Tesla: Importe in China im 1. Quartal 2017 im Vorjahresvergleich um 350% gestiegen

Tesla hat im 1. Quartal 2017 einen neuen Rekord aufgestellt und 4.799 Model S und Model X nach China importiert, das berichtet das Wirtschaftsmagazin Fortune und beruft sich dabei auf Daten des Forschungsunternehmens JL Warren Capital. Damit hat Tesla 350 Prozent mehr Fahrzeuge nach China verschifft, als noch im 1. Quartal 2016.

Tesla könnte bei gleichbleibendem Erfolg die Importe des vergangenen Jahres nach China verdoppeln. Da Tesla jedoch zum Ende des Jahres bisher immer höhere Absätze in China verbuchte, könnten die Verkäufe sogar mehr als verdoppelt werden, zeigen Auswertungen von JL Warren Capital – und das trotz 50 Prozent höherer Preise bedingt durch Zölle und Steuern.

Der kalifornische Autohersteller hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von eine Milliarde US-Dollar in China erwirtschaftet, was immerhin 15 Prozent des Jahresumsatzes entsprach. Dieses Jahr könnten es zwei Milliarden US-Dollar Umsatz aus China werden, wobei auch der Gesamtumsatz von Tesla auf 11,5 Milliarden US-Dollar prognostiziert wird.

Zwar handelt es sich bei den veröffentlichten Zahlen nicht um Absatzzahlen, sondern um importierte Fahrzeuge, Tesla verkauft in China jedoch etwa so viele Fahrzeuge, wie es importiert. Es gibt beinahe gar keinen Lagerbestand in Land. Chinesische Kunden konfigurieren und bestellen ihr Fahrzeug, welches in Kalifornien gefertigt und vier Monate später in China übergeben wird.

Sollte Tesla zukünftig mit einem chinesischen Unternehmen ein Joint-Venture in China wagen und die Fahrzeuge vor Ort produzieren, dann könnte man 25 Prozent Zollgebühren und 17 Prozent Mehrwertsteuer vermeiden, und wäre gleichzeitig für Subventionsprogramme berechtigt, die bei einigen chinesischen Elektrofahrzeugen bis zu 35 Prozent der Kosten subventionieren. Das Subventionsprogramm soll jedoch bis 2020 auslaufen.

Obwohl immer wieder Gerüchte aufkamen, dass Tesla sich mit potenziellen chinesischen Partnern treffen würde, haben die Kalifornier dies selbst immer abgestritten. Erst letzte Woche haben wir jedoch berichtet, dass Elon Musk sich überraschend mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Wang Yang in Peking getroffen hat, wobei der Grund des Treffens ungeklärt blieb.

  • Nelkenduft / AHF

    China ist und bleibt Leitmarkt sowie Leitanbieter, weil man dort die Zeichen der Zeit erkannt hat.
    Nicht nur sind dort Menschenleben in den Städten mehr wert als Quartalszahlen, was bei uns nicht der Fall ist, nein, man möchte auch die vorhandene Chance nutzen technologisch an Europa vorbei zu ziehen. Auch das wird gelingen, wenn man sich anschaut wie inkompetent unsere Politiker und die Automanager agieren, statt an einem zukunftsorientierten Strang zu ziehen.

    Wenn man jetzt noch eins und eins zusammen zählt und sieht, dass Elon Musk als erster Automanager persönlich mit dem chinesischen Vize reden durfe, dann kann man bald einen Zähler einrichten, der die Arbeitslosenzahlen in Deutschland ab 2020 anzeigt.