Elon Musk ist einer von 17 Beratern in Trumps „strategisches Forum“

Obwohl Elon Musk sich öffentlich kritisch gegenüber Donald Trump als Amerikas Präsidenten geäußert hat, ist er nun von eben diesen zum Berater für Wirtschaftsfragen ernannt worden. Insgesamt 17 Berater hat Trump für sein „strategisches Forum“ ernannt, darunter auch Travis Kalanick, CEO des Fahrdienstleisters Uber, und Indra Nooyi, CEO von PepsiCo.

Zunächst wurde angenommen, dass es Musk mit seinen Unternehmen Tesla und SpaceX in Zukunft schwer haben würde, gegen den Lobbyismus der Öl- und Energiekonzerne unter Trumps Präsidentschaft anzukommen. Nun zeigt sich aber, dass Trump auch für Musks Visionen ein offenes Ohr hat, wenn dieser weiterhin den Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten ankurbelt.

Tesla beschäftigt nach der Übernahme von SolarCity mittlerweile über 30.000 Mitarbeiter weltweit. Mehrere tausend Stellen sollen in den kommenden Jahren in der Produktionsstätte Fremont entstehen. Zudem könnten in der Gigafactory in Nevada in drei bis vier Jahren bis zu 10.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Wenn Klimawandel kein Argument für Trump ist, dann könnte Musk zumindest mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze mit seinen Unternehmen punkten.

Die gesamte Liste der ökonomischen Berater liest sich wie folgt (via Business Insider):

  • Elon Musk, Geschäftsführer von Tesla, Solar City und SpaceX
  • Travis Kalanick, Mitbegründer des Fahrdienstvermittlers Uber
  • Indra Nooyi, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsfürerin von PepsiCo
  • Stephen Schwarzman (Vorsitzender), Vorstandschef und Geschäftsfüher von Blackstone
  • Paul Atkins, Chef von Patomak Global Partners
  • Mary Barra, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin, General Motors
  • Toby Cosgrove, Cleveland Clinic
  • Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer JPMorgan Chase & Co.
  • Larry Fink, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer, BlackRock
  • Bob Iger, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer, The Walt Disney Company
  • Rich Lesser, Präsident und Geschäftsführer, Boston Consulting Group
  • Doug McMillon, Präsident und Geschäftsführer, Wal-Mart Stores Inc.
  • Jim McNerney, ehemaliger Vorstandsvorsitzender, Präsident und CEO of Boeing
  • Adebayo „Bayo“ Ogunlesi, Vorstandsvorsitzender and Partner, Global Infrastructure Partners
  • Ginni Rometty, Vorstandsvorsitzende, Präsidentin und Geschäftsführerin, IBM
  • Kevin Warsh, Hoover Institute, ehemaliges Mitglied des „Federal Reserve System“
  • Mark Weinberger, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer, EY
  • Jack Welch, ehemaliger Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer, General Electric
  • Daniel Yergin, Pulitzer-Preis-Gewinner, Vize-Vorstandsvorsitzender, IHS Markit
  • Jens B. H.

    Sag ich doch!

  • Pamela

    Also, ein Präsident strahl durch ein funkelndes Beraterteam ! Für so schlau habe ich ihn nicht gehalten. Und Trumps Spruch „Everybody in this room has to like me at least a little bit“ zeigt, dass er nicht auf Krawall gebürstet ist, sondern zunächst mal positiv an eine Zusammenarbeit rangeht – und beliebt sein möchte (wie süüß, aber ich mag ihn trotzdem nicht).
    Ich hoffe, Elon und Trump vertragen sich ne Weile und Elon gelingt es, ihn von der Meinung „Klimawandel nennt man Wetter“ noch ganz abzubringen.

    • ThomasJ

      „Mach deine Feinde zu Freunde und du hast den gewonnen ohne Krieg zu führen“.

      Oder in diesem Fall:
      „Integriere deine schärfsten Kritiker in eine Beraterrolle ohne Entscheidungsbefugnisse. Wenn du (Trump) falsch entschieden hast, wurdest du schlecht beraten (ökonomische Berater), wenn du (Trump) richtig entschieden hast, bist du der richtige Präsident“.

