Tesla soll laut einem Bericht Arbeitsunfälle falsch dokumentiert haben, um Bilanz zu verbessern

Wie die Non-Profit Nachrichtenorganisation Reveal berichtet, soll Tesla Arbeitsunfälle in der Produktion in Fremont falsch dokumentiert haben, sodass im vergangenen Jahr eine geringere Verletzungsrate als der Branchendurchschnitt erreicht werden konnte. Noch im Jahr davor lag die Verletzungsrate höher als der Branchendurchschnitt, wofür Tesla kritisiert wurde.

Laut den Untersuchungen von Reveal, was für seinen investigativen Journalismus bereits mehrmals ausgezeichnet wurde, deutete vieles darauf hin, dass Tesla Arbeitsunfälle falsch gekennzeichnet habe. Für die Untersuchungen interviewte man mehr als drei Dutzend aktuelle und ehemalige Mitarbeiter und prüfte Hunderte von Seiten offizieller Dokumente.

Laut Gesetz muss das Unternehmen alle Verletzungen auf seinem Grundstück melden, die zu Arbeitsausfall, Leistungseinschränkungen oder medizinischer Behandlung außerhalb der Ersten Hilfe führen. Aber nach den Erkenntnissen von Reveal hat das Unternehmen solche Verletzungen häufig als „persönliche medizinische“ Fälle bezeichnet, so dass sie nicht gemeldet werden müssen. „Ich sah dort Verletzungen wie gebrochene Knochen und Schnittwunden, von denen sie sagten, sie seien nicht aufnehmbar“, sagte ein Sicherheitsprofi.

Ehemalige Manager behaupteten, sie hätten ihre Vorgesetzten auf eine Reihe von Sicherheitsproblemen hingewiesen. Viele von ihnen wurden jedoch entlassen. Für Fälle wie die Verwendung von mehr gelber Farbe oder das Aushängen von mehr Schildern, um Bereiche zu kennzeichnen, die zusätzliche Vorsicht erfordern, sagten die Vorgesetzten, dass Elon Musk diese Dinge nicht mochte. Dasselbe gilt für das Tragen von Sicherheitsschuhen.

Tesla: Wir glauben an Transparenz

Tesla hat mittlerweile eine Stellungnahme zu dem Bericht veröffentlicht.

Der Bericht deutet darauf hin, dass Tesla Verletzungen nicht genau verfolgt oder dass wir Verletzungen falsch beschriftet oder falsch gezählt haben, um unsere Bilanz besser aussehen zu lassen, als sie tatsächlich ist. Wir glauben an Transparenz und würden unsere Sicherheitsbilanz weder unseren Mitarbeitern noch der Öffentlichkeit gegenüber absichtlich falsch darstellen.

Weiter erklärte Tesla, dass die von Reveal präsentierten dokumentierten Verletzungen korrekt ausgezeichnet wurden und dass der Bericht „ein mangelndes Verständnis dafür, wie die Verletzungsberichterstattung funktioniert“ suggeriere. Zudem sollen Tesla-Mitarbeiter berichtet haben, dass sie sich von Reveal-Reportern belästigt fühlten und dass diese Reporter ignorierten, was ihnen von den derzeitigen Mitarbeitern gesagt wurde, mit denen Tesla sie zum Sprechen einlud.

„Das soll nicht heißen, dass es keine echten Probleme gibt, die bei Tesla behandelt werden müssen, oder dass wir mit keinem der 37.000 Mitarbeiter unseres Unternehmens Fehler gemacht haben“, sagt Tesla in seiner Antwort. „Es steht jedoch außer Frage, dass uns das Wohlergehen unserer Mitarbeiter sehr am Herzen liegt und wir unser Bestes geben, um das Richtige zu tun und weniger oft zu scheitern“.