Tesla bestätigt: Antriebseinheiten des Model 3 werden in der Gigafactory produziert

Bereits im Oktober letzten Jahres haben wir darüber berichtet, dass Tesla nebst Akkupaketen womöglich auch Antriebseinheiten in der Gigafactory produzieren wird. Die Annahme beruhte auf eine Stellenausschreibung für die Gigafactory, die eindeutig auch Antriebseinheiten erwähnte. Tesla hatte bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch ausschließlich von einer Akkuproduktion gesprochen.

Nun hat der Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval, bei der diesjährigen State of the State Adress (in etwa Ansprache zur Lage des Bundesstaates) die Katze offiziell aus dem Sack gelassen und bestätigt (via Electrek), dass Tesla in der Gigafactory auch Antriebseinheiten für das Model 3 produzieren wird. Tesla-CTO JB Straubel war als offizieller Vertreter ebenfalls anwesend.

Laut Sandoval sei die Produktionsstätte in Fremont vor der anstehenden Model 3-Produktion soweit ausgelastet, dass man sich dafür entschieden hat, die Produktion der Antriebseinheiten in die Gigafactory zu verschieben:

Ich freue mich, Sie heute Abend darüber zu informieren, dass Tesla die Investitionen in Nevada ausweiten wird, indem Elektromotoren und Getriebe für das Model 3 in der Gigafactory produziert werden.

Tesla will dafür Investitionen von weiteren 350 Millionen US-Dollar tätigen und zusätzlich 550 neue Arbeitsplätze in der Gigafactory schaffen. Damit werden dann die Akkupakete und die Antriebseinheiten in der Gigafactory hergestellt. Die fertigen Bauteile werden anschließend nach Fremont transportiert, wo sie in das dort produzierte Fahrgestell installiert werden können.

Die offizielle Zellproduktion für die Akkupakete des Model 3 soll im 2. Quartal dieses Jahres starten. Die Produktion aller Bauteile für das Model 3 sollte – zumindest in Fremont – in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Tesla hat in der Gigafactory bereits mit der Zellproduktion begonnen, wobei die aktuell produzierten Batteriezellen für Energy-Produkte eingesetzt werden.

  • FVK

    Electric Motors and Gearboxes….Getriebe? Werden TESLA dadurch noch effektiver? Ist damit mehr Reichweite drin?

    • Hans Peter

      Wieso noch effektiver? Wahrscheinlich wird wie bei S und X auch hier das Einganggetriebe mit starrem Gang verbaut

      • Jules Verne

        Wird wahrscheinlich auch so kommen.

        Ein zweiter Gang für Highway Geschwindigkeiten bei den Hinterradangetriebenen Varianten wäre aber auch interessant.

        • Fritz!

          Haben sie ja (quasi) bei den Allrad-Modellen. Die haben verschiedene Untersetzungen vorne und hinten. Die eine mehr auf Beschleunigung bis 100 km/h, die andere mehr auf Endgeschwindigkeit.

  • boingboing

    „Think big“…genau das, was E-Mobilität braucht! 🙂 Super!

  • Pamela

    Und das hört sich auch gut an:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/tesla-deutschland-chef-jochen-rudat-im-interview-a-1130564.html#ref=rss

    Interessant, wie viele deutsche Unternehmen sich für amerikanische Dienstwagen entscheiden werden. Vielleicht sinkt die Hemmschwelle, wenn Tesla nach Europa kommt.
    Als modernes Unternehmen sollte man Innovationen unterstützen und zeigen, dass man für Fortschritt und die Verbesserung unserer Umwelt eintritt. Es gibt keinen Grund, noch Jahre zu warten, bis die angekündigten deutschen Teslafighter mal bestellbar sind….

    • Thomas

      Sehr interessanter Artikel. Danke fürs Teilen.

