Tesla Motors: Laut Analysten weitaus mehr als nur ein Elektrofahrzeug-Hersteller

Tesla-Motors-Hauptsitz-Palo-Alto

„Wir glauben, dass die Tage, an denen Tesla lediglich als ein Autokonzern bekannt war, längst gezählt sind“, hieß es von Analysten der Investmentbank Morgan Stanley. Bereits mehrere Male wurde in der Fachpresse erwähnt, wie das Unternehmen von Elon Musk die Autoindustrie durchmischt und sich seinen Weg in dem Marktsegment für Luxuskarossen bahnt. Die wahren Auswirkungen von Tesla Motors könnten jedoch viel weiter als bis zur Autoindustrie reichen. Die Zukunft, worauf Tesla Motors aktuell baut, ist die Produktion eigener Batterien.

Nächste Woche möchte das Unternehmen erste Pläne für ihre sogenannte „Giga-Factory“ enthüllen, in der Lithium-Ionen-Akkus für die eigene Fahrzeugreihe gefertigt werden sollen. Laut Angaben soll dies die größte Akku-Fabrik der Welt werden und damit die Produktion der eigenen Fahrzeuge beschleunigen. Den Strom dafür bekommt die Fabrik aus erneuerbaren Energien wie beispielsweise aus Windkraft- und Solaranlagen. Darüber hinaus soll es die Möglichkeit geben, alte Akkus zu recyceln.

Tesla Motors erwartet viel von dem Bau einer solchen Akku-Fabrik. Als erstes dient es einer schnelleren Produktion und könnte damit die Verkäufe ankurbeln. Weiterhin sollen dadurch hohe Kostensenkungen möglich sein, die es dem Unternehmen ermöglichen, ein erschwingliches Elektrofahrzeug für den Massenmarkt innerhalb der nächsten drei Jahre zu produzieren, erklärte Musk. Die Batterien sind nämlich das einzige Hindernis für Tesla Motors, die aktuelle Nachfrage vollkommen zu befriedigen und die wirklich guten Verkaufszahlen noch weiter zu erhöhen (siehe Grafik).

tesla-motors-quarterly-earnings-sales-profit_chartbuilder1

Als ob das nicht ausreicht, könnte eine solche Produktion von Lithium-Ionen-Akkus weitere Märkte als nur den Automobilmarkt für Tesla Motors offenlegen. Es passiert sogar tatsächlich bereits heute: So speichern die Batterien des Unternehmens aktuell Strom, welcher von Solaranlagen auf den Dächern von Kalifornien generiert wird. Und dies ist nur ein Beispiel.

Andrea James, Analystin bei Dougherty & Company, nannte als Verwendungsmöglichkeiten darüber hinaus noch die Nutzung solcher Batterien für Straßennetze, Militäreinsätze und für unbemannte Flugobjekte. „Aus unserer Sicht, war Tesla bereits von Beginn an hauptsächlich in der Zellproduktion tätig“, erklärte die Analystin.

Adam Jonas von Morgan Stanley holte weiter aus: „Wir werden Zeugen, von einem der größten Störfaktoren in der Produktion, Innovation und Kapital in der Autoindustrie seit über einem Jahrhundert“, schwärmte der Analyst. „Tesla befindet sich in einer Situation die Industrie weitaus mehr zu verändern, als lediglich im Bereich des traditionellen Autobaus. Es ist nicht nur ein Auto.“