Tesla-Mitarbeiter sagen, Kündigungen waren nicht leistungsbezogen

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Tesla Hunderten Mitarbeitern gekündigt hat, da durch Leistungsbewertungen festgestellt wurde, dass diese offenbar nicht die Anforderungen des Unternehmens erfüllten. Die Rede war von 400 bis 700 Mitarbeitern, darunter Ingenieure, Manager und Fabrikarbeiter, die Tesla innerhalb kürzester Zeit kündigte.

Nun berichtet CNBC nach Gesprächen mit ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern, dass diese dem Unternehmen vorwerfen, die Kündigungen zur Einsparung von Kosten und nicht aufgrund schlechter Leistungen der Mitarbeiter ausgesprochen zu haben. Die Mitarbeiter seien zudem nicht aufgeklärt worden, was an ihrer Leistung unzureichend war, heißt es.

Die meisten Kündigungen betreffen Mitarbeiter aus der Fahrzeug-Sparte, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Kündigungswelle soll demnach am Wochenende des 7. Oktobers begonnen haben und auch fortgeführt worden sein, nachdem diese von den Medien aufgegriffen wurde. Einige ehemalige Mitarbeiter sagten, dass sie „ohne Vorwarnung“ per E-Mail oder Telefon kontaktiert und aufgefordert wurden, am nächsten Tag nicht zur Arbeit zu kommen.

Ein Tesla-Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte, sagte gegenüber dem CNBC, dass er nicht glaube, dass die Kündigungen aufgrund mangelnder Leistungen ausgesprochen wurden. „Es sieht so aus, als hätte Leistung nichts damit zu tun. Die Gekündigten waren hauptsächlich die Höchstbezahlten in ihrer jeweiligen Position“, sagte der Mitarbeiter und suggeriert, dass es Kostengründe waren.

Tesla bewertet die Mitarbeiter anhand einer Skala von eins bis fünf. Zwei der gekündigten Mitarbeiter sagte, dass sie in vorherigen Leistungsbewertungen Werte von vier oder höher von ihren Vorgesetzten erhalten hatten.

In der Zeit vor den Massenentlassungen, als die Leistungsbewertung stattfand, soll Karim Bousta, Teslas General Manager of Services and Operations, laut Aussagen ehemaliger Mitarbeiter eine Mitteilung an die Belegschaft geschickt haben, in der mitgeteilt wurde, dass die Bewertungen verschoben wurden, damit sich die Mitarbeiter auf die Model 3-Produktion konzentrieren können.

Weiter ist noch ungeklärt, wie viele Kündigungen es tatsächlich gegeben hat. Die zunächst genannten 400 bis 700 Mitarbeiter entsprechen etwa ein bis zwei Prozent der über 33.000 Mitarbeiter von Tesla. Ein ehemaliger Mitarbeiter spricht jedoch von bisher mehr als 700 Kündigungen und beruft sich dabei auf interne Informationen, die ein Vorgesetzter geteilt hätte.

Tesla wollte die Anschuldigungen nicht kommentieren und verweist erneut auf die offizielle Stellungnahme, die man bereits vor einigen Tagen getätigt hat:

Wie bei jedem Unternehmen, vor allem einem mit mehr als 33.000 Beschäftigten, können Leistungsbeurteilungen gelegentlich zum Ausscheiden eines Mitarbeiters führen. Tesla wächst weiter und stellt weltweit neue Mitarbeiter ein.

  • Matthias Knuth

    Schon komisch, wie bei Tesla jedes Wort und jede Tat auf die Goldwaage gelegt werden. Wenn an den deutschen Autobaustandorten die ganzen Leiharbeiter nach Hause geschickt werden, interessiert das keine Bohne. Na ja, freue mich schon auf die Beiträge….

    • Skynet

      Ein schlechter Stil rechtfertigt wohl kaum noch schlechteren Stil. ich kann auch nicht erkennen, dass die dt. Automobilindustrie als Mitbewerber die Diskussion angestoßen hat. Die große Mehrzahl in D ist (nicht grundlos) festangestellt und brauch sich gleiches nicht bieten zu lassen. Als Selbstständiger bin ich wahrlich kein Gewerkschaftsfreund aber ein Mindestmaß an Spielregeln sollte dann doch sein. Eher erinnert mich solche Argumentation dann schon an die dt. Gleichgültigkeit wenn z. B. in Asien mal wieder eine Textilfabrik abbrennt, ein kurzer Ausschrei kommt und dann beim nächsten Einkauf doch wieder über die Preise gemeckert wird.