  • FVK

    Thema Teslafighter: Alle paar Wochen baut irgendwer einen Teslafighter/Teslakiller, will besser, schneller, weiter kommen…Ich finde beeindruckend: Audi kündigt sein E-Auto-SUV mit dem besten cw-Wert von 0,25 seiner Klasse an; Tesla veröffentlicht 1 Woche später den cw-Wert des Model X mit 0,24 und siehe da: Das Auto was Audi bauen wird, ist jetzt schon alt.
    Faraday Future FF91 präsentiert ein Beschleunigungskontest und sagt: Der FF91 wird das schnellste, von 0-100 km/h, Serienfahrzeug sein mit 2,4 sek.
    Tesla veröffentlicht sein MS Update und schafft, so wie der FF91 mit nur einem eingebauten Sitz und ohne sonstige Innenraumverkleidungen, 2,38 sek. Und das mit 300 PS weniger.
    So viele Ankündiger und Besserwisser…

    • Thomas

      Amüsant finde ich auch solche Ankündigungen wie „In 4 Jahren bringen wir ein Auto raus, welches 100 km mehr Reichweite hat als Tesla“.
      Die scheinen zu ignorieren, dass Tesla sich in dieser Zeit ebenfalls weiter entwickelt. Zumal andere Hersteller erst ein Fahrzeug bzw. eine Plattform entwickeln müssen. Tesla kann sich in dieser Zeit Details und Features widmen.

      Ich persönliche fände es super, wenn es etwas mehr (ernstzunehmende) Konkurrenz geben würde. Aber bisher gibt es nichts als Ankündigungen, das ist schon fast peinlich.

  • Andreas Ullrich

    Die Sprache im Artikel „Deutsche Autobauer erhöhen das Tempo für ihre Tesla-Fighter“ kommt etwas sehr seicht und süffig daher und vor allem lauter Konjunktive…
    „Bis 2020 sollen zahlreiche Stromer-Modelle marktreif sein und Tesla den Saft abzapfen“.

    Welcher ernstzunehmende Manager gibt sich mit solcher Phrasendrescherie zufrieden?

    Heimatschutz ist ja legitim, aber das ist ein gefährlicher Mix aus Realitätsverweigerung und Wunschdenken.

    Es geht ja nicht nur um die Lancierung neuer E-Modelle sondern auch um die flächendeckende Ladeinfrastruktur. Man kann im Moment nicht erkennen, wieso die „Andreren“ das schneller auf die Beine kriegen sollen als Tesla.

    • Skynet

      In Bezug auf Deutschland muss man sich doch mal die Fakten anschauen. Wir haben rund 55 Mio. Führerscheinbesitzer und 45 Mio. PKW. Sprich nahezu jede Familie hat zwei Fahrzeuge. Dazu liegt die durchschnittliche Fahrleistung pro Tag bei 40 km. Ein Großteil hat sicher ein Interesse daran, zumindest ein preiswertes E-Auto anzuschaffen. Im Bedarfsfall kann für die Langstrecke dann immer noch der Verbrenner genommen werden.

      Meiner Meinung nach ist für den Großteil nicht das Langstreckenladenetz für eine Kaufentscheidung relevant, sondern neben den Fahrzeugpreis das Laden zu Hause. Genau da liegt die Krux für alle die kein Haus besitzen oder einen verständnisvollen Vermieter haben. Gerade in Deutschland ist die Mieterquote sehr hoch und selbst in der Eigentumswohnung ist man immer auf die mehrheitliche Zustimmung der Eigentümer angewiesen. Externe Ladestruktur wäre dazu eine Alternative, wenn wir bei Ladezeiten von 5 Minuten einmal angekommen sind.

      Ich wette ja grundsätzlich nicht, bin mir aber zu nahezu 100% sicher, dass in 3 Jahren nicht der M3 (möglicherweise nach einem anfänglichen Zwischenhoch) sondern e-Golf und Ampera bei den BEV in Deutschland am meisten verkauft werden.

      • Andreas Ullrich

        Ich kann Ihren Thesen weitestgehend beipflichten. Die Kombination aus Laden zu Hause, Langestrecken Chargern und Destination Charging wird es ausmachen. Der Staat soll nicht fördern sondern die Leitplanken setzen damit sich die E-Mobility Technologie durchsetzt – inklusive Gesetzgebung für das Laden zu Hause.

