Tesla-Mitarbeiter sagen, Kündigungen waren nicht leistungsbezogen

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Tesla Hunderten Mitarbeitern gekündigt hat, da durch Leistungsbewertungen festgestellt wurde, dass diese offenbar nicht die Anforderungen des Unternehmens erfüllten. Die Rede war von 400 bis 700 Mitarbeitern, darunter Ingenieure, Manager und Fabrikarbeiter, die Tesla innerhalb kürzester Zeit kündigte.

Nun berichtet CNBC nach Gesprächen mit ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern, dass diese dem Unternehmen vorwerfen, die Kündigungen zur Einsparung von Kosten und nicht aufgrund schlechter Leistungen der Mitarbeiter ausgesprochen zu haben. Die Mitarbeiter seien zudem nicht aufgeklärt worden, was an ihrer Leistung unzureichend war, heißt es.

Die meisten Kündigungen betreffen Mitarbeiter aus der Fahrzeug-Sparte, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Kündigungswelle soll demnach am Wochenende des 7. Oktobers begonnen haben und auch fortgeführt worden sein, nachdem diese von den Medien aufgegriffen wurde. Einige ehemalige Mitarbeiter sagten, dass sie „ohne Vorwarnung“ per E-Mail oder Telefon kontaktiert und aufgefordert wurden, am nächsten Tag nicht zur Arbeit zu kommen.

Ein Tesla-Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte, sagte gegenüber dem CNBC, dass er nicht glaube, dass die Kündigungen aufgrund mangelnder Leistungen ausgesprochen wurden. „Es sieht so aus, als hätte Leistung nichts damit zu tun. Die Gekündigten waren hauptsächlich die Höchstbezahlten in ihrer jeweiligen Position“, sagte der Mitarbeiter und suggeriert, dass es Kostengründe waren.

Tesla bewertet die Mitarbeiter anhand einer Skala von eins bis fünf. Zwei der gekündigten Mitarbeiter sagte, dass sie in vorherigen Leistungsbewertungen Werte von vier oder höher von ihren Vorgesetzten erhalten hatten.

In der Zeit vor den Massenentlassungen, als die Leistungsbewertung stattfand, soll Karim Bousta, Teslas General Manager of Services and Operations, laut Aussagen ehemaliger Mitarbeiter eine Mitteilung an die Belegschaft geschickt haben, in der mitgeteilt wurde, dass die Bewertungen verschoben wurden, damit sich die Mitarbeiter auf die Model 3-Produktion konzentrieren können.

Weiter ist noch ungeklärt, wie viele Kündigungen es tatsächlich gegeben hat. Die zunächst genannten 400 bis 700 Mitarbeiter entsprechen etwa ein bis zwei Prozent der über 33.000 Mitarbeiter von Tesla. Ein ehemaliger Mitarbeiter spricht jedoch von bisher mehr als 700 Kündigungen und beruft sich dabei auf interne Informationen, die ein Vorgesetzter geteilt hätte.

Tesla wollte die Anschuldigungen nicht kommentieren und verweist erneut auf die offizielle Stellungnahme, die man bereits vor einigen Tagen getätigt hat:

Wie bei jedem Unternehmen, vor allem einem mit mehr als 33.000 Beschäftigten, können Leistungsbeurteilungen gelegentlich zum Ausscheiden eines Mitarbeiters führen. Tesla wächst weiter und stellt weltweit neue Mitarbeiter ein.