      Was im Beitrag nicht genannt wird ist der immer von Tesla propagierte Bonus nach einer gewissen Zugehörigkeit, womit aus unterdurchschnittlichen Löhnen dann überdurchschnittliche werden sollen. Nur erreicht man diesen Bonus mit der Entlassung erst garnicht und man hatte eine unterbezahlte hochmotivierte Arbeitskraft.

      • Karsten Jung

        Findest du es als Arbeitgeber wirklich so toll, dass Leute aufgrund von mangelhafter Leistung nicht gekündigt werden können?
        Als Arbeitnehmer ist das was ganz tolles, hat aber zu der aktuellen Situation mit Zeitverträgen und Leiharbeitern geführt.
        Denn die kann man Tauschen und Kündigen wie man sprichwörtlich will.

      • Pamela

        Klar, Tesla will derzeit Geld sparen und schmeißt deshalb Mitarbeiter mit guten Bewertungen raus, um dann neue einzustellen, von denen man noch nicht weiß, ob sie gut sind. Macht Sinn 😉

        Ne, ne, hier geht es nicht ums Geld, sondern um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

        • Bob dB.

          Das denke ich auch. Spargünde machen einfach keinen Sinn. Wieviel würde man bei 700 Leutem im Jahr sparen? 30 Mio., 40 Mio.? Angesichts der Gesamtinvestitionen und Kosten die sich gerade aufsummieren Peanuts. Und will man die M3 Produktion hochfahren brauch man demnächst eh neue Leute. Oder Tesla hat festgestellt, dass die Automatisierungsgrad so hoch ist, dass man die Leute wirklich nicht braucht.

        • PV-Berlin

          Wer mit der Personalbeschaffung schon mal zu tun hatte, der wird wissen, das man verdammt viel Glück und noch mehr Geduld benötigt, um mit einem Austausch von ‚teueren‘ AN , am Ende wirklich reale wirtschaftliche Vorteile generieren zu können.

          In D. wird ja ’nur‘ ausgelagert, so dass man diese o.g. Problematik geschickt umgeht.

          Deshalb glaube ich an das Argument nur bedingt, dass den Mitarbeitern nur deshalb gekündigt wurde, weil sie teurer waren, im Sinne von Abstand.

          Eher glaube ich, dass sich die Erwartungen an die Leistungen, bezogen auf die vereinbarte Vergütung nicht bestätigt haben. bzw. ganz im Gegenteil , sich die ‚teueren‘ nicht als die Leistungsträger bestätigen konnten.

          Klarer Fall von : Die konnten sich gut verkaufen.

          Im übrigen, ist eine ‚Reinigung‘ in der Phase unabdingbar, um allen den Ernst der Lage unmittelbar klar zu machen. Wenn ihr euch erinnert, war das ein Vorschlag, den ich vor Wochen gemacht habe.

          In Ägypten hat man 5 Sklaven erschlagen und die übrig gebliebenen haben dann die Quader doch noch nach Oben bekommen.

          Bis man soweit ist, das man ausschließlich mit positiver Motivation , die Mannschaft führt, braucht es viel Zeit, viel Geduld und einiges an Probieren.

          *Wenn die Kernmannschaft stimmt, kann man auf so schlichte Werkzeuge sicher verzichten, was bei Tesla aber bestimmt noch Jahre dauern wird.

          • Luganorenz

            Das ist ein interessanter Ansatz: Es wurde also möglicherweise ein Exempel statuiert, um dem Rest der Mannschaft nochmal Feuer unter dem Allerwertesten zu machen.
            Das ganze wurde dann bewusst nach aussen kommuniziert. Letztendlich hätte man die 400 einfach ohne Brimborium nach Hause schicken können. Da es sich offensichtlich um eine heterogene Gruppe handelt, wäre das gar nicht aufgefallen.
            Eine Frage stellt sich aber dennoch: Wie steht es um eine Firma, die sich sonst um positive Berichterstattung bemüht, wenn sie zu solchen Massnahmen greifen muss? production hell at its best?