        Ihre Sicherheit betreffend e-Golf und Ampera mag zutreffen nur auf der Zeitachse (3 Jahre) wird das nicht realisierbar wenn das Thema Laden nicht gelöst wird. Dagegen ist der weitere Ausbau der Tesla Ladeinfrastruktur so gut wie sicher und wird somit ein entscheidender Faktor.

      • ThomasJ

        Das Energie-Monitoring 2016 gibt Antworten auf z. Bsp: Wo steht welches Land in welchem Bereich betreffend Batterie? Und das ist ja der wichtigste und teuerste Faktor des BEV. Würde man die Zahlen und Balken der jeweiligen Länder auf die Automarken, bzw. auf die e-Modelle übertragen, ist Deutschland nicht auf der Überholspur. Sicher werden Deutsche eher „ihre“ Marke kaufen, das ist
        auch legitim und gut so, wenn der Preis und die Fahrzeuginnovation aber zu weit
        von einer anderen, „fremden“ Marke (z. Bsp. der M3 … 🙂 ) divergiert, könnte diese Rechnung – in 3 Jahren der e-Golf und Ampera am meisten verkauft – nicht aufgehen:
        http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/t/publikationen/Energiespeicher-Monitoring-2016_Web.pdf

        https://uploads.disquscdn.com/images/487d35a29040e434ee0a3455863e23fdc61081468b047b370b63286042454c5a.jpg

        • Jules Verne

          Ein gutes Beispiel ist ja die USA, in der die Automobilindustrie vor die Wand gefahren ist. Die Japaner haben günstigere Fahrzeuge mit besserer Qualität angebotene und hin war es mit dem Nationalstolz.

    • Jens B. H.

      Alles schön ung gut was Sie schreiben aber es fehlt Ihnen einfach an Phantasie!
      Ich gehe jede Wette ein, dass man spätestens wenn das M3 da ist, auch beim täglichen Einkauf beim Discounter sehr billig laden kann. Und wenn mal einer angefangen hat werden alle anderen nachziehen. Damit wäre dieses Problem im Handumdrehen gelöst.

      • Pamela

        Meine Meinung:
        Die deutschen Autobauer sind in einem Zwiespalt.
        1. Eigentlich hätten sie gerne ihre bisherige Strategie weitergefahren. Denn trotz einer großzügigen Förderung mit 75% seit Januar 2014 hat man nichts getan, um es den Elektrofahrern leichter zu machen. Der Grund ist klar, man möchte noch solange wie möglich, soviel wie möglich Verbrenner verkaufen.

        „Das SLAM-Projekt (Schnellladenetz für Achsen und
        Metropolen) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
        unterstützt den Aufbau eines bundesweiten Schnellladenetzes zu
        Forschungszwecken mit fast 16,4 Mio. Euro. Mit dabei sind
        Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen. Ziel des
        SLAM-Projektes ist die Ermöglichung des Aufbaus eines flächendeckenden
        Schnellladenetzes deutschlandweit. Dazu gehört neben der richtigen
        Standortfindung einer Ladesäule u.a. auch die Entwicklung nachhaltiger,
        ökonomischer Betreibermodelle, sowie weitere Themen rund um das
        Schnellladen.Investoren für Ladeinfrastruktur haben die
        Möglichkeit, sich um einen Zuschuss zu bewerben, wenn Sie sich dafür
        entscheiden, eine Ladestation nach dem europäischen Standard (CCS) zu
        installieren. Bei erfolgreicher Bewerbung werden Unternehmen mit bis zu
        75 % der anrechenbaren Kosten bezuschusst. Die Projektlaufzeit ist von
        Januar 2014 bis August 2017. “

        Quelle:
        http://schaufenster-elektromobilitaet.org/de/content/service/foerderungen/standard_seite_3.html

        (Branchenfremde, wie Discounter, Gemeinden usw. haben dies in bescheidenem Rahmen genutzt. Unterm Strich ist in drei Jahren nicht viel passiert.)

