im Vergleich eher verbesserte Marktchancen.
    2. Es gibt keinerlei Hinweise auf irgendwelche Verzögerungen. Im Gegenteil.
    3. Unklar ist, wie hoch Angesichts der Tatasche, dass sowohl in Fremont als auch in Nevada heftig gebaut wird, der Kapitalbedarf überhaupt noch ist.

    Aber neutral ist schon ok, es hilft ja letztlich auch niemandem, wenn die Aktie total überbewertet wird.

    • Pamela

      Eine klasse Zusammenfassung ! Schön so zum Wochenende … 🙂

    • Kant

      @christophreichelt:disqus
      Design bedeutet meist „Entwurf“ oder „Formgebung“. Konstruieren heißt, den Entwurf eines technischen Produkts so auszuarbeiten, dass seine Fertigung möglich wird (Wikipedia). Wenn die Designer also „den Stift aus Hand legen“ werden die Konstrukteure erst mal beginnen müssen, daraus ein Gigafactory-fertigbares Produkt zu machen – dies war gemeint. Sollte M3 tatsächlich Ende 2017 in Großserie produziert werden könne, Glückwunsch! (seeing is believing, und Teslamag gibt es hoffentlich Ende 2017 noch :-))

      Bezüglich Wettbewerb: 100% Zustimmung, dies genau habe ich auch gesagt. VW, Mercedes etc: heiße Luft. Bezüglich Netzwerk und Ladung sehe ich auch noch den Vorteil bei Tesla, halte die obigen Anbieter aber für „seriösen Wettbewerb“ (hier sind wir wohl verschiedener Meinung, aber auch dies wird sich in 2017 klären)

      Kapitalbedarf: EM hat selbst erklärt, dass Q3 für Tesla wg. frischen Kapital entscheidend sei – aber auch hier: dies soll ja in Q4 passieren, warten wir’s ab

      • Christoph Reichelt

        Nein, im Englischen bedeutet „Design“ etwas anderes als wir darunter verstehen. „Pens down“ bedeutet: Das Produkt ist fertig. Ich will nicht rechthaberisch sein, aber das ist einfach so und macht einen riesen Unterschied.

        • Kant

          „Design“ is the creation of a plan for the construction of a system. „Construction“ is the process of constructing an infrastructure. Construction differs from „Manufacturing“ in that manufacturing typically involves mass production…

          Unabhängig von der genauen Bedeutung der Begriffe: Nach meiner Überzeugung wird die „Massenproduktion“ (mit der dann auch Geld zu verdienen ist) nicht Ende 2017 beginnen können – die alleinige „Herstellung“ eines Autos mag zwar von technischem Interesse sein, ist aber für die Börse sicher unerheblich (und darum geht es ja in diesem Thread).

          Ansonsten stimme ich Ihrem Beitrag völlig zu.

  • planlossegeln

    Bisher habe ich nirgends etwas zu der generellen Rolle von Goldman Sachs gelesen. Hier gibt’s dazu eine Zusammenfassung:

    https://www.welt.de/newsticker/bloomberg/article158607822/Goldmans-Tesla-Abstufung-ein-Beispiel-fuer-kontroverse-Bankrollen.html?

    Bei der nächsten Finanzierungsrunde ist GS dann wieder dabei und wechselt dann wieder auf „buy“.
    Ich finde es super interessant zu sehen wie hoch volatil die Aktie ist und in beide Richtungen übertrieben ausschlägt. Wichtig ist nur, dass diese Spekulationen sich nicht negativ auf die Operative auswirkt. Aber dann wird vermutlich eh Google oder Apple zu Hilfe eilen.

  • ThomasJ

    Und zählt nach Angaben des Marktforschungsfirma Interbrand neu zu den zu den wertvollsten Marken der Welt (Platz 100)
    http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/tesla-zaehlt-neu-zu-den-wertvollsten-marken-der-welt-1222550

    • K. Genz

      Nun ja Platz 100 mit einem Markenwert von rund 4 Mrd. $ ist aber noch sehr weit hinter Mercedes und BMW. Mercedes hat sich auf Paltz 9 verbessert mit einem Markenwert von über 43 Mrd. $ und BMW steht auf Platz 11 mit über 41 Mrd $
      http://interbrand.com/best-brands/best-global-brands/2016/ranking/

      • ThomasJ

        Das hab ich auch gesehen und es soll auch nicht ein Kommentar gegen Mercedes oder BMW sein. Es ist die Position von Tesla interessant, da sie neu auf Platz 100 (Zahl), nun das Feld von Hinten aufrollen (Fakt). In welchem Zeitraum ist sicher offen, diese Glaskugel hat niemand. Tesla-Gegner hoffen auf langsamer, Tesla-Befürworter sind mit der Entwicklung der E-Mobilität glücklich, wenn im Sog der Teslainnovation auch andere mitziehen.

