Tesla Motors veröffentlicht Quartalsbericht für das Q4 2014

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Tesla Motors veröffentlichte gestern den Quartalsbericht für das vierte Quartal des letzten Jahres, in dem es neben der wirtschaftlichen Auswertung des letzten Quartals auch um die zukünftigen Pläne für dieses Jahr geht. Es heißt, der Umsatz sei von 2012 bis 2014 um 800 Prozent angestiegen, beziehungsweise um 700 Prozent nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der US.

In 2014 wurde die Anzahl der Stores und Service Center um 40 Prozent erhöht, das Supercharger-Netzwerk um gar 400 Prozent. Zum Start in das Jahr 2015 ist man mit 10.000 Bestellungen des Model S und beinahe 20.000 Reservierungen des Model X angetreten. Im letzten Quartal wurden 11.627 Fahrzeuge gefertigt, wovon circa 1.400 Fahrzeuge im jetzigen Quartal ausgeliefert werden.

Dies liegt daran, dass einige Kunden im Urlaub waren oder das Wetter nicht mitgespielt hat und es somit auch zu Lieferverzögerungen kam. Dennoch hat man somit das Produktionsziel von 35.000 Fahrzeugen in 2014 erreicht. Trotz des starken Dollars erwartet man einen Rohertrag pro Fahrzeug von 26 bis 28 Prozent im ersten Quartal, je nach Kursentwicklung.

Mit der Einführung des Tesla Model S P85D hat man zwar einen Anstieg bei den Bestellungen festgestellt, jedoch konnten noch nicht viele Interessenten dieses Modell testen. Im ersten Quartal 2015 möchte man Testfahrten mit dem Topmodell weltweit anbieten und erwartet dadurch einen noch höhere Nachfrage. Auch neue Autopilot-Funktionen sollen in Q1 und Q2 vorgestellt werden.

Tesla Motors möchte in den bereits eingetretenen Märkten die eigene Präsenz weiter erhöhen, bevor man überhaupt versucht neue Märkte zu erschließen. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten mit dem chinesischen Markt, ist man sich dem gegebenen Potenzial bewusst und glaubt daran, dass man potenzielle Kunden zukünftig besser ansprechen wird.

Zuletzt wurden dafür die Executive-Rücksitze präsentiert, aber auch eine kostenlose Installation von Ladesäulen an den Häusern der chinesischen Kunden soll für Aufschwung sorgen. Zusätzlich dazu heißt es im Quartalsbericht, dass man über ein Softwareupdate nun Turn-by-Turn-Navigation für den chinesischen Markt anbietet, welche das erforderliche Abbiegen frühzeitig anzeigt.

Im letzten Quartal 2014 wurden weltweit 125 Supercharger-Ladestationen installiert, wodurch man aktuell auf eine Gesamtzahl von 380 Supercharger-Stationen kommt. Auch Hotels und weitere Anlagen mit hohem Besucheraufkommen installierten Wandanschlüsse, sodass man nun bei 900 Standorten auf 1.600 solcher Hochleistungs-Wandanschlüsse kommt.

Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres sollen die Hochleistungs-Wandanschlüsse auch in Europa installiert werden. Daneben verläuft die Entwicklung mit dem Model X planmäßig, sodass die ersten Auslieferungen im 3. Quartal erfolgen sollten. Über 30 Beta-Fahrzeuge wurden gebaut und werden aktuell verschiedenen Tests unterzogen, zuletzt filmte man eines auf einem Testgelände.

Die kürzlich durchgeführten Crash-Tests des Model X lassen darauf schließen, dass man hierbei ähnlich gute Ergebnisse erzielen wird, wie bei dem Model S. Im März will man einige Model X anfertigen, die dem Endprodukt sehr nahe kommen werden. Da sich Model S und Model X die Antriebseinheit teilen, konnte man hierbei einige Risiken in der Produktion minimieren.

Neben der Einführung des Model X möchte man auch die Kapazität in einigen Werken ausbauen. In Lathrop, Kalifornien, möchte man beispielsweise eine neuartige und hoch automatisierte Maschinerie installieren, die für die Herstellerung verschiedener Aluminiumkomponenten zuständig ist, welche sowohl im Model S als auch im Model X Verwendung finden.

Die Produktion für die Antriebseinheiten wird ebenfalls hochgefahren, da man nun für beide Modelle gleichzeitig produzieren muss. Im Spätsommer möchte man mit der Produktion der Karosserie des Model X beginnen, welche in einer neu eingerichteten, automatisierten Fertigung parallel zur Fertigung der Karosserie des Model S laufen wird.