          • ThomasJ

            „ Wie steht es um eine Firma, die sich sonst um positive Berichterstattung bemüht, wenn sie zu solchen Massnahmen greifen muss?“

            Für mich ist die Berichterstattung von Tesla:
            „Wie bei jedem Unternehmen, vor allem einem mit mehr als 33.000 Beschäftigten, können Leistungsbeurteilungen gelegentlich zum Ausscheiden eines Mitarbeiters führen. Tesla wächst weiter und stellt weltweit neue Mitarbeiter ein.“

            eine durchaus positive Berichterstattung.

            So wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde (ich) ein Montagsauto bekommt, weil der Kunde (immer noch ich), der sehr viel Geld gespart hat und auf einiges verzichtet und mit so einem BEV in die Zukunft investieren will und nicht mit einem Montagsauto (ich wiederhole mich) „pech“ gehabt hätte, weil dieser Mitarbeiter, wenn er am Montag arbeiten würde, mit entsprechend schlechter Leistungsbeurteilung, es sonst dem Kunden (genau, ich) ziemlich vermasselt hätte.

          • kritischerGeist

            Arbeitssklaven für Pyramiden ist eine Legende, weil „Experten“ der alten Kultur nicht zugetraut haben, damals eine fortschrittliche Arbeitsindustrie aufbauen zu können. Die Meisten wurden bezahlt, bekamen Bleibe & Versorgung, einschließlich Positionsbeförderung!
            Das „Hire & Fire“ ist aber US-Made, Niedriglohnindustrie auch..

          • PV-Berlin

            Das es Juden waren, ist ja eine gesicherte Erkenntnis. Das diese sehr wahrscheinlich nicht als typische Sklaven so effektiv gearbeitet hätten, ist anzunehmen. Die Arbeitsorganisation wird wohl bei der Anzahl von Leuten zum Großteil aus der Gruppe selbst organisiert gewesen sein. Gibt es dazu belastbare Wissenschaftliche Erkenntnisse?

            Zitat:
            Das „Hire & Fire“ ist aber US-Made, Niedriglohnindustrie auch.

            Da wir in D. immer Spitze sein müssen, wenn es um Scheiße bauen geht, sind wir schon sehr weit gekommen. Ob Wissenschaftler oder Krankenpflege , alle kennen nur noch befristete Verträge, um die „Effizients“ zu befördern und die Motivations-Lage hoch zu halten.

            In Europa haben wir schon den größten Niedriglohnsektor, und wenn wir uns die untere Hälfte der AN anschauen, gibt es faktisch keine Arbeitsnehmer-Rechte mehr.

            Das Feiertage für eine Vielzahl von AN nur freie Tage sind, muss man wissen. Das viele dieser AN auch nur 18/20/ 22 bezahlten Urlaub haben, auch. Das viele keine Zuschläge bekommen (Nachschichten) auch.

            Da bin ich mir fast sicher, das wir zumindest offiziell noch die USA überholen.

            Amazon? Zahlt doch Tarif und hat im Vergleich zu den anderen super Arbeitsbedingungen. Dass die AN vom Einzelhandel träumen, ist ja ganz nett! Aber wie schaut es dann da aus? Sid es überhaupt noch 50% die unter einem Tarifvertrag stehen?

      • Karsten Jung

        Und zu dem Lohnniveau, ein zitat aus einem anderen Teslamag Beitrag:

        Laut Musk ist die Kompensation bei Tesla Motors identisch oder sogar besser als bei anderen Unternehmen. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass man die Produktion, den Verkauf oder den Service nicht verlagert und eben diese Löhne – welche meist niedriger sind als beispielsweise die der Ingenieure oder Softwareentwickler – mit in die Statistik einbezogen werden.

        Musk mag mit seiner Beurteilung recht haben, schließlich wird Tesla Motors (oder auch SpaceX) mehr Mitarbeiter für die Produktion beschäftigen als Google oder Facebook. Wie die Kollegen von Electrek jedoch betonen, werden bei der Umfrage von PayScale Mitarbeiter aus dem Verkauf nicht mit einbezogen.

