Kaufprämien: Sigmar Gabriel will Elektromobilität mit 2 Milliarden Euro fördern

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel möchte laut Informationen der Zeitung Die Zeit die Elektromobilität in Deutschland stärker fördern. Demnach soll ein Förderprogramm in Höhe von 2 Milliarden Euro dafür sorgen, dass man das angepeilte Ziel von eine Million Elektroautos bis 2020 auf Deutschlands Straßen erreicht. Die Fördermittel sollen als Kaufprämien genutzt werden.

Der Minister möchte weiterhin die Ladeinfrastruktur schneller und stärker ausbauen und dass die Behörden der Bundesregierung ebenfalls verstärkt auf Elektrofahrzeuge setzen. Laut den Vorstellungen von Gabriel könnte man dieses Förderprogramm sogar vollständig aus dem laufenden Bundeshaushalt finanzieren und müsste dafür keine Steuererhöhungen anstreben.

Aktuell gibt es lediglich Gespräche innerhalb der Bundesregierung und noch keinen Beschluss, wann dieses Vorhaben umgesetzt wird. Ob man das Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 noch erreicht, ist fraglich. Zurzeit sind gerade einmal circa 30.000 Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen. Geht es nach der Bundesregierung sollen es bis 2030 sogar sechs Millionen sein.

  • MichaelW

    Ich denke, dass die Elektromobilität sich auch ohne Förderung durchsetzen wird. Klar wäre es für viele Hilfreich für die Erst-Investition, aber sinnvoller wäre es doch dieses Geld in die Infrastruktur zu investieren.
    Nicht jeder kann von zu Hause aus laden und deswegen müssten auf den Parkplätzen überall Ladesäulen hin. Für die meisten würde sicher ein schwacher und somit günstiger Lader ausreichen. Wie geil wäre es denn, wenn ich am Supermarkt oder im Parkhaus eine Ladesäule vorfinden würde, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich dort eine finde? (Und ob sie funktioniert und ob ein „Verbrenner“ den Ladepunkt blockiert). Abrechnen würde man das über das Parkticket.
    Strom könnte ziemlich billig sein, wenn nicht so viel an Steuern etc. anfallen würden. Eine extreme Förderung, wäre den Strompreis zu senken oder an manchen Stellen kostenlos anzubieten. Die Reichweite und Qualität der Akkus wird sich kontinuierlich verbessern und somit wird das Strom-Fahren immer Lukrativer und wenn dann nur daheim oder an speziellen Orten Ladestationen sind, dann wird das ganze Nix!

    Die Regierung sollte mal einfach den normalen Typ2 Stecker als Standard für Deutschland nehmen und dann gibt es keine komischen Lade-Mutanten wie diese Tripple-Charger 🙂

    Gruß MichaelW

  • E-Hanns

    Zwischen 2012 und 2016 wurden unter dem Stichwort „Schaufenster Elektromobilität“ bereits knapp 300 Mio. € verpulvert. Wofür eigentlich? Das, was dort effektiv rausgekommen ist, hätten Automobilindustrie und Kommunen auch so finanzieren können. Aber wenn bei Vater Staat das Geld so locker sitzt, sagt man natürlich nicht Nein.

    Was Ladestationen anbetrifft, müssten auch Firmenparkplätze (wo vorhanden) deutlich mehr einbezogen werden. Denn dort stehen die Autos auch stundenlang rum. Und so könnte vorhandener Solarstrom ohne Speicherung direkt verwertet werden (also tagsüber). Ungenutzte Dachflächen gibt es bei Firmen und öffentlichen Gebäuden auch zuhauf. Und dann spielt es keine Rolle, ob jemand zu Hause laden kann oder nicht.

    • i3M

      Ich fahre einen i3 und würde gerne auf der Immobilie, in der ich arbeite, eine Photovoltaikanlage installieren um mein Auto tagsüber zu laden. Hierzu wäre aber eine Zustimmung von 75% der Eigentümer notwendig, unmöglich zu erreichen.
      Ein Gesetzt, das hier Abhilfe schafft, würde in die Eigentumsrechte eingreifen und ist daher nicht denkbar. Wir sind noch weit weg vom Optimum.
      Ich bin ja schon froh, dass die Hausverwaltung ohne Zustimmung der Eigentümer genehmigt hat eine Steckdose in der Tiefgarage zu installieren. Weil die Reichweite im Winter hat wenig mit dem zutun, was da versprochen wird.

  • james

    Was bringt die ganze Förderei wenn sich die Hersteller nicht auf eine Ladetechnologie einigen können. Tesla hat hier schon erste Arbeit geleistet. Andere Hersteller und die Regierung sollten das anerkennen und den weiteren Ausbau eines superchargerkompatiblen Netzes unterstützen. Elon Musk hat zur Mitbenutzung der Supercharger offen eingeladen. Es wäre ziemlich schräg wenn da echt jede deutsche Firma zu stolz oder engstirnig ist um da mit zu machen.

    • Das Problem liegt hier nicht am Ladestandart. Für die EU wurde der Typ2 (Menekes) Stecker, den auch Tesla verwendet als Standort für das Laden mit Wechselstrom gesetzt. Einige Zeit später wurde es noch um zwei weitere Kontakte unterhalb des Steckers (CCS-Standart) für das Laden mit Gleichstrom erweitert.

      Das grundlegende Problem liegt darin, dass man nicht mit einer Kundenkarte bundesweit an allen Ladesäulen laden kann, ganz geschweige in ganz Europa, sondern je nach Anbieter eine andere Kundenkarte für die Abwicklung braucht.

      Würde dieses Problem als erstes behoben, würde es für die e-Mobilität mehr tun, als Prämien, Forschung oder größere Akkus. Zudem wäre es wenn gewollt, ganz einfach durch ein Gesetz/Anordnung zu bewerkstelligen.