      Ich sehe das etwas pessimistischer. Nach der ganzen Polemik im Wahlkampf ist diese nun sicher nicht durch eine geläuterte Einsicht (Ökonomie/Ökologie ist wichtig) in 180 Grad Richtung „Gutmensch“ verschoben. Er führt Politik wie ein grosses Unternehmen, wo er sich seine Kompetenzen (Silikon Valley etc. haben Kompetenzen, das kann er nicht leugnen) für sein politisches Ziel nutzt und vor allem benutzt. Und sich diese Kritiker in einem Beraterstatus so vom Leibe hält.

      Und nicht zu vergessen seine klaren Statements „first Amerika, second Amerika“ was als Weltmacht eher das Statement einer Bananenrepublik ist. Und dafür hat er ja seine Berater in der ökonomischen Wirtschaft, die er für seine Ziele und der entsprechenden politischen Windrichtung so missbrauchen kann.

      • Jens B. H.

        – Die Welt besteht nicht nur aus aus Weltvernichtern und Gutmenschen auch wenn dir ARD und ZDF gerne das Gegenteil erzählen. Denk mal drüber nach!

        -Trump ist ein Wirtschaftsmensch und damit auch immer Oportunist. (Was übrigens kein Schimpfwort ist!) Daher frägt er die Leute, die seiner Meinung nach die größte Ahnung haben und das sind eben, die Erfolgreichsten!

        -Die Taktik, seine größten Kritiker zu seinen Untergebenen zu machen ist „The Merkel Way“, höchst deutsch und niemals eine Taktik von Erfolgreichen.

        -Elon Musk war und ist kein Gegner von Trump. Das einzige was er getan hat, war zu sagen, dass Trump nicht der Richtige sei. Also genau das was die sehr lauten Gegner hören wollte. Und Elon konnte sich dann wieder aufs Wesentliche konzentrieren.

        • ThomasJ

          Ich sehe Trump nicht als Weltvernichter. Was er in seinem Wahlkampf alles von sich gegeben hat ist aber näher an dem als an Weltverbesserer. Solche Statements oder Handlungen musste man in der Vergangenheit von amerikanischen Präsidenten, auch nicht bei den Bush, nicht im
          Ansatz wahrnehmen. Wahlkampf ist ja nicht einfach eine andere Welt und nachher ist er auf der Erde gelandet und alles wird besser?

          Trump ist ein Wirtschaftsmensch. Das ist richtig. Opportunist bist du dann, wenn es deinen wirtschaftlichen Zielen dient. Als Politiker in der Regierung (nicht Opposition) musst du auch Opportunist sein. Das Dient dann den Menschen die du regierst und auch andere Meinungen haben wie du und somit nicht nur deinen ursprünglichen, eigenen politischen Interessen dient. Als Politiker habe ich ihn noch nicht wahrgenommen. Das ist der Unterschied.
          Wir hatten in der Schweiz eine „ähnliche“ Konstellation. Da war ein äusserst erfolgreicher Wirtschaftsvertreter in das höchste politische Amt gewählt worden und ist mit seinem (u.A.) Wirtschaftsdenken gescheitert.

          EM und die anderen Ökonomen haben das Richtige getan. In so einem Beraterstab ist er so nah an Entscheidungen und hat so viel Einfluss wie es für ihn möglich ist. Ich habe meine Sichtweise betreffend Trump und seinen Motive geschildert.

          Ich traue Trump (noch) nicht. Mit den Leuten die nun ein Amt besetzten noch weniger. Und die sind weisungsbefugt. Wenn ich mich irre und „alles wird gut“, freue ich mich umso mehr.

          PS: Ich schaue selten ARD und ZDF, eher SRF. 😉

      • Pamela

        Ich glaube den Wahlkampf kann man abhaken, das gilt nicht mehr.
        Wenn Trump der Geschäftsmann ist, für den ich ihn halte, kennt er weder Freund noch Feind. Er will Erfolg haben. Für wen, wie und mit wem – das ist noch eine große Überraschungstüte. Aber dass er verschiedenen zurhört (und wenn das nicht nur Show ist), wäre das erste Positivum, dass ich mit ihm verbinde würde.