Kurz darauf wird man beide Modelle in der Lackierfabrik in Fremont lackieren, welche mit neuen Robotern ausgestattet wurde. Sollten die Ziele wie angenommen erfüllt werden, dürfte die neue Lackierfabrik neue Standards im Bereich der Qualität, Effizienz und des Umwelteinflusses setzen. Außerdem wird man auch das zukünftige Model 3 dort lackieren können.

Bis zum Ende des Jahres möchte man mit solchen und weiteren Investitionen die Fertigungskapazität auf 2.000 Fahrzeuge pro Woche anheben. Währenddessen schreiten die Arbeiten an der Gigafactory gut voran. Erste Ausrüstungen sollen zum Ende des Jahres installiert werden, während man die ersten Batterien in Zusammenarbeit mit Panasonic in 2016 herstellen will.

Im vierten Quartal 2014 erwirtschaftete Tesla Motors einen Erlös von 1,1 Milliarden US-Dollar und damit 44 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 42 Millionen US-Dollar wurden durch den Verkauf von Antriebseinheiten an Daimler realisiert, weitere 86 Millionen US-Dollar durch bestimmte behördliche Förderungen, darunter 66 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten.

Im gesamten letzten Jahr waren 55 Prozent der ausgelieferten Model S für den nordamerikanischen Markt bestimmt. Obwohl die Bestellungen aus Nordamerika stetig anstiegen, war die Höhe der Auslieferungen oftmals konstant, da man auch die neu erschlossenen Märkte beliefern musste. Der Markt in Asien-Pazifik machte 15 Prozent der Verkäufe des letzten Jahres aus.

Die restlichen 30 Prozent aller ausgelieferter Model S kamen nach Europa, wo die Zahl der Auslieferung im Gegensatz zum Vorjahr verdoppelt werden konnte. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg zwar etwas an, jedoch durch den starken US-Dollar und den Verkauf überholter Vorführwagen ohne Autopilot-Funktionen, nicht ganz so sehr wie erwartet.

Der Rohertrag pro Fahrzeug belief sich im vierten Quartal 2014 auf 26,7 Prozent beziehungsweise ohne den Verkauf der CO2-Zertifikate auf 22 Prozent. Die Aufwendungen für operative Tätigkeiten erhöhten sich um 15 Prozent auf 297 Millionen US-Dollar. Insgesamt erzielte man einen Verlust von 16 Millionen US-Dollar oder 108 Millionen US-Dollar nach Rechnungslegungsgrundsätzen der US.

Für das Jahr 2015 erhofft sich Tesla Motors 55.000 Fahrzeuge, also Model S und Model X, auszuliefern. Dies würde einen Anstieg um mehr als 70 Prozent der aktuellen Verkäufe entsprechen. Circa 40 prozent dieser Auslieferungen sollen noch im ersten halben Jahr stattfinden. Im ersten Quartal sollen circa 10.000 Fahrzeuge produziert werden.

Dies liegt daran, dass dieses ein kürzeres Quartal als das letzte ist und die Arbeiten für circa eine Woche stillgelegt und die neuen Maschinen implementiert werden.Von den 10.000 produzierten Fahrzeugen sollen 9.500 noch im gleichen Quartal ausgeliefert werden, wobei man hier auch die Liefermenge für Europa und Asien erhöhen will, um diese Märkte besser zu bedienen.

Für das erste Quartal 2015 erhofft man sich einen Rohertrag von 26 Prozent pro Fahrzeug, wobei dies auch vom Kurs der jeweiligen Währungen abhängig ist. So hat man in Ländern, wo der Wert zum US-Dollar stark gesunken ist, die Preise nur halb so hoch angehoben, wie der Wertunterschied. Der Preisanstieg wird sich dann bei den Neubestellungen in Q2 bemerkbar machen.

Bis zum Endes des Jahres möchte man den Rohertrag pro Model S auf 30 Prozent anheben, trotz aktueller Wechselkurse. Der Rohertrag für das Model X wird sich – üblicherweise – einige Quartale in Grenzen halten, bis die Produktionseffizienz gestiegen ist. Zukünftig soll dieser sich auf einem ähnlichem Niveau befinden, wie der des Model S.

Die Ausgaben für Investitionen und operative Tätigkeiten werden auch in 2015 ansteigen, jedoch nicht in einem solchen Maß wie in 2014. Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar wird man in den Ausbau der Produktionskapazität, der Entwicklung des Model X und dem Bau der Gigafactory tätigen. Auch soll es weitere Stores und Service Center geben.

