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Wasserstoff nicht benötigt: Sonne, Wind und Akku-Speicher reichen laut Tesla-Chef 100-fach

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Bild: Apple (Photovoltaik-Feld in Kalifornien, geplant mit Tesla-Akkus)

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Allmählich gerät es fast in Vergessenheit, aber bevor Elon Musk mit Tesla kam, galten weithin noch Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen als Lösung für die saubere Zukunft des Individualverkehrs. Bei Pkw hat sie sich inzwischen praktisch erledigt, weil fast die ganze Welt stattdessen auf Batterie-Elektroautos setzt. Auch bei Lkw scheinen sich Fahrzeuge mit dicken Akkus gegen Wasserstoff-Visionen durchzusetzen. Und wie Musk jetzt klarmachte, will er dem flüchtigen Gas nicht einmal eine Rolle bei der saisonalen Speicherung von Energie aus erneuerbaren Quellen zugestehen.

Tesla-Chef findet Wasserstoff-Speicher „dumm“

Das sagte er in dieser Woche in einem Interview bei der Konferenz FT Car of the Future, nachdem er sich schon über eine Reihe anderer Themen geäußert hatte – zum Beispiel einen möglichen Bestell-Stopp bei Tesla aufgrund absurd hoher Nachfrage. Am Ende sollte Musk die Frage beantworten, ob Wasserstoff dazu beitragen könne, den Abschied von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen. Das bezog er auf die Eignung des Gases zum Speichern von Energie, sagte „Nein“, und begann zu erklären, warum es dafür die falsche Wahl wäre.

Dann brach die freie Live-Übertragung des Musk-Interviews wohl aus technischen Gründen ab, aber am Donnerstag berichtete der Finanzsender CNBC, wie es weiterging. Schon für verflüssigten Wasserstoff brauche man gigantische Tanks, sagte der Tesla-Chef demnach, und für Gas müssten sie noch größer sein. Außerdem müsse er ja erst einmal gewonnen werden – wie früher aus Kohlenwasserstoffen oder mittels Elektrolyse aus Wasser. Doch im ersten Fall habe man das Problem der fossilen Energie-Wirtschaft nicht wirklich gelöst, und bei Elektrolyse sei die Effizienz schwach.

Hinzu kommt laut Musk der Energie-Aufwand für die Unterbringung in Speichern, berichtet CNBC weiter. Schon bei Drucktanks sei er hoch, und wenn man Wasserstoff stattdessen verflüssige – „oh mein Gott“. Insgesamt brauche man erschütternd viel Energie, um ihn zu erzeugen und zu einer Flüssigkeit zu machen. Das sei „das Dümmste“, was er sich für Energie-Speicherung vorstellen könnte, sagte der Tesla-Chef laut CNBC. Ungefähr gleich hatte er in der Vergangenheit über Wasserstoff bei Autos und dann (in öffentlicher Einigkeit mit VW-Chef Herbert Diess) Lkw geurteilt.

Musk: Erneuerbare Energie reicht 100fach

Was stattdessen auch für stationäre Anwendungen funktionieren würde, sagte Musk schon vorher in dem noch live übertragenen Teil des FT-Interviews: Mit Sonne und Wind sowie Batterie-Parks zur Speicherung lasse sich der weltweite Bedarf problemlos decken, erklärte er. Beispielsweise würde bei Photovoltaik-Systemen mit 20 Prozent Wirkungsgrad ein Stück von Spanien ausreichen, um Strom für die komplette EU zu liefern oder ein Teil des Bundesstaats Utah für die ganzen USA – theoretisch, in der Praxis sei es besser, die Anlagen geografisch zu verteilen. Laut dem Tesla-Chef würden die erneuerbaren Ressourcen sogar ausreichen, um zehnmal so viel Energie bereitzustellen, wie die Weltwirtschaft heute benötige. In einem Twitter-Kommentar griff er das später noch einmal auf, bestätigte die Aussage und erweiterte sie auf den Faktor 100.

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