Nach Modellpflege: Model S-Besitzer fühlen sich von Tesla Motors betrogen

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Erst vor wenigen Tagen wurde eine umfangreiche Modellpflege für das Tesla Model S vorgestellt, welche durch neue Komponenten wie Radare und Kameras den Weg in Richtung Autopilot einleiten soll. Dabei stellte Tesla Motors von Anfang an klar, dass die neuen Komponenten lediglich ab der aktuellen Produktion serienmäßig, jedoch auf ältere Produktionen nicht nachrüstbar sind.

Nun fühlen sich aber viele Model S-Besitzer betrogen, da nie gesagt wurde, ab wann ein Modell mit Allradantrieb verfügbar sei oder dass es eine umfangreiche Modellpflege geben wird. Unter ihnen sind auch Kunden, die dem Personal von Tesla Motors ausdrücklich fragten, ob bereits bald ein Allradantrieb oder eine umfangreiche Modellpflege kommt und ihnen dies verneint wurde.

So zum Beispiel auch Richard Wolpert aus Los Angeles, der das Model S im März bestellte und im Juni erhielt. Er sagt, dass er den Mitarbeitern von Tesla Motors ausdrücklich gesagt habe, dass er bereit sei zu warten, wenn neue Funktionen wie beispielsweise ein Abstandsregeltempomat demnächst erscheinen würden. Doch solche Funktionen schließte man für das Model S aus.

„Wenn Tesla gesagt hätte, dass so etwas kommt, aber sie wüssten nur nicht wann, dann hätte ich auch gewartet“, erklärt Wolpert. „Bei herkömmlichen Autoherstellern wissen wir, dass es jedes Jahr eine Modellpflege gibt und das kalkulieren wir in unserer Entscheidung auch mit ein. Bei Tesla wird dies nicht kommuniziert und man kauft dadurch völlig blind“, hieß es weiter.

Wolpert startete auf Change.org eine Petition, welche Tesla Motors dazu bewegen soll, die neuen Komponenten auch in bereits produzierte Model S nachzurüsten. Aktuell finden sich dafür beinahe 700 Unterstützer, darunter auch viele aus Norwegen, dem höchsten Absatzmarkt für Tesla Motors in Europa. Denn auch dort sind die Menschen über die Modellpflege erboßt.

„Der Wert ist über Nacht gesunken“, schreibt Dag Rinden aus Oslo auf der Petitionsseite. „Die neuen Sicherheitsmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil. Einige davon dürften einfach nachrüstbar sein.“ Tesla Motors gab bisher nie bekannt, wenn neue Technologien in die Produktion eingeführt werden. Bei anderen Herstellern wird eine solche Modellpflege angekündigt.

  • Tesla-Fan

    Ich wurde 1990 bei meinem ersten Computer auch „betrogen“ – heute gibt es fürs gleiche Geld viel bessere… 😉

    Das ist der Preis des „early adopter“ .

  • rru

    Bitte nicht noch mehr gejammert: Es gibt zum Glück immer neue Funktionen und Möglichkeiten bei so modernen Autos wie dem Tesla, das soll bitte auch so bleiben.
    Na und ? Nach ein paar Jahren kann man das „alte Modell“ günstiger Verkaufen und hat wieder was ganz, ganz aktuelles, bis kurz danach die nächste Neuerung kommt…

    Aber mal Hand aufs Herz, das ACC kommen wird war genauso klar, wie das es irgendwann ein Allrad-Modell gibt, nur wann, das wusste keiner, vermutlich die meisten bei Tesla nicht. Mit der Bestellung bis zur Veröffentlichung warten, ist eine Möglichkeit, wenn einem ein Feature sehr wichtig ist, das gekaufte Auto genießen wie es ist, die Andere.

    Jammern ist dagegen alber.

  • Blackmen

    …solche Sorgen hätte ich auch gerne…!!!

  • Dr. M.

    Tja, grundsätzlich ist es ja schon richtig: Die technische Entwicklung schreitet halt fort und es wurde meines Wissens von Tesla nie ausdrücklich ausgeschlossen, dass es einmal Allradantrieb für das Model S geben würde. Aber bestätigt wurde es auch nie.
    Und was die Autopilot-Funktionen angeht, so wurde das von Elon Musk schon länger angekündigt, das das kommt. Es dürfte auch jedem klar sein, dass eine solche Innovation nicht ohne neue Hardware (z.B. bei der Lenkung) auskommt – und die lässt sich eben nicht immer einfach so bei bestehdenden Fahrzeugen nachrüsten.
    Nur wann das alles kommt, war die Frage. Insofern klr, Pech gehabt könnte man sagen, das ist eben der Preis, den early adopters bezahlen müssen.
    Naja, schön, aber kundenstrategisch ist es von Tesla natürlich schon etwas ungeschickt gemacht worden, denn wenn einfach so schonmal zwei Wochen lang vor der offiziellen Vorstellung die neue Hardware für den Autopiloten eingebaut wird, ohne was zu sagen (siehe die Vermutungen und Spekulationen auch hier von vor einigen Wochen) und sich potentielle Kunden das nun merken und immer weiter warten, um evtl. doch die allerneueste Sache in ihrem Model S mit zu bekommen, das dürfte die Verkaufszahlen nicht gerade verbessern. Zumal es sich ja in beiden Fällen (Dual Motor und Autopilot) nicht gerade um Dinge handelt, die mal so eben nebenbei in ein paar Tagen entwickelt und eingeführt werden können wie ein paar Zierleisten oder Ähnliches.
    Gerade wer z.B. in Norwegen oder in einem anderm Land mit langen Wintern vor ein paar Wochen ein Model S ohne Dual Motor bestellt hat, obwohl er diesen gerne gehabt und mit der Bestellung auch noch gewartet hätte, bis der kommt, aber trotz Nachfrage keine Information bekommen hat, da kann ich schon verstehen, dass sich die Kunden ein bisschen ärgern. Es geht schliesslich um einen Haufen Geld und eine langfristig wirkende Kaufentscheidung.
    Und dann von Elon Musk per Twitter so eine etwas kryptische Meldung zu „D and something else“ zu bekommen, da käme ich mir auch etwas verschaukelt und nicht ernst genommen vor.
    Bei derart grösseren Veränderungen sollte Tesla schon einen Plan haben (und diesen veröffentlichen!), wann was zumindest in etwa kommt und dass man konkret an etwas arbeitet kommt, damit die Kunden sich darauf einstellen können und sich entsprechend entscheiden können.
    Sonst hat sich das mit den early adopters bei Model X oder Model 3 dann ziemlich schnell erledigt. Und von denen lebt gerade Tesla, von Leuten, die es wagen, in eine neue Marke und eine neue Technik nicht ganz wenig Geld zu investieren. Diese Leute sollte man sich nicht vergraulen.

  • rru

    das ist jetzt ein ziehmlivher Widerspruch:
    Tesla HAT selbst vor 3 Monaten bestellte Autos kostenlos aufgerüstet, damit jeder Käufer, bei dem es noch möglich war, vom Autopilot profitieren kann. Das soll nun schlecht sein, weil es Kunden abhält ?
    Tesla hat Dual-Drive für Europa 7 Monate vor der Lieferbarkeit (April 2015) angekündigt, damit Kunden, denen es wichtig ist, damit planen können. War wieder nicht richtig, weil Kunden vor einem halben Jahr nix davon wussten?
    Unterm Strich sind einfach nur ein paar Leute sauer, weil sie jetzt nicht mehr das Neueste haben, wird den jetzigen Bestellern vermutlich auch irgendwann passieren. Wem das nicht gefällt, wartet besser bis immer…