        2. Dieser Strategie steht nun die „Bedrohung“ durch das Model 3 entgegen.
        Nun möchte man mit dem Konsortium noch soviel wie möglich aus „SLAM“ herausholen, deshalb die Forcierung. Ich glaube aber, dass mein karierter Lieblingsminister noch vor der Wahl ein attraktives Nachfolgeprogramm mit ganz viel Steuergeldern auf den Weg bringen wird.

        Wie die Gewichtung zwischen 1 und 2 aber nun tatsächlich ist, bleibt abzuwarten.

        Genau deswegen ist Tesla der Pionier, nicht nur wegen den Innovationen, sondern auch wegen der Entscheidung, mit dem Model 3 einen Massenmarkt außerhalb Chinas zu generieren und die anderen zu zwingen, gegen ihren Willen zu handeln.

        • ThomasJ

          Ich sehe das absolut gleich wie du und möchte auf zwei Punkte ergänzend eingehen:

          „… hat man nichts getan, um es den Elektrofahrern leichter zu machen. Der Grund ist klar, man möchte noch solange wie möglich, soviel wie möglich Verbrenner verkaufen.“

          Nennt man das kundenorientiertes Handeln oder will man uns einfach nur freundlich vera.. ? Manchmal sickert ja auch bei der Verbrennerlobby durch, was der Kunde (wir!) will:
          „Wer einmal elektrisch gefahren ist, der ist für alle Zeiten für den Verbrenner verloren.“ Dr. Stefan Niemand, Leiter Produktplanung der AUDI AG.
          In der Zwischenzeit sind die anderen (Tesla, BYD) im Vollgasmodus unterwegs, aber locker durch die Nachzügler einholbar? …(so wie ano dazumal Nokia, Kodak ….?) Geld wäre sicher vorhanden, Ankündigungen auch:
          https://ecomento.tv/2016/06/16/mercedes-ueber-erstes-langstrecken-elektroauto-wir-werden-die-welt-veraendern/

          „…. dem Model 3 einen Massenmarkt außerhalb Chinas zu generieren und die anderen zu zwingen, gegen ihren Willen zu handeln.“

          Wenn die VR‘s und CEO‘s sich gezwungen fühlen, kann man nur hoffen, dass in der tieferen Etage genügend Herzblut für die Entwicklung und Umsetzung der e-mobilität vorhanden ist. Dieser Treiber ist sicher beim Tesla CEO (E.M.) vorhanden, top down in der Wirkung und der
          ausschlaggebendste Teil dieses Startup Erfolges. Und ohne diesen Motor
          (Herzblut), wird man immer hinten nachrennen.

          • Pamela

            Auch ich liebe diesen Spruch von Dr. Niemand ! Er bleibt unvergesslich, zum einem weil witzig: Niemand hat gesagt „…“ und er war der erste aus diesen Reihen, der sich positiv zur E-Mobilität geäußert hat – nachdem er mit einem Model S gefahren ist.

            Danke für Deinen link, die Kommantare finde ich gut.

            Ja, die Manager der deutschen Autoindustrie sind emotionslos gewinnorientiert. Sie begründen alles mit ihrer Verantwortung den Anlegern gegenüber. Sie vergessen dabei, dass sie die zigtausendfache Einflussnahme in und Verantwortung gegenüber der gesamten Gesellschaft haben, als z. Bsp. der Bäcker um die Ecke.
            Das Geld, was man selber jährlich mitnehmen kann und ein schöner X-fach gesichter Ruhestand (nicht war Herr Winterkorn ?) ist der Motor und nicht etwa Technikbegeisterung.

            Ich gebe zu, ich wäre nicht frei von Schadenfreude, wenn diese Leute damit gegen die Wand fahren würden. Aber dann denke ich an die vielen Arbeitnehmer in diesen Unternehmen, die auch nie gefragt werden und alles ausbaden dürften …