Tesla veröffentlicht Quartalsbericht für das Q4 2017

Tesla hat gestern Abend den Quartalsbericht für das letzte Quartal des Jahres 2017 veröffentlicht. Anbei die wichtigsten Informationen in Stichpunkten:

  • Produktionsziel von 2.500 Model 3 pro Woche bis zum Ende des 1. Quartals 2018 immer noch angesetzt
  • 5.000 Model 3 pro Woche bis zum Ende des 2. Quartals
  • Sobald 5.000 Model 3 pro Woche erreicht sind, möchte Tesla die Kapazität langsam erhöhen, um auf 10.000 Model 3 pro Woche zu kommen
  • Trotz der Verzögerung blieb die Anzahl zusätzlicher Reservierungen für das Model 3 konstant
  • Ausstellungsfahrzeuge und positive Testberichte haben dazu geführt, dass die Reservierungen in den letzten Wochen sogar wieder gestiegen sind
  • Im 4. Quartal hat Tesla insgesamt 29.967 Fahrzeuge ausgeliefert (28.425 Model S & Model X, 1.542 Model 3)
  • Zusammengerechnet stiegen Model S und Model X im Vergleich zum Q3 um 10% an, im Vergleich zu Q4 2016 um 28%
  • Wie angekündigt, war die Produktion des Model S/X im vergangenen Quartal durch neue Zuteilungen für das Model 3 auf 22.137 Fahrzeuge beschränkt
  • Dadurch wurden die Fertigerzeugnisse (bereits produzierte, lagernde Fahrzeuge) auf den tiefsten Stand seit 18 Monate gebracht
  • Model S/X Neubestellungen waren knapp unter denen des vergangenen Quartals (Allzeithoch)
  • Bestellungen für Model S/X waren im Jahr 2017 deutlich höher als im Jahr 2016
  • Kein Anzeichen für Kannibalisierung des Model S durch das Model 3
  • Dort, wo ein Model 3 ausgestellt war, stiegen die Kundeneintritte in die Stores, aber auch die Anzahl an Bestellungen für das Model S/X an besagten Stores stieg an
  • An diesen Stores stiegen auch die Bestellungen für Solar-Produkte sogar noch deutlicher an
  • Wichtiger Meilenstein in der Softwarearchitektur für das autonome Fahren wurde fertiggestellt, der nun ein besseres Sammeln und Analysieren von Daten ermöglicht sowie die Fähigkeiten zum Maschinenlernen verbessert.
  • Im 4. Quartal wurden 12 neue Stores und Serviceeinrichtungen eröffnet, somit waren es nun 330 weltweit zum Ende des Jahres
  • Servicekapazität wurde im Jahr 2017 mehr als verdoppelt (neue Standorte, 50% Produktivitätssteigerung an existierenden Standorten, Expansion des Mobile Service mit aktuell 230 Fahrzeugen)
  • In Nordamerika erledigt der Mobile Service 30% aller Service-Aufträge (bei einer Kundenzufriedenheit von 98%)
  • Kosten des Services mittels Mobile Service deutlich geringer als durch die Werkstatt (für Tesla)
  • 338 neue Supercharger-Standorte im Jahr 2017 mit insgesamt 1.128 Stationen
  • Mit Superchargern und Destination Chargern zusammen hat man die Ladekapazität um über 90% gesteigert
  • Tesla wird der erste eigener Kunde für das Tesla Semi (Transport von Model 3-Komponenten von der Gigafactory in Nevada zur Produktionsstätte in Fremont)
  • In diesem Jahr sollen mehr Batteriespeicher-Produkte ausgeliefert werden (mindestens dreimal die Speicherkapazität von 2017)
  • Bestellungen für die Powerwall weiterhin höher als Produktionsniveau
  • Im 4. Quartal lieferte man 143 MWh an Batteriespeicherprodukten aus, Steigerung um 45% im Vorjahresvergleich
  • 87 MW an energiegenerierende Systeme wurden ausgeliefert, entspricht 20% weniger als im 3. Quartal 2017
  • Grund: Man fokussiert sich auf Projekte mit besserer Marge, aber auch aufgrund des zu geringen Angebots an Powerwalls, da viele Kunden die Kombination aus Solaranlage inklusive Powerwall wünschten (und deshalb noch warten müssen)
  • 54% der Solar-Produkte für Endverbraucher waren Verkäufe und nicht Leasing (Q4 2016: 25%)
  • Produktion der Solar-Dachziegel hat im 4. Quartal begonnen
  • Produktionssteigerung wird nur langsam anlaufen, da es sich um ein einzigartiges Produkt handelt und die Produktion als auch Installation komplex sind
  • Wenn die Gigafactory 2 den Produktionshöhepunkt erreicht, dann werden genug Solarzellen produziert, dass es für 150.000 Installationen pro Jahr reicht
  • Da die Nachfrage weiterhin das Produktionsniveau übersteigt, wird es auch in den kommenden Quartalen so sein, dass die Solar-Produkte bereits ein Jahr im Voraus ausverkauft sind

