Michigan: Tesla eröffnet weitere Galerie in Nordstrom-Kaufhaus

Wir hatten erst letzte Woche darüber berichtet, dass Tesla die Partnerschaft mit der Kaufhauskette Nordstrom vom Pilotprojekt in Los Angeles um eine zweite Galerie in North Carolina ausgebaut hat. Nun schreibt das Forbes-Magazin, dass man am vergangenen Donnerstag die dritte Galerie dieser Art in Somerset Collection eröffnet hat, einem gehobenen Einkaufszentrum in Troy, Michigan.

In Michigan ist Tesla der Direktvertrieb untersagt. Deshalb hat man auch keine große Ankündigung gemacht, als man die 700 Quadratfuß (ca. 65 qm) große Galerie im Nordstrom-Kaufhaus eröffnet hat. Dennoch verstößt Tesla damit nicht gegen das Gesetz, denn die Fahrzeuge werden in der Galerie nicht vertrieben, sondern nur den Kunden des Kaufhauses präsentiert.

Michigan ist als Geburtsort der Automobilindustrie bekannt. Hier befinden sich auch die Firmensitze von Chrysler, General Motors und Ford. Dementsprechend groß ist der Einfluss dieser Unternehmen auf die dortige Politik. Obwohl Tesla letztes Jahr mit Riviera Tool einen Zulieferer der Automobilindustrie übernommen hat und damit circa 100 Mitarbeiter in Michigan beschäftigt, ist ihnen der Direktvertrieb in diesem US-Bundesstaat weiterhin untersagt.

Tesla kann in der Galerie in Michigan lediglich über die eigenen Fahrzeuge und die Elektromobilität informieren, diese jedoch nicht verkaufen oder Probefahrten anbieten. Wenn sich ein Interessent über den Kauf eines Tesla-Fahrzeugs informieren möchte, dann wird dieser aufgefordert, die Internetseite von Tesla zu besuchen oder in einen benachbarten Bundesstaat zu gehen.

Die Gesetze in Michigan sind sogar so streng, dass es Tesla nicht gestattet wird, ein Service Center für bestehende Kunden zu errichten. Diese Kunden müssen dann mittels eines sogenannten „Rangers“ – also eines Tesla-Mechanikers, der selbst zum Kunden fährt – versorgt werden. Dieser Ranger könnte dann beispielsweise aus Cleveland, Ohio, kommen.

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Händlerlizenz für Tesla abgelehnt

Bereits im Februar dieses Jahres hatte sich Tesla offiziell für eine Händlerlizenz in Michigan beworben, auch wenn man selbst glaubte, dass der Antrag abgelehnt wird. Im September dieses Jahres wurde es dann auch so entschieden, wie es erwartet wurde. Staatsbedienstete haben den Antrag von Tesla abgelehnt, wogegen Tesla gerichtlich vorgehen will – trotz schlechter Aussichten.

  • Nelkenduft / AHF

    Unglaublich, dass die Politik in Michigan sich so offensichtlich von der dortigen Autoindustrie kaufen lässt. Bleibt zu hoffen, dass die dortige Rechtssprechung noch unabhängig ist und die Politiker zurechtweist.

    • dwJulian Berger

      Ich finde es gar nicht so unglaublich, wenn man bedenkt, dass wir uns in Deutschland in einer ähnlich automobilgesteuerten Politik befinden, wo sich Hersteller gegen strengere Umweltauflagen und Gesetze erfolgreich zur Wehr setzen.

      • Nelkenduft / AHF

        Ja, das hast du recht. Aber bei uns funktioniert immerhin noch das Rechtssystem, da lassen sich die Richter normalerweise nicht von Politik und Wirtschaft kaufen.
        Was da in Michigan abläuft hat schon ähnliche Qualitäten wie die deutsche Klüngelei im Abgas-Skandal, wobei letzterer natürlich sehr viel verheerender in den Auswirkungen ist.
        Aber vielleicht kommt Tesla vor Gericht doch noch weiter, denn die Gründe für das Verkaufsverbot finde ich persönlich sehr scheinheilig und rechtlich nicht wirklich begründbar.

        • Gert Hofstätter

          Du urteilst zu schnell über die dortigen Richter da die Sache noch nicht einmal vor einem Gericht war. Und wenn es zu einem Urteil kommt, vermute ich stark, das es den dort gelten Gesetzen entspricht. Mein Schlussfolgerung ist, das die Gesetze in dem Bundesstaat einfach Mist sind…

          • Nelkenduft / AHF

            Dann frage ich mich aber, warum von schlecht Aussichten gesprochen wird.
            Da wären Details zu dem Gesetz wirklich interessant.