Model 3: Musk enthüllt neues Video mit serienreifem Fahrzeug und gibt neue Informationen bekannt

Tesla-CEO Elon Musk hat sich gestern bei Twitter ein wenig ausgetobt und unter anderem ein neues Video zum Model 3 veröffentlicht, welches ein neu produziertes, serienreifes Fahrzeug zeigt. Zusätzlich gab es zahlreiche neue Informationen zum kommenden Mittelklassefahrzeug, da Musk auch auf Fragen anderer Twitter-Nutzer einging.

Zunächst einmal das kurze Video mit einem erstmals serienreifen Model 3-Fahrzeug (Reupload von Teslamag auf YouTube):

Trotz der verwackelten Aufnahme kann die eingebaute Autopilot-Hardware am Fahrzeug erkennen. Es befindet sich jeweils eine Kamera vorne links am Kotflügel direkt am Tesla-Logo und eine weitere an der B-Säule.

Zusätzlich kann man erstmals eine starke Veränderung an der Karosserie erkennen. Reddit-Nutzer WhiskeySauer macht darauf aufmerksam, dass sich die Frontpartie des Model 3 verändert hat. Währen die Prototypen noch eine glatte, geradere Front hatten, ist diese bei dem serienreifen Fahrzeug offenbar abgerundet worden, wodurch das Model 3 nun eher einem Porsche ähnelt.

Kein Allradantrieb mit Doppelmotor bei Markteinführung

Elon Musk gab auf Nachfrage bekannt, dass das Model 3 zunächst nur mit Hinterradantrieb und entsprechend mit einem Motor verfügbar sein wird. Man möchte die Komplexität der Konfiguration zunächst so gering wie möglich halten, damit die Produktion besser hochgefahren werden kann, heißt es als Begründung. Die Produktion der Allradantriebe mit Doppelmotor soll jedoch bereits in „sechs bis neun“ Monaten von jetzt an starten, also nur etwas später als die Produktion der Fahrzeuge mit Hinterradantrieb. „Genau wie beim Model S“, schrieb Musk auf Twitter.

Auch eine Performance-Version des Model 3 ist erst für einen späteren Produktionszeitpunkt angedacht. Ein solches Topmodell könnte in einem Jahr erscheinen, wobei diese Version weiterhin nicht die Leistungswerte der Model S Perfomance-Modelle erreichen wird, da diese im Gegensatz zum Model 3 ein größeres Akkupaket aufnehmen können.

Auch in Ländern mit Linksverkehr muss man noch ein wenig mehr Geduld ausüben. Das Model 3 kommt als Rechtslenker erst im Sommer nächsten Jahres. Das bedeutet, dass Märkte wie Großbritannien, Australien, Japan, Indien oder Südafrika ein wenig länger warten müssen. Elon Musk entschuldigt sich dafür, dass man es nicht eher schafft. „Wir arbeiten wirklich so schnell wir können“, schreibt er.

Mehr als 75 kWh sind nicht möglich

Weiter bestätigte Musk, dass das Model 3 maximal mit einem 75 kWh-Akkupaket ausgestattet sein wird, da der kürzere Radstand (im Vergleich zum Model S) kein größeres Akkupaket ermöglicht. Dies bezieht sich verständlicherweise auf Akkupakete mit aktuell möglicher Energiedichte. In Zukunft kann sich auch das ändern, wobei Tesla beim Model 3 bereits die neuen 2170-Zellen verbaut.

Ein 75 kWh-Akkupaket könnte beim Model 3 eine Reichweite von über 500 Kilometern ermöglichen. Beim Model S sorgt das 75 kWh-Akkupaket für 490 Kilometer Reichweite (NEFZ). Da das Model 3 jedoch kleiner und damit auch leichter ist, könnte hierbei eine größere Reichweite erzielt werden. Die Reichweite der Model S-Topmodelle wird das Model 3 jedoch nicht übertreffen.

Nun ist jedoch weiterhin unklar, welches Akkupaket in der Basisversion verfügbar sein wird, die zum Preis von 35.000 US-Dollar angeboten wird. Erwartet wird ein 50 oder 60 kWh-Akkupaket, womit anscheinend eine höhere Reichweite als die des Chevy Bolt erreicht werden soll (60 kWh mit ca. 380 km Reichweite). Auf diesen Vergleich angesprochen sagte Musk nur: „Oh, so wenig Vertrauen“.

Kein Head-up-Display beim Model 3

Obwohl mehrmals vermutet wird das Model 3 laut Musk kein Head-up-Display haben. Offenbar bleibt es bei dem einen 15 Zoll Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts, welches sowohl für die Fahrzeugeinstellung vorgesehen ist als auch als Instrumentendisplay.

Musk erklärte, dass das Model 3 für das autonome Fahren ausgelegt sei und deshalb kein zusätzliches Instrumentendisplay benötige. „Je autonomer das Fahrzeug, desto weniger Informationen braucht man“, schrieb er. „Wie oft schaust Du auf das Instrumentendisplay in einem Taxi“, fragte Musk einen anderen Twitter-Nutzer.

Auch wenn es sicherlich für das autonome Fahren stimmen mag, muss man jedoch kritisch entgegensetzen, dass dies aktuell gar nicht Stand der Dinge ist. Womöglich wird es auch noch einige Jahre dauern, bis die Technologie soweit ist und geltende Gesetze umgeändert werden. Selbst wenn Tesla-Fahrzeuge von heute auf morgen autonom fahren könnten, eine Erlaubnis der Behörden würde weiterhin ausstehen.

Darauf angesprochen erklärte Musk, dass das Model 3 ja „weiterhin einen Display hat“. Das bedeutet, dass auf diesem alle nötigen Informationen ausgegeben werden. Bei einer Testfahrt mit einem Model 3 Prototypen im vergangenen Jahr, konnte man erkennen, dass auf dem Display die Geschwindigkeit und der eingelegte Gang angezeigt werden.

Tesla Model 3 Interieur (Bild via Electrek).

Wenn in den nächsten Tagen und Wochen weitere serienreife Model 3 auf öffentlichen Straßen getestet werden, sollten wir womöglich noch ein besseres Bild erhalten, wie das finale Fahrzeug aussehen wird. Bis dahin können wir nur hoffen, dass Musk erneut ein wenig Zeit findet und weitere Informationen auf Twitter preisgibt.