Wirtschaftliche Kennzahlen, ausschließlich nach amerikanischem Rechnungslegungsstandard US-GAAP:

  • Umsatz aus den Automobilverkaufen: 2,702 Mrd. USD (Q3: 2,363 Mrd. USD, Q4 2016: 1,994 Mrd. USD)
  • Bruttomarge bei Automobilverkäufen: 18,9% (Q3: 18,3%, Q4 2016: 22,6%)
  • Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 36% an
  • ZEV-Credits brachten in Q4 179 Million USD ein (20 Mio. USD in Q4 2016)
  • 23% der Auslieferungen im Q3 waren Leasingfahrzeuge (Q3: 21%)
  • Mit Leasingzahlung besichertes Wertpapier hat Tesla 546 Millionen USD eingebracht. Zukünftig will man weitere solche Wertpapiere ausgeben, um Kapital für langfristiges Wachstum zu haben
  • Umsatz aus der Energy-Sparte: 298 Mio. USD (Q3: 317,5 Mio. USD, Q4 2016: 131,36 Mio. USD)
  • Bruttomarge der Energy-Sparte: 5,5% (Q3: 25,3%, Q4 2016: 2,7%)
  • Umsatz der Energie-Sparte sank um 6% im Vergleich zu Q3 (u.a. aufgrund saisonal bedingter geringerer Nachfrage für Solar-Installationen)
  • Bruttomarge sank signifikant aufgrund mehrere Ereignisse: höherer Mix an Speicherprodukten, weniger Einnahmen durch geleaste Solaranalgen (da weniger Sonnenstunden auch weniger Energie erzeugen), Luftfrachtkosten für das große Speicherprojekt in Australien, Abschreibungen bedingt durch die SolarCity-Übernahme
  • In diesem Jahr sollte die Bruttomarge jedoch deutlich ansteigen (kosteneffizientere Produktion, mehr hochqualitative, kommerzielle Projekte)
  • Gesamtumsatz: 3 Mrd. USD (Q3: 2,985 Mrd. USD, Q4 2016: 2,284 Mrd. USD)
  • Umsatz aus Service und andere Tätigkeiten lag bei 288 Mio. USD
  • Umsatz aus Service und andere Tätigkeiten sank um 5% im Vergleich zum Q3, aber stieg um 81% im Vergleich zum Q4 2016 an (Hauptanteil dazu hatten die Gebrauchtwagen)
  • Der Verlust aus Service und andere Tätigkeiten lag bei 89 Mio. USD (signifikante Erhöhung des Service-Netzwerks, Rücklagen für Ausgleichszahlungen mit ehemaligen Grohmann-Angestellten und einmalige Änderung der Garantiebedingungen für gebrauchte Fahrzeuge)
  • Die Kosten für die operativen Tätigkeiten lagen bei 1,037 Mrd. USD
  • Darunter die Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von 355 Mio. USD
  • Und die Kosten für Verkauf und administrativen Tätigkeiten in Höhe von 682 Mio. USD
  • Tesla hat in Q4 2017 einen Verlust von 4,01 US-Dollar pro Aktie verbucht (675,35 Millionen USD)
  • Operativer Cash-Flow lag bei 510 Mio. USD
  • Investitionen in Höhe von 787 Mio. USD wurden getätigt
  • Liquide Mittel bei knapp über 3,368 Mrd. USD zum Ende des Quartals (Q3: 3,5 Mrd. USD)

Ausblick auf das Jahr 2018

  • Model S/X Auslieferungen sollen sich auf insgesamt 100.000 belaufen
  • Eingeschränkt durch die Zulieferung der Batteriezellen des Typs 18650, der beim Model 3 nicht mehr benutzt wird
  • Da man von weiterhin steigender Nachfrage ausgeht (Erschließung neuer Märkte), dürfte diese das Produktionsniveau übersteigen
  • Man plant deshalb die Optionen bei der Fahrzeugkonfiguration zu optimieren, um die Bruttomarge zu erhöhen
  • Bruttomarge aus Service und andere Tätigkeiten sollte sich in jedem Quartal weiter verbessern (mehr Mobile Service, bessere Ferndiagnose beim Model 3)
  • Ferndiagnose wurde für das Model 3 neu entworfen, um die Notwendigkeit eines Aufenthalts beim Service um 50% zu reduzieren
  • Supercharger werden Umsätze in diesem Jahr generieren, da Model 3-Kunden zum Laden an diesen zahlen müssen
  • Investitionen werden in diesem Jahr etwas höher als im vergangenen Jahr liegen
  • Hauptsächlich zur Steigerung der Produktionskapazität in der Gigafactory 1 und in Fremont, aber auch für neue Stores, Supercharger und Service Center
  • Dieses Jahr hofft Tesla, das Produktionskosten des Model 3 gleich hoch sein werden, wie die Produktionskosten eines herkömmlichen Verbrennerfahrzeugs (Kostenparität)