Tesla lieferte 14.820 Fahrzeuge im 1. Quartal 2016 aus, Absatzziel für 2016 weiterhin möglich

Tesla hat gestern Abend die offiziellen Absatzzahlen für das 1. Quartal 2016 veröffentlicht. Demnach hat der kalifornische Autobauer weltweit 14.820 Fahrzeuge abgesetzt, davon 12.420 Model S und 2.400 Model X. Im Vergleich zum 1. Quartal 2015, wo man 10.030 Fahrzeuge auslieferte, wurde der Absatz damit um beinahe 50 Prozent gesteigert. Tesla plant weiterhin in 2016 insgesamt 80.000 bis 90.000 Fahrzeuge abzusetzen.

Wie es weiter im Bericht heißt, entsprach der Absatz im ersten Quartal aufgrund von Lieferengpässen der Zulieferer nicht den Erwartungen. Zwischen Januar und Februar gab es einen Engpass bei den Zulieferern der Fahrzeugteile für das Model X, wodurch weniger Fahrzeuge abgesetzt werden konnten als möglich wäre. Als die Engpässe beseitigt waren, stieg laut Tesla die Produktionsrate und damit auch der Absatz drastisch an. In der letzten Märzwoche ist die Produktion auf 750 Model X pro Woche angestiegen. Viele dieser Fahrzeuge wurden jedoch zu spät produziert, um noch im 1. Quartal an ihre Besitzer übergeben zu werden.

Laut Tesla sei einer der Gründe für dieses Problem die eigene Selbstüberschätzung mit dem Model X, zumindest in seiner 1. Version. Auch das Potenzial der Zulieferer wurde mangelhaft geprüft. Zudem verfügt Tesla nicht über die Ressourcen, um die einzelnen Teile selbst zu fertigen. Die Fahrzeugteile, um die es dabei geht, sind lediglich ein halbes Duzend von insgesamt über 8.000 Einzelteile im Model X. Dennoch: Wenn auch nur ein Teil fehlt, kann das Fahrzeug nicht ausgeliefert werden. Tesla wird für die Produktion des Model 3 die drei genannten Probleme angehen und eine bessere Lösung ausfindig machen.

Da die Neubestellungen im 1. Quartal um 45 Prozent höher lagen als noch im vergangenen Jahr und die Produktion mittlerweile reibungslos verläuft, glaubt Tesla trotz anfänglicher Produktionsprobleme das Jahresziel von 80.000 bis 90.000 Fahrzeugen zu schaffen. Solche Angaben macht Tesla normalerweise nicht wenn es die Absatzzahlen veröffentlicht. Dieses Mal wird es jedoch ausnahmsweise so gehandhabt, da es zu unerwarteten Problemen im letzten Quartal kam. Zukünftig wird man weiterhin nur im Quartalsbericht solche Aussagen vorfinden.

  • jörg Agatz

    letztes Jahr, haben Sie 50.000 Autos Verkauft, wenn sie nun jedes Quatal um 50% mehr verkaufen als im Vorjahres Vergleichsquartal ist das doch ohne Probleme machbar?! oder?

    das wären dann schon 75.000, die 5k schaffen sie auch noch

    Warum sind die Leute so enttäuscht?

    • Dieselstinker

      Es ist absolut lächerlich mit nicht einmal 1200 Autos im Rückstand (vielleicht nur wenige Tage) bei der Auslieferung zu sein, wenn man auf der anderen Seite innerhalb einer Woche mehr als 300 000 Reservierungen schafft.
      DS

    • Michael

      Die Anleger sind nicht wegen der 1200 zu wenig enttäuscht (was in der Tat lächerlich ist). Sie sind enttäuscht weil Tesla da weiter macht wo sie aufgehört haben: „overpromise & underdeliver“. Und das bei Verkaufszahlen schon zum 7. mal in Folge (Quartale).
      Und: in Q1/2016 wurden weniger verkauft als in Q4/2015. Und das Model S hat „nur“ eine Steigerung von 29% gegenüber dem Vorjahr, das Wachstum schwächt sich also ab.

