Wohl um den Schwung beim Model Y zu erhalten, gibt Tesla für die Basis-Version in Deutschland jetzt 2000 Euro Rabatt – wie kurz vor der Vorstellung des chinesischen Konkurrenz-Elektroautos Xpeng L03 (s. Foto) bekannt wurde. Wie Tesla setzt auch Xpeng auf autonomes oder stark automatisiertes Fahren, aber die deutsche Zulassung des FSD-Systems dürfte mindestens bis Herbst auf sich warten lassen. In den USA nahm Tesla unterdessen die erste öffentliche Megacharger-Station für den Lastwagen Semi in Betrieb – und bietet die Säulen auch zur privaten Installation an.
Tesla-Bonus für kleinstes Model Y
In diesem Juni stand das Model Y erstmals wieder an der Spitze der rein elektrischen Neuzulassungen in Deutschland, und im ganzen ersten Halbjahr stiegen die Verkäufe einschließlich des Model 3 um satte 225 Prozent. Stärker als jede andere Marke profitierte Tesla dabei von der neuen deutschen Elektroauto-Förderung, wie am Montag bekannt wurde. Ab Februar gab es außerdem einen Hersteller-Bonus von 3000 Euro für die Basis-Version des Model Y. Im April endete diese Verkaufsförderung, doch jetzt gibt es eine neue.
Wie die vorherige wird sie auf der deutschen Website als „Tesla Bonus“ bezeichnet, die Höhe ist jedoch auf 2000 Euro gesunken. Den Bedingungen ist zu entnehmen, dass dieser Rabatt nur für das Model Y mit dem kleineren Akku und Heckantrieb gilt, also die Ende 2025 eingeführte Basis-Version. Regulär kostet sie ohne Extras 39.990 Euro plus 980 Euro für die Auslieferung. Außerdem bietet Tesla weiterhin eine Finanzierung zu 0 Prozent Zins an. Für die Premium-Versionen des Model Y und das Model 3 gibt es teils ebenfalls vergünstigte Zinsen, aber keinen direkten Rabatt.
KBA soll Tesla-FSD ausprobieren
Im Rest Europas sind die Tesla-Verkäufe im ersten Halbjahr ebenfalls spürbar gestiegen, wenn auch nicht so sprunghaft wie im vorher besonders schwachen Deutschland. Weitere Impulse erhofft sich CEO Elon Musk von der EU-Zulassung des Assistenz-Systems FSD Supervised. In den Niederlanden und dann vier weiteren kleinen Mitgliedsstaaten wurde das Tesla-System tatsächlich bereits erlaubt. Auch Deutschland hätte die niederländische-Ausnahme Genehmigung für FSD kurzfristig übernehmen können, will aber, wie jetzt bekannt wurde, die EU-Entscheidung abwarten.
Seit der FSD-Genehmigung durch die niederländische RDW im April werden Beamte und Parlamentarier in anderen EU-Ländern mit Anfragen von Tesla-Kunden eingedeckt, wann denn bei ihnen mit diesem Schritt zu rechnen sei. Eine davon ging Anfang Juli an Christian Hirte, CDU-Abgeordneter im Bundestag und Staatssekretär im Verkehrsministerium. Am Freitag wurde seine Antwort öffentlich. Und daraus geht hervor, dass Deutschland das Tesla-System wohl nur im Rahmen einer EU-weiten Zulassung bekommen kann.
Wohl noch im Juli werde das Kraftfahrt-Bundesamt ein Tesla „zur eigenständigen Erprobung des Systems“ bekommen, schreibt Hirte. Schon das lässt keine rasche FSD-Zulassung in Deutschland erwarten, doch der Staatssekretär wird in dieser Hinsicht explizit: Über die Typ-Genehmigung werde erst nach einer Abstimmung über die europaweite Genehmigung entschieden. Hirte will also auf den zuständigen Technik-Ausschuss auf EU-Ebene warten. Über das Thema Tesla-FSD hat das Gremium bereits beraten, darüber abstimmen dürfte es aber frühestens im Oktober.