Das Supercharger-Netzwerk soll dieses Jahr erneut um 50 Prozent ansteigen und auch erste Entwicklungen im Bezug auf das Model 3 werden in 2015 stattfinden. Ab dem aktuellen Quartal wird man zudem diejenigen Einnahmen und Ausgaben, die nicht durch die Produktion und den Verkauf von Fahrzeugen erzielt wurden, gesondert unter „Services and Other“ ausweisen.

  • KingArtus

    Die meisten Medien schreiben ja von Enttäuschen der Zahlen und der Anleger, ich finde jedoch das die Zahlen gar nicht mal so schlecht wirken. Ok, ich bin kein Anleger und habe andere Erwartungen, jedoch hat Musk offen zugegeben, das man bei Tesla nicht vor 2020 mit einem Plus rechne.

    Wenn man sich vor Augen hält, dass man über Hundert Supercharger gebaut hat, und einen Akkuchanger entwickelt, die Fabrik ausgebaut und ein Fahrzeug neu entwickelt, sowie eines weiterentwickelt hat. finde ich das die Zahlen eigentlich gut sind.
    Vielleicht ist der angestrebte Wert von 700 Milliarden ein wenig hoch gegriffen, jedoch nicht in gänze Utopisch.
    Zusammen mit der Akku Fabrik und dem angekündigten Haus Akku kann viel aus Tesla werden. Wichtig ist das die Verkaufszahlen sich weiterhin gut entwickeln und das Model X gut ankommt. Sowie die Entwicklung vom Model 3 voran geht.

  • Tesla-Fan

    Also alles im grünen Bereich für Tesla. 🙂

    Niemand sagt, daß die Analysten sich geirrt haben könnten und sie viel zu hohe Erwartungen hatten. Schuld ist am Ende immer die Firma… Scheiß Spiel, die Quartalsdenkerei.

    Ich würde in Teslas Situation auch keinen einzigen Cent Gewinn ausweisen, das wäre buchhalterisch ziemlich bescheuert in so einer Wachstums-phase… 😉

  • Dr.M.

    Über die Verluste von Tesla (zumindest die im Moment) würde ich mir auch keine grösseren Sorgen machen, das sind wirklich die Investitionen in die Entwicklung neuer Fahrzeuge, deren Fertigung, das Supercharger-Ladenetzwerk und die Gigafactory. Alles Dinge, die andere Autohersteller schon lange hinter sich haben und am Anfang sicher auch keinen Gewinn gemacht haben, nur ist das eben meistens schon über 100 Jahre her und deswegen wohl in Vergessenheit geraten.
    Diese neumodische Einstellung, dass sich ein Investment in drei Monaten schon auszahlen muss – tja, wenn das schon immer in der Geschichte der Industialisierung gegolten hätte, dann würden wir wohl noch heute mit Pferdekutschen herumfahren und bei Kerzenlicht lesen – auf Pergament aus Tierhäuten. Dann hätte niemand je einen Dieselmotor entwickelt oder Elektromotoren, Telekommunikation oder sonst etwas.
    Da verstehe ich die überall geäusserte „Enttäuschung“ der Investoren und vor allem die der sog. Analysten nicht, das war von Tesla so angekündigt und mit etwas gesundem Menschenverstand war das auch klar so. Was haben die denn erwartet?
    Aber meinetwegen sollen diese gutdotierten Herrschaften „enttäuscht“ sein. Elon Musk denkt eben (zum Glück) längerfristig – und wenn es Probleme gibt, dann wird ja auch durchgegriffen, siehe China. Und eine Rohmarge von um die 20% ist ja auch nicht schlecht.
    Eine andere Frage ist, ob sich die Situation bei Tesla langfristig (was Jahre sind, keine Quartale!) auch ändern wird, ob da also die Strategie stimmt, bzw. eher, ob diese schnell genug umgesetzt werden kann, Stichwort Verzögerung Model X und (vermutlich auch) Model 3. Aber das ist ein anderes Thema, hier bleibt festzuhalten, dass man eben als Tesla-Investor sicher einen langen Atem braucht. Aber das war von vorneherein klar, das konnte jeder sog. Analyst wissen und war immer so angekündigt – erst Image aufbauen, dann um Profite kümmern.
    Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden, auch nicht in drei Monaten.

    • Tesla-Fan

      Elon Musk sagt selbst dazu:
      „Empires aren’t built by people who look into the future in quarterly increments.“

      🙂 🙂 🙂