        Dafür werden bei den Löhnen jedoch auch keine Aktienoptionen oder sonstige geldwerte Vorteile mit einberechnet.

        Ich weiß, eine blöde Frage, aber: Wenn die Bezahlung so mies ist und es wo anders so viel besser ist, warum bleiben sie dann?

        • theBIGeasy

          Daran kann ich mich noch gut erinnern. Haben Sie mal recherchiert, wie Tesla das gerechnet hat. Da wurden alle Bonuszahlungen und Aktienoptionen mit eingerechnet. Hilft aber nichts, wenn man gekündigt wird, bevor man die Optionen ziehen kann oder Kurs fällt.

          Dazu kam, das Tesla das Lohnniveau Detroit (eher günstige Lebenshaltungskosten) vergleicht. Leider gehört die Bay Area zu den teuersten Gegenden in den USA. Das war Augenwischerei in Reinkultur.

          • Karsten Jung

            In dem Artikel steht doch extra: Dafür werden bei den Löhnen jedoch auch keine Aktienoptionen oder sonstige geldwerte Vorteile mit einberechnet.

            Und fallende Aktienkurse?

          • theBIGeasy

            Das ist ja der Unterschied: die von der UAW ausgehandelten Löhne sind sicher. Die von Tesla gerechneten inkl. möglicher Kursgewinne, die im Betrachtungszeitraum nicht gerade gering waren.

            Klar die Teslakurse können nur steigen, bei den Gewinnen die Tesla einfährt…. /ironie off

          • W. Müller

            Was ist daran so schwer zu verstehen: Jedem, dem das System bei Tesla nicht passt, kann selbst kündigen und gehen.
            Für allen anderen scheint das offensichtlich zu stimmen mit den geldwerten Vorteilen. Keiner zwingt irgendjemand bei Tesla zu arbeiten wenns woanders so toll ist.

            Deine Repliken sind irgendwie unverständlich in ihrer Botschaft. Ach sorry, ich vergass, es geht ja ums Tesla Bashing und nicht um eine Diskussion zum Sachthema.

          • Karsten Jung

            Falsch, die Teslakurse steigen trotz Verlust. Und die Kurse der Dinosaurier äh alten Hersteller steigen kaum oder fallen trotz Mrd. Gewinnen.

            Denn jeder der sich mit Tesla befasst hat, versteht was da abgeht.
            1. Investitionen ohne Ende.
            2. Expansion ohne Ende.
            3. Aufbau einer zweiten Produktionsstraße.
            4. Aufbau eines Händlernetzwerkes.
            5. Aufbau der Supercharger.
            6. Entwicklung diverser Fahrzeuge, vom Model Y über Semi-Truck bus zum Next Gen Roadster und garantiert weitere.
            7. Kauf von SolarCity.

            usw…

            Wie war das noch mal im Film „Das Geld anderer“:
            Der letzte Pferdepeitschenhersteller hatte garantiert die besten Peitschen, die es je gegeben hat, aber wie war die Nachfrage bevor die SM Szene kam?
            Braucht man eine Peitsche beim Auto?

          • Ironman

            Sie steigen bereits seit über 4 monaten nicht, wärend der Kurs von z.b. BMW über 15% angestiegen ist.
            Ich empfehle ihnen sich den Film „the big short“ anzuschauen. Kurse und insbesondere der von Tesla haben nicht im geringsten etwas mit der Realität zu tun. Und wohin sowas führen kann, zeigt u.a. dieser Film.

          • Karsten Jung

            Ist das nicht cool, dass jeder einfach einen Zeitraum nehmen kann, der ihm gerade passt?
            Ich nehme mal 5 Jahre.
            Tesla: 30.43 auf 296.50 (+874,67%)
            BMW: 60.97 auf 87.41 (+44,75%)

            Oder nehmen wir mal 1 Jahr.
            Tesla: 183.00 auf 296.50 (+62.02%)
            BMW: 79.17 auf 87.41 (+10.41%)

            Und zu den +15% bei BMW in den letzten 4 Monaten:
            Vom 19.Juni 2017 84.00 auf 87.41

            Ich war in Mathe eigentlich immer sehr gut, aber ich habe es sicherheitshalber mehrfach nachgerechnet.
            Aber ich komme auf +4,06%.