      Aber das wäre immer noch alles kein Problem, wenn das Unternehmen nur 3 Mrd. $ Wert wäre (am durchschnitt der Industrie). Aber leider ist es 30 Mrd. Wert und der Preis lässt sich mit solchen Zahlen einfach nicht gerechtfertigen.

  • Tapaskoch

    Mir kommt das manchmal so vor, als ob die Analysten noch nie in einem Industrieunternehmen gearbeitet hätten – da kann auch beim besten Management was schief gehen – und ich würde mich freuen, wenn manche Analysten mit Ihren Kursprognosen mit einem Zeithorizont von 8 Wochen NUR 7% daneben liegen würden.

  • Dr.M.

    Wer halt unbedingt etwas zu meckern sucht, der findet auch garantiert etwas. Dafür produziert Tesla nicht auf Halde, da sind alle produzierten Autos auch verkauft.
    Klar, das Model X hat Tesla viel zu viel Zeit und Geld gekostet, aber es ist technisch schon eine tolle Sache (auch wenn ich mir das Gerät auch bei entsprechendem Geldbeutel nicht kaufen würde).
    Und meckern ist immer einfacher als selbst machen…..

  • Stefan

    Ach heute sind doch fast ALLE Werte runter, ich denk nicht, dass der Kursrückgang an enttäuschten Anlegern liegt.
    BMW -3%
    VW -3%
    GM -1%
    Ford -1,5%
    Toyota – 2%

    Im Vergleich zu dem enormen Kuranstieg in den letzten Wochen ist das nur ne leichte Korrektur

  • Thorsten

    Das Model X ist mit Sicherheit eine größer als gedachte Herausforderung für die Produktion. Das Model 3 wird wohl weniger kompliziert und somit einfacher zu fertigen sein – es soll ja auch günstiger werden. Musk hat für dieses Jahr die Profitabilität angekündigt und wird sich daran messen lassen müssen. Wenn man aber betrachtet, was alles geleistet wurde, zB Gigafactory und globale Ladeinfrastruktur dann erschüttern die bisherigen Verluste auch nicht. @Michael hat natürlich Recht damit, dass das Unternehmen an der Börse 30 Mrd. wert ist und man dementsprechende Umsätze generieren muss, aber auch hier muss man daran denken, dass das Investitionsvolumen wahnsinnig hoch ist und man mit der Gigaactory und der Ladeinfrastruktur Werte (fixed assets) schafft.
    Klar, wir deutsche sind Produktionskünstler und Perfektionisten. Wenn das Model 3 der neue VW Käfer wäre, dann bräuchten wir uns keine Sorgen machen und in Wolfsburg würden tausende pro Tag produziert. Tesla muss diesen Lernprozess durchschreiten und wachsen. Und das alles sehr schnell.

    • klaus

      Die Ladeinfrastruktur ist im Grunde Kleingeld steht gerade mal mit 166 Mio $ in der Bilanz .
      Das könnten die großen Autokonzerne aus der Portokasse finanzieren, wen sie das wolten und Modell auf dem Markt hätten für die man Schnellader braucht

      Michael hat aber recht , Musk dürfte das auch schon im Februar schon gewusst haben, da die
      Probleme mit dem Hochfahren der Produktion mit dem Model X zum Zeitpunkt der Bilanzkonferenz schon bekannt waren,und im Grund absehbar das die Prognose nicht erreicht werden kann.Da der Aktienkurs vor der Konferenz massiv eingebrochen , wäre eine realistische Prognose mit einem Absatzrückgang um 2500 gegenüber dem 4. Quartal trotz anfahren der Produktion von Model X wohl nicht so gut angekommen wäre. Die Zahlen waren in der Bilanz warten ja auch eigentlich eine mittlere Katastrophe., Umsatz deutlich unter den Erwartung auch nur halb so stark gestiegen wie die schon vorher veröffentlichten Zahlen zum Fahrzeug Absatz und der Verlust auch noch mal deutlich gestiegen. Aber wieder mal ist Musk das Kunststück gelungen , das zu überspielen mit einer schönen Zukunftsprognosen für 2016 und im 4 Quartal schwarze Zahlen zu versprechen , seinen Fans zu begeistern und die Börsre zum drehen zu bringen.Im Grund zeichnet sich auch schon ab ,das die nächste Quartalsbilanz auch wieder tief in den roten Zahlen sein wird und die versprochen Trendwende 2016 nicht in Sicht ist

