Tesla Grohmann Automation: BMW und VW pochen auf Vertragserfüllung

Wir hatten Anfang April darüber berichtet, dass Tesla Grohmann Automation sich von allen Kunden getrennt hat, um nur noch für Tesla zu produzieren. Dies sei insbesondere aufgrund des baldigen Produktionsstarts des Model 3 vonnöten, damit dieser sich nicht verzögere. Tesla hat mit dem Mittelklassefahrzeug über 400.000 Reservierungen zu verbuchen.

Nun berichtet die WirtschaftsWoche, dass bisherige Kunden von Grohmann, darunter BMW und VW, laut eigenen Angaben nicht darüber informiert worden sind, dass die Verträge vorzeitig gekündigt wurden. Während Daimler sich nicht äußerte, erklärten die Münchener und Wolfsburger, dass man weiterhin mit der vertraglichen Erfüllung seitens Grohmann rechne.

Tesla bestätigte der WirtschaftsWoche erneut, dass „die meiste externe Arbeit eingestellt wird“, erklärte jedoch auch, dass man bereits „einen schnellen und reibungslosen Übergang derzeitiger Kunden zu anderen Zulieferern“ plane.

Indes versucht Tesla weitere Mitarbeiter für die Fabrik in der Eifel zu finden, doch dies gestaltet sich offenbar schwierig. „Es gab etliche Stellenausschreibungen und auch Headhunter wurden eingesetzt“, sagte Betriebsratschef Herzig gegenüber der Zeitung. Das habe jedoch „scheinbar nichts gebracht“, erklärte er weiter.

  • Kyle Seven

    Jetzt geht die nervige Diskussion wieder los

  • Richard Müller

    Sobald das Wort „Grohmann“ im Titel zu sehen ist, sind über 100 Kommentare fast schon garantiert. Also….

    LASST DIE SPIELE BEGINNEN! 😀

    • ThomasJ

      ….. :-))

      Wenn der der alte Besitzer (Hr. Gromann) als Branchenunabhängiger Aufträge (Automatistionsprodukte) in der Branche (Auto) für diverse Vertreter (BMW, VW und Co.) bearbeitet, ist da nichts auszusetzen.

      Wenn der neue Besitzer (Hr. Musk) als Teil der Branche (Auto) Automatisationsprodukte für sich (Tesla) und nicht für seine Konkurrenz produzieren will, ist dies grundsätzliche seine unternehmerische Freiheit. Wieso soll er der Konkurrenz einen Vorteil mit seiner eigenen Firma verschaffen (müssen)?

      Durch neue Besitzverhältnisse ändern auch die Strategie und Ausrichtung eines Unternehmens. Würde Hr. Musk entscheiden wollen, zukünftig nur noch Rasenmäher zu produzieren, dann wäre das ein Unternehmensentscheid in eine andere Richtung der Wertschöpfung. Ob da VW, BMW und Co. ebenso „alte“ Ansprüche stellen würden?

      Natürlich gibt das jetzt Juristenfutter betreffend Interpretation der alten Verträge. Da Hr. Musk ja „„einen schnellen und reibungslosen Übergang derzeitiger Kunden zu anderen Zulieferern“ plant und lösungsorientiert scheint, sieht das stark nach Zwängerei des
      verlassenen Bräutigam (VW, BMW und Co) aus.

      • Melone

        Nur wurden anscheinend laufende langfristige Verträge einseitig gestoppt, ohne die anderen Vertragspartnern davon in Kenntnis zu setzen. Verträge sind nun mal Verträge, würde das jeder so machen würde das Gefüge aus Autoherstellern und Zulieferern völlig zusammenbrechen (man sieht ja am Beispiel der Familie Hastor, wie schnell so etwas geht). Ich verstehe Teslas Vorgehen an dieser Stelle auch nicht ganz. Mal abgesehen vom M3 macht man sich damit doch nur unnötig angreifbar (sowohl von Kunden als auch von Gewerschaften etc.).
        Wobei ja bisher noch nichts passiert ist, vielleicht nimmt das Ganze ja doch noch für alle Beteiligten ein positives Ende.

  • Nik

    Jetzt beginnt der Auflauf er Juristenbataillone auf allen Seiten. Das wird teuer .. und sehr langwierig.

  • W. Müller

    In jedem Vertrag hat es eine Kündigungsvereinbarung incl. zugehöriger Fristen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tesla als neuer Eigentümer hier grob die Kündigungsklauseln der Verträge missachtet.
    Somit bleibt abzuwarten, was BMW und VW vorbringen wollen. Sind die Fristen gemäss den Verträgen eingehalten werden die nicht viel ausrichten können. Es gilt schliesslich auch in Deutschland die Vertragsfreiheit.
    Das sieht für mich sehr nach Hornberger Schiessen aus.