          • W. Müller

            Karsten Jung, bitte versuche doch nicht den Ironman mit Fakten zu verwirren.
            Im Ernst: Ich verstehe seine Kommentare schon lange nicht mehr, die teilweise weit ab der Realität in der ich lebe sind.
            Teslas Aktie behauptet sich trotz massiver negativer Presse recht gut.
            Da haben die Short Seller wohl wieder gegen 2 Milliarden verloren dieses Jahr.
            Es bleibt spannend.

          • Karsten Jung

            Tut mir Leid. Wollte ihn nicht verwirren, oder sein Weltbild ins wanken bringen.

            Die Tesla Aktie enthält ja eingepreist auch die „mögliche“ Zukunft, die dank der Ganzheit (PV, PV-Speicher, Superchargernetzwerk, Destinationchargernetzwerk, Elektro-Auto, Elektro-LKW) gar nicht so unwahrscheinlich ist.

          • Ironman

            sie haben es nicht verstanden oder wollen es nicht wahrhaben. ihre „fakten“ untermauern geradezu meine aussagen.

          • Karsten Jung

            Sie sagten, BMW ist in den letzten 4 Monaten um 15% gestiegen, ich habe aufgezeigt, da es nur 4% waren.

            Wie bestätige ich also ihre Aussagen?

          • W. Müller

            Nochmal: Wenn das so mies ist bei Tesla wieso arbeiten die denn da?
            Wems nicht gefällt, der kann ja selbst kündigen.

            Im Übrigen ist das absolut üblich in den USA Bonuszahlungen und Aktienoptionen mit in das Gehalt einzuberechnen.

  • Karsten Jung

    Was würdet ihr denn sagen, wenn ihr gekündigt werdet?
    „Ja ich habe viel zu wenig gemacht und deshalb war die Kündigung gerechtfertig!“
    Mit Sicherheit nicht.
    Oder was für einen Wahrheitsgehalt erwartet ihr vom einer Aussage einer betrogenen Ehefrau?
    So muss man das sehen.
    Meiner unbedeutenden Meinung nach.
    Denn um wie viel Geld geht es?
    700 Mitarbeiter, die 100 Stunden pro Monat arbeiten (hoch angesetzt), also 1200 Stunden im Jahr (ohne Urlaub, Kank und Freizeit)
    Wie viel hat die oberste Klasse mehr? 10$ pro Stunde mehr?
    Das wären also 8.400.000$.
    Und dafür so eine negative Presse riskieren?
    Hätten diese Mitarbeiter 0,5% mehr Autos im Jahr mehr gemacht (Ziel 100.000 also 500 Autos mehr), wäre das bei 100.000$ pro Auto und einer Marge von über 25% schon 12.500.000$ gewesen.
    Macht also keinen Sinn, oder?

    • Skynet

      In Deutschland handelt man, in dem man zum Arbeitsgericht geht und die Rechtmäßigkeit prüfen lässt. Wie dies meist ausgeht wissen vermutlich die Meisten. Vor dem Hintergrund der offenen Stellen müssten schon größere nachweisbare und im Normalfall abgemahnte Verfehlungen vorliegen, dass eine Kündigung rechtmäßig wäre.

      Nun liegt Tesla aber in den USA wo andere Sitten herrschen und muss sich selbst da Kritik anhören. Vielleicht könnte etwas mehr Transparenz zu den Leistungsbewertungen und Beispiele die Spekulationen verringern. Sonst ist man ja auch immer so mitteilungsfreudig.

      • Karsten Jung

        Du hast nicht auf meine andere Frage geantwortet, ob du das gut findest, das hier (sorry wenn ich es so direkt sage) faule Mitarbeiter quasi unkündbar sind?

        • Skynet

          Ich weiß nicht wo Du „unkündbar“ her hast. Ich war auch mal angestellt und habe seit vielen Jahren selber Angestellte. In Deutschland gibt’s Spielregeln (Abmahnung, Begründung etc.) mit denen es zwar länger dauert und ggf. auch Zeit/Aufwand erfordert, aber – stark vereinfacht – Faulenzer habe auch ich immer gekündigt bekommen.

