Verärgerter chinesischer Kunde erhält sein Model S und demoliert den Wagen am gleichen Tag

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Lediglich wenige Minuten nachdem ein chinesischer Kunde am Freitag sein weißes Tesla Model S in Peking erhielt, holte eben dieser seinen Schraubenschlüssel heraus und demolierte die vordere Windschutzscheibe des Fahrzeugs mutwillig. Das Tesla Model S kostet in China eine Million Yuan oder umgerechnet 173.600 US-Dollar.

„Es ist ein Protest gegen das Unternehmen“, erklärt Yu Xinquan, der Besitzer des Fahrzeugs und E-Commerce-Unternehmer, welcher aus der nördlichen Region Chinas stammt. „Teslas Arroganz hat mich sauer gemacht“, fügte er hinzu. Währenddessen hat sich Tesla China bisher nicht zu diesem Vorfall gemeldet, könnte dies jedoch kommende Woche nachholen.

Bereits am 21. April rief Xinquan andere verärgerte Kunden dazu auf, gegen die verschobenen Auslieferungen der Fahrzeuge zu protestieren. Kurz darauf trafen sich alle Beteiligten mit Elon Musk, welcher sich für diesen Vorfall entschuldigte und versprach, die bestellten Fahrzeuge so schnell wie möglich zu produzieren und auszuliefern.

„Ich denke wir haben das geklärt“, erzählte Musk einigen Reportern bereits am Tage darauf. Während dies jedoch andere Kunden scheinbar zufriedenstellte, blieb Yu Xinquan weiterhin verärgert. Tesla versprach ihm Anfang April eine Lieferung innerhalb der nächsten sechs Wochen, eine limitierte Kennzeichenhalterung und die Installation einer Ladevorrichtung an seinem Haus.

„Das Unternehmen hat bisher nicht eingehalten, was es versprach“, sagt Xinquan. Es heißt, er habe die Bestellung bereits im Oktober getätigt und als Vorauszahlung 250.000 Yuan, knapp 40.000 US-Dollar, bezahlt. Seine Hoffnung einer der ersten chinesischen Tesla-Fahrer zu sein wurde im April zerstört, als es hieß, sein Fahrzeug muss in Nordamerika noch gebaut werden.

In der Zwischenzeit wurden bereits erste Kunden in China beliefert, weshalb Tesla erklärte, dass man nicht nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ ausliefere, sondern außerhalb Peking und Shanghai erst später die Auslieferung erfolgen soll, da die Ladeinfrastruktur dort noch nicht annähernd so gut ausgebaut ist, wie in diesen Großstädten.

„Keiner bei Tesla hat je etwas davon gesagt, als ich die Bestellung getätigt habe“ erklärt Xinquan. Zu allem Übel wurde sein Fahrzeug letzte Woche auch noch im Zoll einbehalten, da die vorher mitgeteilte Fahrzeugkennung nicht mit der am Fahrzeug selbst übereinstimmte. Dies sorgte entsprechend ebenfalls für eine weitere Verzögerung bis zum Erhalt.

Tesla erklärte Xinquan daraufhin, dass er sich ein Vorführfahrzeug aussuchen könne oder eben einen weiteren Monat auf seine Bestellung warten müsse, um eine neue Produktion aus Nordamerika zu erhalten. Beide Optionen waren nicht zu seiner Zufriedenstellung und einen Vorführwagen zu fahren sei für den chinesischen Geschäftsmann „nicht dasselbe“.

„Ich fühle mich, als hätte ich eine Frau geheiratet, die zuvor bereits verheiratet war“, äußert sich Xinquan über einen Vorführwagen. Die Meinungen dazu in den chinesischen sozialen Medien waren gemischt: Einige empfinden einen guten Kundenservice als sehr wichtig, wiederum andere halten die Reaktion des verärgerten Kunden als völlig überzogen.

  • Blackmen

    Der Kunde ist König!

    …aber diese Probleme hätte ich auch gerne… 😎

  • dago

    da zeigen sich defizite in der erziehung – einem kind gibt man ein paar hinter die ohren, das wurde bei herrn Yu Xinquan offensichtlich versäumt….

    • Schlaumeier

      Eine Folge der Ein-Kind-Politik in China – die haben sich eine Generation total verzogener „Arschlöcher“ heranwachsen lassen.

  • Autsch! Das tut weh! ;(
    Na ja, der eCommerce Marketing Spezi hat so jedenfalls nun das was er wollte …
    Er hat jetzt die Publicity, die er sich mit dem ersten Tesla gewünscht hatte 😉
    Investition: eine Frontscheibe 😉