    • Will_Elektroauto

      Darüberhinaus:
      Wenn das, was Grohmann für die anderen Autobauer baut soooo extrem wiiiicccchtig ist, daß es bei Nichtlieferung die Existenz gefährdet, (böse, böse..) dann gehe ich davon aus, daß die Autobauer mindestens noch einen 2. Lieferanten haben.

      Falls nicht:
      gehören erstens die Leute die das bei den Autobauern entschieden haben, sich an einen einzigen Lieferanten zu binden, wegen Unfähigkeit gefeuert,
      Und verstehe ich zweitens nicht, warum Grohmann dann keine Preise durchdrücken konnte, die Tariflohn für alle garantiert hätte.

      Ich meine, sonst sind die Autobauer doch auch nicht zimperlich, wenns darum geht Zulieferer zu erpressen. Jetzt geht das halt mal andersrum, und das ist dann auf einmal böse?

    • Harald Wenzel

      Hallo Herr Müller,

      wie alle anderen hier vergessen Sie dass die Produkte von Grohmann keine Serienprodukte sondern Anlagen/Maschinen aus dem Bereich des Sondermaschinenbaus sind.
      Diese Verträge haben im Schnitt Lieferzeiten zwischen 9 Monaten und 2 Jahren und sind teilweise juristisch so abgesichert dass Sie bei Nichterfüllung nicht nur schlecht Geld bekommen sondern auch Kosten für Ersatzlieferanten, Ausfall der Produktion usw. tragen müssen.
      Das ist jetzt nicht unfair den Lieferanten gegenüber und ist so nicht nur in den Verträgen mit den bösen, bösen deutschen Automobilherstellern sondern überall im Industriebereich üblich, auch bei den Verträgen mit Tesla. Es ist auch relativ verständlich, da die Anlagen mit der Lieferung in einem Zeitplan zur Herstellung eins Endproduktes stehen, und ein Zeitverlust von einem halben/dreivierteljahr eben keine Kleinigkeit ist wenn ein Produkt auf den Markt soll.

  • eCar-Fan und TESLA-Fahrer

    Also wenn ich es richtig verstehe, dann wurden die Lieferverträge durch TESLA offensichtlich nicht vertragskonform beendet. Sonst könnten BMW und VW wohl nicht auf Vertragserfüllung „pochen“. Und TESLA würde sicherlich kaum >bereits „einen schnellen und reibungslosen Übergang derzeitiger Kunden zu anderen Zulieferern“ planen.

    Nachdem es sich hier nicht um die Lieferung von ein paar T-Shirts aus Fernost handelt, sondern mit größter Wahrscheinlichkeit um knallharte Industrieverträge, welche von Juristen großer Automobilkonzerne verhandelt wurden, dürften die Verpflichtungen wohl kaum Peanuts sein.

    Gleichgültig, ob die beiden deutschen Automobilproduzenten ausser Grohmann keinen weiteren Lieferanten in petto haben (was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann), ist es durchaus nachvollziehbar, dass diese schon allein aus strategischen Gründen auf Vertragserfüllung bestehen. Damit würden nämlich die Fertigungskapazitäten von Grohmann für TESLA eingeschränkt und somit die pünktliche Lieferung des Model 3 gefährdet.

    Inwieweit es aufgrund der Verträge zulässig ist, die Auftragsfertigung an andere Lieferanten zu verkaufen, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis. Eine schnelle und einfache Nummer wird das Ganze jedenfalls sicherlich nicht!

  • Longcheck

    Es ist immer eine Frage der Wahrnehmung. Ich stelle mir seit Jahren meine persönliche Situation als eine Art umgekehrte Pyramide mit einzelnen Plattformen der Lebensstandards vor. Von jeder Plattform ist es schwierig nach unten zu schauen, die Situation DORT noch wahr zu nehmen.

    Ein Beispiel dafür ist dieses… – die einen hier in D und die anderen in Mexiko:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/elektroautohersteller-tesla-sucht-ingenieure-wohl-ausgerechnet-in-mexiko-15004018.html

    • ThomasJ

      Und EM macht sein Ding. Egal ob da jetzt die IGM in Deutschland ist oder der Trump in den USA.
      Wie sagt der Nike Slogan so schön: JUST DO IT

  • Nic Megert

    Als die Grohmann Übernahme von Tesla komuniziert wurde, sagte Musk das Grohmann keine Verträge mehr velängere und das Grohmann in Zukunft nur noch für Tesla arbeiten werde. Was soviel bedeutet, das nur noch währen der laufenden Verträge für fremde Firmen gearbeitet wird. Es ist unwahrscheinlich das die Verträge nicht eingehalten werden da dies mit Sicherheit extrem hohe Konventionalstrafen bedeuten würde!