          • Karsten Jung

            In großen Firmen, wie in der, in der ich arbeite, ist es quasi unmöglich einen Mitarbeiter zu kündigen.
            Die sind ewig krank, fehlen ständig und was macht die Firma?
            Fragt den Mitarbeiter, was wir als Firma und Führungskräften machen können, damit es ihm besser geht und er weniger ausfällt.
            Nachzuweisen, dass jemand weniger Arbeit macht, als andere ist das Problem, wenn man nicht immer das gleiche herstellt und man somit vegleichbar ist.

          • Kant

            wenn Sie in einer großen Firma „arbeiten“ würde mich schon interessieren in welcher Position? Arbeiter oder Führungskraft? Mal zum Mitmeißeln:
            1. in die Kosten eines (produktiven) Mitarbeiters sind Urlaub und Krankheit „eingepreist“ – wenn Sie einen Monteur kommen lassen ist der 8,57 Tage im Jahr krank und macht 30 Tage Urlaub, das zahlen Sie mit…
            2. Woran messen Sie die „Leistung“ einer Führungskraft – gerade hier wird ja auf Arbeitszeiterfassung verzichtet, Präsenz ist also nicht erforderlich, andererseits werden Überstunden erwartet. Weiterhin ist die Zielerfüllung gerade hier oft von nicht vorhersehbaren Faktoren abhängig…
            3. wenn in einer Abteilung überdurchschnittlich viele Fehlzeiten und Schlechtleistung auftreten sollte sich die Führungskraft tatsächlich mal Gedanken machen, ob Sie mit Ihrem „Humankapital“ vernünftig umgeht. Nicht umsonst gibt es den Begriff der „Personalentwicklung“…
            4. Jeder Mitarbeiter besetzt eine Stelle an die gewisse Anforderungen gestellt werden; diese Anforderungen muss er (bei Einstellung) erfüllen. Sollte sich herausstellen, dass sein Profil mit der Stelle nicht kompatibel sind, so kann der Mitarbeiter versetzt werden – bei gegenseitigem Einverständnis auch mit Gehaltseinbußen – die Keule der „Kündigung“ ist also nicht in jedem Falle nötig kann aber betriebsbedingt auch problemlos durchgeführt werden.
            5. An Sie persönlich: wer beurteilt eigentlich Ihre Leistung? Welche Maßnahmen würden Sie von Ihrem Chef erwarten bevor er Ihnen kündigt? (Vermutlich erübrigt sich dieser ganze Thread wenn man „Arbeitnehmer“ durch „ich“ ersetzt…

          • Karsten Jung

            Ich bin als Schichtmeister eingestellt.

            Ich schreibe auch Programme für die Firma und bin für die Reparaturen der Maschinen mit verantwortlich. (Also dreckige Hände und nicht anweisen)

            Ich weiß nicht, in welcher Firma auf Arbeitszeiterfassung verzichtet wird und Präsenz nicht erforderlich ist, ich muss meine Anwesenheit vor Ort manuell eintragen. Allerdings zählen bei mir die Stempelzeiten nicht.
            Ich habe ganz klare Ziele, die auch Bonusrelevant sind.
            Ich habe das Glück und habe in meiner Abteilung keinen dieser Minderleister.
            Wenn sie wüssten, wie sehr wir auf die Mitarbeiter eingehen, damit ja jeder den Posten hat, den er am liebsten macht. Klappt aber nicht immer, vor allem, wenn dann wie aktuell eine Grippewelle durchs Wert fegt.
            Meine Leistung wird vom Oberwerkführer bewertet.
            Ich habe ganz klare Ziele, die auch mit ZDF (Zahlen, Daten und Fakten) belegt werden können (im positivem, wie in negativem)
            Ich bekomme von meinem Chef Informationen, wenn ich zu weit, von den vereinbarten Zielen abweiche. Damit ich reagieren kann.
            Und um auf den Kern zurück zu kommen.
            Niemand von uns weiß, wie oft der Tesla Mitarbeiter schon angesprochen wurde, dass die Leistungen nicht mehr passen.
            Und garantiert wird kein entlassener Mitarbeiter zugeben, dass der Vorarbeiter ihn bereits 2,3,4,5,6,7 oder mehr mal angesprochen hat und das die Kündigung auch berechtigt ist.
            Das sind alle schuldlose Lämmer, die zur Schlachtbank geführt wurden.
            Klar.

