Puerto Rico konkretisiert Pläne zur Stromversorgung, Ausschreibungsverfahren „höchstwahrscheinlich“

Die Regierung von Puerto Rico ist nun seit einigen Wochen in Gesprächen mit Tesla, um die Stromversorgung der US-Karibikinsel nach den verheerenden Hurrikans Irma und Maria wieder aufzubauen. In einem Telefon-Interview mit Bloomberg konkretisierte Manuel Laboy, Minister des Fachbereichs für wirtschaftliche Entwicklung und Handel, die Pläne der Regierung.

Demnach zieht man in Erwägung, mehrere Micro Grids (auch Kundenanlagen genannt) und regionale Grids aufzubauen, die aus Solaranlagen und Batteriespeichern, aber auch aus anderen Quellen erneuerbarer Energien bestehen. Zudem werden auch Angebote anderer Anbieter, darunter von Sonnen GmbH, Arensis Corp. und Sunnova Energy Corp. in Betracht gezogen. Ein Ausschreibungsverfahren sei laut Laboy „höchstwahrscheinlich“.

Ein mögliches Szenario wäre, dass ein oder mehrere Privatunternehmen die Energieerzeugung gewährleisten, während eine staatliche Behörde für die Fortleitung zuständig wäre, sagte Laboy. Es haben sich bereits erste Betreiber an die Regierung gewandt, die eine solche Lösung anbieten würden, wobei keine Namen genannt wurden.

Bisher wird das Vorhaben von Puerto Rico mit Skepsis betrachtet, da die US-Karibikinsel hoch verschuldet ist. Laut Laboy hat man nun jedoch die historische Möglichkeit, Bundesmittel zu nutzen, um ein alterndes und schwaches Stromnetz zu modernisieren.

Die Regierung glaubt, dass die Fördermittel der Federal Emergency Management Agency, kurz FEMA, dazu benutzt werden können, ein völlig neues System aufzubauen, anstatt das alte zu reparieren, sodass es nicht mehr so anfällig wäre zusammenzubrechen, wenn der nächste Sturm kommt. „Es gibt eine reelle Chance, dass wir das durchführen können“, sagte Laboy.