        • K. Genz

          Ob sie je in die Dimmensionen von BMW und Meredes kommen ist mehr als offen, wobei der Markenwert letzlich nur beim Verkauf der Marke eine Rollle spielt,

  • Auch wenn es keine erfreuliche Nachricht ist, aber irgendwie war ja damit zu rechnen, dass Modell 3 nicht planmässig erscheinen wird. Oder wurde von Musk schon je mals einen Termin eingehalten? 😉

    • Nelkenduft / AHF

      Was soll das heißen? Das Model 3 erscheint nicht planmäßig, nur weil ein paar inkompetente Komiker einer Bank irgendwelche Behauptungen aufstellen, ohne einen einzigen Beleg oder Hinweis zu liefern, der diese These untermauert. Nicht ernst gemeint, oder?

      • K. Genz

        Nun es ist Fakt das Tesla beim Model S mehr als 1 Jahr Verspätung gegenüber dem ursprünglich bei der Vorstellung des Prototypen angekündigten Termins hatte. Beim Model X waren es gar anderthalb Jahre. Und da Tesla offensichtlich auch keine Prototypen so weit hat das man ihn auf dem Pariser Autosalon vorstellen konnte , wo das Publikum den sich auch von nah ansehen kann, sind die Analysten von Glodman nicht die einzigen, die bezweifeln das Tesla bis Ende 2017 mehr als eine handvoll Fahrzeuge aus deiner Vorserieproduktion vom Model 3 ausliefern kann.

        • Nelkenduft / AHF

          Die Begründung Model S und X sind aber lächerlich.
          Das Model S wurde aus dem Nichts gestampft und war gleich das beste Auto auf diesem Planeten, von einer Firma, die vorher niemand kannte. Das ist keine Sensation, das ist ein Weltwunder gewesen!
          Beim Model X hat Tesla zugegeben, dass sie es mit den Features völlig übertrieben haben.
          Deshalb glaube ich nicht, dass sich Model 3 länger als 6 Monate verzögert und damit wäre es voll im grünen Bereich.Eines habe ich in den letzten Monaten jedenfalls gelernt, nämlich dass diese „Analysten“ mit Abstand am wenigsten Ahnung von der Materie haben und deshalb ständig ihre Prognosen korrigieren müssen.

          • K. Genz

            Nun hier spricht eher ein enthusiastischer Fan der alle Fakten igoriert, als jemand der etwas von der Materie versteht.Tesla hat bisher seiner Firmengeschichten noch nie einen angekündigten Termin eingehalten . Und beim 2. Model wurde es noch schlimmer , auch nach dem offziellen Produktionsbeginn mit anderthalb Jahren Verspätung wurden in den ersten 3 Monaten nur rund 200 Vorserienfahrzeuge mit massiven Qualitätsmängeln ausgeliefert und es dauerte fast ein Jahr die Produktion auf eine im Grunde lächerliche Kleinserie von 1000 Stück pro Woche hochzufahren. Nur zum Vergleich Porsche hat bevor es den Porsche Macan der auf dem Audi Q5 basiert einführte, in seinem Leipziger Werk eine zusätzliche Fertigungstrasse gebaut und aus dem Stand die Produktion dort in die Größenordnungen hochgefahren die Tesla beim Model X erst nach einem Jahr erreicht. Wobei man aber sehen muß, anders als Tesla haben die Porscheleute viel mehr Erfahrung mit hochfahren von Serienproduktionen. Es glaubt im Grunde niemand der etwas von der Materie versteht das Tesla es noch schaffen kann mit nenneswerten Stückzahlen noch 2017 in die Serienproduktion zu gehen.

          • Ups… hätte ich weiter gelesen, wäre da ja schon die Antwort gekommen. 😉

      • Ganz und gar nicht. Gibt es irgend etwas, das von Tesla auf den veranschlagte Termin geliefert wurde? Ich weiss da definitiv gar nichts. Also realistisch bleiben und jeweils auf die kommunizierten Daten ein paar Monate, wenn nicht Jahre dazu zählen.
        Es geht da nicht nur um Model S und X. Auch die Gigafactory ist alles andere als Termingerecht.

  • W. Müller

    Jetzt wirds richtig spannend. Keine Kapitalerhöhung:

    https://mobile.twitter.com/elonmusk/status/785140287819612160?lang=de

    Und das hier

    https://uploads.disquscdn.com/images/5233c5479a16ac8c28b5e7f6bb9359e4f54347fdd5a952ca8b1f3a8fb90db270.jpg

    Mal sehen, wie sich das auf den Kurs auswirkt.

  • ThomasJ

    Und ist am nächsten Tag (7.10.2016) wieder auf „buy“ gestuft worden……. .
    https://uploads.disquscdn.com/images/d04d3fd080a5eff0c89fba89a3a7bcff9bfcc3acd7f086aac8301260ab226913.jpg

  • TeslaFahrer

    Elon Musk hat bei einem Kurs von 170,- gesagt, seine Aktie ist überbewertet.
    Sein Ziel ist es Autos zu verkaufen und keine Aktien. Dahinter steckt eine langfreistige Planung, die sich durch diese Kursschwankungen nicht aufhalten lässt.

    Hat sich schon mal jemand gefragt warum die 3 in Model 3 auch wie ein E gelesen
    werden kann? Die Auflösung steht in diesem Artikel http://www.tesla-car-rent.com/2016/10/15/ford-verbietet-tesla-den-sex/

    Hier ist jemand am Werk, der wirklich von Anfang an langfristig plant.