Tesla kümmert sich um Reparaturprobleme, 300 weitere lizenzierte Body Shops sollen kommen

Wir hatten letzte Woche über einen Fall berichtet, bei dem ein Tesla-Kunde nach einem Unfall sein Fahrzeug beinahe acht Monate bei einem lizenzierten Body Shop in der Reparatur hatte, da Tesla angeblich mit der Teilebeschaffung nicht nach kam. Auch weitere Fälle mit monatelanger Reparaturzeit wurden bekannt, sodass die Kritik an Teslas Organisation wuchs.

Nun meldete sich Teslas Verantwortlicher für den weltweiten Absatz, John McNeill, im Onlineforum Tesla Motors Club zu Wort und gab an, sich um die Probleme kümmern zu wollen. Zunächst erklärte er jedoch, dass im besagten Fall, bei dem ein Kunde acht Monate auf die Reparatur warten musste, nicht Tesla schuld war, sondern der Body Shop:

Der Body Shop hat im besagten Fall in den ersten drei Monaten keine Reparaturarbeiten durchgeführt und dann mehr als 90 Ersatzteile bestellt und insgesamt über sieben Monate gebraucht, um das Fahrzeug zu reparieren. Nichts davon ist ein Indikator für Kompetenz. Obendrein haben sie deren schlechte Leistung auf Tesla geschoben. Wir wissen durch Beschwerden, dass die Erfahrungen mit den Body Shops sich deutlich verbessern müssen – und das schnell.

Tesla erklärt weiter, dass man die Teilebeschaffung mittlerweile verbessert habe und so den Rückstand um 80 Prozent reduzieren konnte. Trotz dieser Verbesserung mussten Kunden Wochen oder gar Monate warten, bis ihre Fahrzeuge repariert wurden. Dabei beschuldigten die Body Shops die langen Lieferzeiten bei Tesla, obwohl diese die Ersatzteile nicht einmal bestellt hatten.

Um dieses Problem zu umgehen, wird Tesla nun eigene Mitarbeiter dafür einsetzen, damit diese sich persönlich um den Reparaturauftrag kümmern, auch wenn die Fahrzeuge bei lizenzierten Body Shops von Drittanbietern abgeliefert wurden. Zusätzlich will man in den nächsten Wochen 300 weitere Body Shops lizenzieren und solche mit schlechter Leistung aussortieren.

„Tesla-Kunden werden den Service erhalten, den sie von uns erwarten – Punkt“, schrieb McNeill abschließend in seiner Stellungnahme. Wenn man etwaige Probleme mit einem Body Shop haben sollte, so solle man ihn direkt im Onlineforum anschreiben, sodass sich ein Mitarbeiter bei Tesla darum kümmern könne. Hoffentlich war es das mit den langen Reparaturzeiten.

  • Nelkenduft / AHF

    Gute Reaktion, die hoffentlich etwas bringen wird.
    Von deutschen Premiumherstellern bin ich da aus der Vergangenheit eher Gegenteiliges gewohnt, da werden Probleme ignoriert und wegdiskutiert.

    • powerlts

      aber ein total verbeultes Heck wegzudiskutieren würde sich kein Hersteller trauen.

  • Solange sie nicht mal 12V Batterien am Lager haben und wochenlange Wartezeiten haben, glaube ich erst an eine Verbesserung, wenn ich Taten sehe.

    • PV-Berlin

      Mach mal ein Foto deiner 12 V Batterie und dazu die Daten und Maße. beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, das Tesla für die paar EH sich eine eigene Batterie hat bauen lassen. Es gibt spezialisierte Handelsbetriebe, wo ich sogar Exoten bekomme, die in Reinigungsmaschinen passen, die ich ‚illegal‘ aus Japan Import habe.

  • Melone

    Der Ersatzteilengpass ist ja ein ziemlich akutes Problem. Es ist zwar lobenswert, die Anzahl lizenzierter Werkstätten auszubauen, aber das Lizensieren und Schulen benötigt seine Zeit und die tatsächlichen Probleme scheinen ja an anderer Stelle zu liegen. Außerdem halte ich es für etwas vorgeschoben, für diesen einen konkreten Fall die Werkstatt verantwortlich zu machen und im gleichen Zug implizit den Werkstätten den schwarzen Peter zuzuspielen. Die Erfahrungen, die im entsprechenden Thread geschildert werden, lassen jedenfalls auf organisatorische Probleme seitens Tesla schließen. Und da sollte schnellstmöglich angesetzt werden. Tesla ist eben allmählich doch kein Kleinserienhersteller mehr, der sich solche Aussetzer noch leisten kann, und die Kundenerwartungen werden entsprechend höher.
    Interessant finde ich die hohen Reparaturkosten, die sich wohl auch in stark steigenden Versicherungsbeiträgen bemerkbar machen sollen. Hat damit schon jemand Erfahrungen gemacht?

    • Vielleicht sollte sich Tesla nicht nur um die Neuproduktion kümmern, sondern auch im Ersatzteilbereich enorm zulegen. Saab zum Beispiel…. obwohl dieses Auto schon länger nicht mehr hergestellt wird, ist die Verfügbarkeit der Ersatzteile immer noch gewährleistet.

  • Gustl

    Wie sagte schon Goethes Faust:

    „Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

  • PV-Berlin

    Solange ich nicht fertig bin mit der Reparatur kann ich keine Rechnung schreiben und blockiert mir die Karre meinen wertvollen Platz.

    Mir ist das zu hoch! Ich brauche maximal 5 Tage für solche kleinen Unfälle inkl. Lack. Ob VW oder Tata, vollkommen egal.