Xpeng L03 als Rivale für Model Y
Zumindest in Deutschland ist selbst mit überwachtem FSD vor diesem Herbst also nicht mehr zu rechnen. Wenn die Zulassung dann erfolgt, dürften ungefähr zur gleichen Zeit die ersten Exemplare eines neuen Elektroautos aus China auf deutsche Straßen kommen: Am Donnerstag stellte Xpeng in München unter anderem sein Crossover-SUV L03 für den globalen Markt vor, einen direkten Konkurrenten für den Tesla-Bestseller Model Y. In China wird der Xpeng L03 unter der Submarke Mona zu Startpreisen deutlich unter 20.000 Euro angeboten, berichtet CnEVPost.
In Deutschland soll er ebenfalls weniger kosten als das Tesla Model Y, selbst wenn man den am Vortag eingeführten Rabatt für dessen Basis-Version berücksichtigt. Den kleinsten L03, mit 58 kWh LFP-Akku und 445 Kilometern WLTP-Reichweite, gibt es ab 35.600 Euro, also für etwa 2000 Euro weniger als den Tesla; das Model Y kommt mit kaum mehr Kapazität aber etwa 60 Kilometer weiter. Wie bei Tesla gibt es den L03 auch mit größeren Akkus, Allrad und besserer Ausstattung. Das Top-Modell AWD Performance Ultra kostet ab 46.600 Euro, rund 15.000 Euro weniger als das Tesla Model Y Performance, das allerdings deutlich mehr Reichweite und Leistung bietet.
Megacharger-Programm für Tesla Semi
In Europa weiterhin nicht verfügbar ist der Tesla Semi – und vom US-Markt, der als erster bedient werden soll, werden zwar immer neue Flotten-Bestellungen gemeldet, aber noch keine Auslieferungen im größeren Stil. Tesla ist jedoch dabei, ähnlich wie zuvor bei Pkw die Infrastruktur für elektrische Lastwagen zu schaffen: Am Freitag eröffnete das Unternehmen in Kalifornien seine erste öffentliche Megacharger-Station für den Semi. Anders als zwei frühere befindet sie sich nicht auf eigenem Tesla-Gelände und bietet bis zu 1,2 Megawatt Ladeleistung.
Nach Angaben auf der „find us“-Seite von Tesla sind in den USA noch etwa fünf Dutzend weitere Megacharger-Standorte geplant. Wie der Leiter dieses Bereichs auf X erklärte, begann mit der Eröffnung der Station bei Los Angeles der Aufbau des Megacharger-Netzes, der sich zunächst auf die wichtigsten Routen und Depots konzentrieren werde. Semi-Kunden sollen jedoch auch eigene Ladestationen mit Tesla-Technik bauen können, was in manchen Bundesstaaten derzeit großzügig gefördert werde.
The beginning of the Megacharger network
Build-out is focused on the most important Semi routes and depots first. Follow our progress here: https://t.co/Z8R4uE8mnX
For Semi customers who can install Megachargers or Basechargers at their depots, we recommend installing their own… https://t.co/li4WG1LKla pic.twitter.com/eMlWzRM91u
— Max (@MdeZegher) July 17, 2026
Auf einer offenbar neu eingerichteten Seite kann man nachsehen, was eine Semi-Ladestelle kostet: Für 188.000 Dollar bekommt man zwei Megacharger-Säulen für je 1,2 Megawatt mit dem nötigen Schaltschrank, Service und Lieferung; bei mehr scheint der Preis exakt proportional zu steigen. Das als „Megacharger for Business“ bezeichnete Programm ähnelt dem, das Tesla im Frühjahr 2025 mit seinen Pkw-Superchargern auch für Europa ins Leben gerufen hatte, war zunächst aber nur auf der US-Seite zu finden.