          • Kant

            hallo,
            bestätigt doch genau meine Aussagen: Sie haben (vermutlich) nicht deshalb die besten Mitarbeiter weil Jeder tut was er am liebsten mag, sondern was er am besten kann (hieraus ergibt sich dann auch die Motivation). Alles Weitere passt ja auch 100%: Sie stehen in ständigem Kontakt zu Ihrem Vorgesetzten, besprechen Ihre Ziele und passen diese, falls nötig, an die aktuelle Situation an. Zusammengefasst: gutes Arbeitsklima bringt auch gute Leistung (im Rahmen des Möglichen :-))

            Mein Punkt ist: dass mehrere Hundert Tesla-Mitarbeiter „auf einen Schlag“ wegen Minderleistung gekündigt wurden erscheint mir wenig plausibel – hier würde mich aber die Meinung Anderer im Forum interessieren – wie oft findet eine solche Beurteilung statt und welche Entlassungen sind hier aus der Vergangenheit bekannt?

          • Fritz!

            Ich befürchte, da wird Ihnen dieses Forum nicht viel nützen, denn ich vermute mal, hier wird kein Tesla-Mitarbeiter aus den USA mitlesen oder -schreiben.

          • W. Müller

            Das hat Microsoft auch öfter durchgeführt. Ich finde die Story gerade nicht aber habe das seinerzeit mit grossem Interesse verfolgt.

          • Karsten Jung

            Woher wissen sie denn, dass es diese Gespräche nicht auch mit den Mitarbeitern gegeben hat?
            Und jetzt bitte nicht als Antwort, weil es der gekündigte Mitarbeiter gesagt hat.

          • PV-Berlin

            Fataler Irrtum. Du kannst kündigen, nur mit der Begründung, dass das Vertrauensverhältnis nicht mehr passt, was vor allem da gerne gemacht wird, wo Mitarbeiter sich gegen Änderung ihres Arbeitsvertrages etc. stellen.

            Ist die Daimler AG groß genug für dich?

          • Karsten Jung

            Wie gesagt, bei uns ist die Personalabteilung (meiner Meinung nach) zu lasch. Die Mitarbeiter wissen insgeheim, dass sie machen können, was sie wollen und es passiert wenig.
            Ich habe nicht alleine die Macht, einen Mitarbeiter zu entlassen.
            Ich kann nur Auffälligkeiten meinem Vorgesetzten und der Personalabteilung melden und hoffen, dass die was unternehmen.
            Klar ist die Daimler AG groß.
            Wir haben nur rund 1250 Mitarbeiter im Werk.

  • McGybrush

    Ein fader beigeschmack bleibt. Egal ob rechtens oder nicht. Bei einseitiger Kündigung gibt es immer zwei Seiten der Argumentation.

    Was ich definitiv nicht gut finde wenn sowas fristlos und ohne Vorwarnung passiert.

    • Karsten Jung

      Gut finde ich das auch nicht.
      Und wenn es per Mail passiert schon gar nicht. Ein persönliches Gespräch mit Gründen gehört sich einfach.

  • Ulathar

    Nicht, dass ich die Kündigungen gut heißen würde, aber 2% erscheinen mir als völlig normal verglichen mit so ca. jedem anderen (größeren) Unternehmen. Insbesondere in den USA.

    Hab ich was verpasst?

  • ThomasJ

    Es geht ja auch anders:
    Tesla gibt deutschen Mitarbeitern deutliche Gehaltserhöhung
    https://www.welt.de/wirtschaft/article169760888/Tesla-gibt-deutschen-Mitarbeitern-deutliche-Gehaltserhoehung.html

  • kritischerGeist

    Bei all der Kritik sollte man nicht vergessen, dass Tesla viele ehemalige MAs der alten Autoindustrie vorher eingestellt hat, während andere massiv entlassen haben.. Dennoch finde ich den Zeitpunkt auch problematisch. Das Arbeitspensum von Musk kann man nicht auf normale MAs übertragen, s. Biografie.