Tesla Motors kündigt Firmware 6.2 an

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Elon Musk hatte vor wenigen Tagen höchstpersönlich versprochen, mit der Reichweitenangst beim Model S ein für alle Mal Schluss zu machen. Daraufhin wurde in weltweit spekuliert, was der Tesla-CEO denn nun genau damit meinte. Zwar erwähnte dieser, dass es mittels Over-the-Air-Update geschehe, doch was genau verbessert werden soll, blieb weiterhin unklar.

Nun ist die Katze aus dem Sack, denn Tesla Motors veröffentlichte alle Informationen zum Softwareupdate auf die Firmware 6.2, welche zukünftig ausgerollt werden soll. Dabei wird vor allem das Navigatonssystem ein wichtiges Update bekommen, sodass man sich auf Reisen keine Sorgen um die Reichweite machen muss. Auch neue Sicherheitsmaßnahmen werden integriert.

Das umfassendste Update betrifft aber, wie bereits erwähnt, das Navigationssystem. Mit dem neuen Update seien längere Strecken nun „idiotensicher“ zu erreichen. Das Navigationssystem navigiert den Fahrer nun automatisch zum nächsten Supercharger-Standort. Dabei haben laut Tesla 90 Prozent der US-Population innerhalb 175 Meilen einen Supercharger.

Wenn man die Destination Charger – also beispielsweise die Ladegeräte, die an Hotels und Restaurants an Wänden montiert sind – dazuzählt, so sind sogar 96 Prozent der US-Bevölkerung mit passenden Ladegeräten versorgt. Dies sorgt bei längeren Reisen für eine ausreichende Sicherheit, insbesondere mit der Firmware 6.2, in der Ladepausen mit einberechnet werden.

Gibt man in dem Navigationssystem sein Zielort ein, so wird man automatisch an einem Supercharger geführt, wenn denn bis zum Reiseziel der Ladestatus nicht ausreichen sollte. Es wird von Beginn an eine Route gewählt, die sowohl die Fahrtdauer als auch die Ladezeit minimiert. Somit wird es den Fahrern ermöglicht, längere Reisen ohne Reichweitenängste zu vollführen.

Falls ein Halt an einem Supercharger nötig sein sollte, wird man über die Tesla-App darüber informiert, wenn das Fahrzeug genug Energie aufgenommen hat, um die Reise fortzuführen. Jedes Mal wird dabei berechnet, wie lange die Ladezeit am Supercharger-Standort dauert, bis die Reise fortgeführt werden kann. Dies ist auch bei mehreren Ladepunkten der Fall.

Doch neben der beschriebenen Funktion, welche sich „Trip Planer“ nennt, sollte es auch im Alltag keine Sorgen mehr um begrenzte Reichweite geben. Die Funktion „Range Assurance“ sorgt nämlich dafür, dass man bei einem nahezu leerem Akku, zum nächstmöglichen Ladepunkt geführt wird. Dafür wird der Fahrer und die aktuelle Strecke durchweg überwacht.

Hat der Fahrer also nur noch eine geringe Reichweite verfügbar, wird ihm über das Navigationsmenü der nächste Supercharger oder eine andere Ladesäule empfohlen, die man mit der noch verfügbaren Distanz anfahren kann. Die muss der Fahrer nur noch auswählen und wird anschließen direkt dorthin navigiert. Die verfügbare Reichweite am Ladepunkt wird ebenfalls im Voraus berechnet.

Neben diesen neuen Funktionen, die vor allem der Reichweitenangst den Garaus machen sollen, gibt es auch neue Funktionen im Bereich der Fahrassistenz. Ab der Firmware 6.2 wird die automatische Notbremse eingeführt, welche bei einem unvermeidbaren Frontaufprall entsprechend automatisch getätigt wird. Dies soll vor allem die Kraft des Aufpralls reduzieren.

Sollte der Fahrer jedoch dann das Gas- oder Bremspedal selbstständig betätigen, wird die automatische Notbremse nicht ausgeführt. Ebenso gilt dies, wenn der Fahrer das Lenkrad scharf nach links oder nach rechts dreht. Auch der Totwinkelassistent wird mit der Firmware 6.2 verfügbar sein, welcher – wie der Name schon sagt – bei eventuellem Spurwechsel warnen soll.

Fährt der Fahrer zwischen 30 km/h und 140 km/h und der Assistent erkennt ein Fahrzeug im toten Winkel, erscheint ein weißer Bogen auf der Instrumententafel in der Nähe der Geschwindigkeitsanzeige. Erscheint eine Kollision als Wahrscheinlich, sieht der Fahrer zwei rote Bögen auf der Instrumententafel, hört einen Ton und auch das Lenkrad fängt an zu vibrieren.

Zu guter Letzt wird mit der Firmware 6.2 noch der sogenannte „Valet Mode“ eingeführt, welcher es dem Besitzer des Model S erlaubt, über das Infotainmentsystem, bequem und diskret die Performance des Model S zu regulieren. So kann man beispielsweise eine Geschwindigkeitsgrenze einführen oder das Handschuhfach und den vorderen Frachtraum absperren.

Nachtrag: Tesla Motors hat den Blog-Eintrag noch einmal bearbeitet und weitere Informationen zur Firmware 6.2 preisgegeben. So wird ein neuer Audio Codec eingespielt, welcher bei allen Model S, insbesondere jedoch bei denen mit dem Standard Audiosystem, die Klangqualität erhöhen soll. Auch gibt es Verbesserungen beim Radioempfang sowie dem Tempomat.