  • Grünspanpolierer

    Vielleicht sollte man sich mal vergegenwärtigen in welchem Zustand die Model X z.T. ausgeliefert wurden. Im TMC gibt es einige Beispiele, z.B.:
    https://teslamotorsclub.com/tmc/threads/delivery-feedback-and-pics-for-sc-after-a-week.66580/

    Ein paar Auslieferungen weniger und man hätte weniger Nacharbeiten zu leisten?

    • Sascha

      Danke für den Link! Es ist gut zusehen das Tesla immer noch an einigen Probleme arbeitet die sie früher schon hatten.
      Ich arbeite für die deutsche Automobilindustrie und hatte damals die Chance recht zeitig in einem Model S nach Release zu sitzen. Bei dem Model S war es nicht ganz so schlimm, aber der erste Eindruck was damals die Verarbeitung (und nur da rum geht es hier) angeht war schlichtweg miserabel. Plastik hat aneinander geschubbert, Tasten geknischt, Spaltmaße waren mal größer mal kleiner.

      Ich hoffe das dies mit dem Model 3 nicht passiert, denn wenn dies die Runde macht, könnten doch viele Enthusiasten die vllt noch nichts im einem Tesla zu tun haben, schwer enttäuscht sein. Gerade wenn man wie der Besitzer des Sig Model X von BMW oder Audi kommt.

      VG

  • Michael

    @Michael Dafür sind die Bestellungen des Model S um 45% gestiegen. Heißt Tesla hat mal wieder ein Produktionsproblem und kein Nachfrageproblem. Das ist wichtig.

  • Frank Wiesenfelder

    Ich wollte einfach nochmal an die 700 Milliarden Tesla Unternehmenswert bis 2025 erinnern, weil viele heute die Quartalszahlen so schlecht reden … Elon Musk hatte damals folgendes Zitat abgegeben:

    “Ich betone, dass dies nur verschiedene Annahmen sind“, warnte Musk und stellte damit klar, dass sein Kommentar, den er gleich machen würde, nicht als offizieller Ausblick durch das Unternehmen zu verstehen ist. „Ich sage nicht, dass diese wahr sind oder eintreten werden, aber ich persönlich wette, dass sie so eintreten werden. Es ist daher nur meine persönliche Meinung.“

    Nachdem er diese Warnung hervorgebracht hatte, machte er vielleicht eine der kühnsten Behauptungen, die er je für Tesla geäußert hatte.

    „Wenn man den Umsatz dieses Jahres nimmt, ungefähr sechs Milliarden, und wenn wir in der Lage sind, jedes Jahr 30% zu wachsen und das zehn Jahre lang und zehn Prozent zu unseren Ertragszahlen hinzufügen, dann wäre bei einem KGV von 20 die Marktkapitalisierung genauso hoch, wie die von Apple heute“, sagte Musk.

    http://teslamag.de/news/boersenwert-tesla-motors-jahren-apple-2437

  • Thomas

    Weiß jemand was aktuelles von der angekündigten Preiserhöhung bzw Währungsangleichung, zum Aprill für das Model S bzw. X.
    Ist im Trubel um das Mod 3 anscheinend untergegangen, oder wegen hohen Bestellungen des Mod. 3 und den dadurch hohen Kapitalgewinn nicht mehr nötig????