        In Deutschland hört die Koalition vor allem in eine Richtung. Die Motive und die Qualität der „Berater“ die da ins Ohr flüstern dürfen, sind für mich sehr fragwürdig.

        • ThomasJ

          Wir sind uns ja teslatechnisch so ziemlich einig und betr. M3 freuen wir uns beide wie ein kleines Kind vor Weihnachten darauf :-))) .
          Das Thema Trump wäre wohl besser im Dialog zu führen, weil es nicht nur mit Fakten und Zahlen, sondern auch mit Einstellungen, Emotionen und politischer Position zu tun hat. Hier bei einem Bier zu diskutieren wäre einfacher, mit Buchstaben zu führen finde ich schwierig.

          Hier noch ein Wort:
          Für mich ist der Wahlkampf nicht einfach abgehackt. Er hat da so viel Hass bei seinen Wähler, gegen die Gegner und in der Bevölkerung insgesamt geschürt, sich sexistisch verhalten und andere Grenzen viel zu weit überschritten, die er bewusst angewendet und vertreten hat. Trump ist heute immer noch Trump. Nur weil er sich nicht mehr mit diesem Gesicht zeigen kann/will, hat auch nicht zwangsläufig seinen Charakter verändert.

          Die Definition von Erfolg den er haben will, ist eine Sache der Position. Seine angekündigte Abschottungspolitik, das Schliessen von Grenzen und deleten von Handelsabkommen, sowie das sich zurückziehen in Allianzen betrachtet er als zukünftigen Erfolg für die Amerikaner. Da hat es aber viele, auch Amerikaner, die so eine Isolation nicht als Erfolg, bzw. Wachstum der eigenen Wirtschaft prognostizieren, was sein oberstes Ziel zu sein scheint.

          Ich sehe Trump auch als „Überraschungstüte“. Reagan war das zu seiner Zeit vor dem Amt auch, der war aber mit weniger Hass und Polemik unterwegs. „Überraschungstüten“, Polemik und Hass sind sonst Präsidenten die man in Bananenrepubliken findet. Zum Glück hat Trump nicht die Möglichkeit diktatorisch zu regieren, weil da ja noch Senat und Kongress sind.

          Und jetzt ein „high five“. Auf unser M3! :-))
          Liebe Grüsse

          • Pamela

            Du hast recht, zwischendurch immer wieder an was Schönes denken … 😉
            High five, lieber Thomas,
            und liebe Grüße auch an Deine zukünftige M3-Fahrerin 🙂

  • PV-Berlin

    Er hat Jack Welch ins Gremium aufgenommen, damit ist klar, dass es sich hier nicht um eine Alibi-Veranstaltung handeln wird. Der Mann war über viele Jahre der Herrscher über die Industrielle Welt und mit Abstand der mächtigste Mann der USA. Wer ihn nur einmal in Aktion erlebt hat, wird es nie mehr vergessen! Gegen ihn, ist Trump ein warmherziges kleines, süßes und schwules Kätzchen.

    Der Beiname von Jack ist kein Scherz!

    Selbst wenn das Gremium keine einzige wirksame politische Entscheidung vorbereitet, ist die Zusammenkunft dieser Männer ein Grant dafür, dass die US Wirtschaft eine vollkommen neue Richtung einschlagen kann.

    Auffallend ist ja wohl, dass weder die Kohle, noch Öl oder gar die Fracking Industrie mit am Tisch sitzt. Blackstone & BlackRock stehen für so unglaublich viel Geld (reale Investitionen) das nur ein winziger Funken genügt und es ist aus die Maus!

    Die beiden könnten alleine für 5.000.000 neue Arbeitsplätze sorgen und dabei auch ihre Anleger, den Steuerzahler, der Handelsbilanz und den Grünen viel Spaß bereiten.

    *Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern, wenn ich Morgen die Wahlen gewinnen muss?

    • ThomasJ

      Ich habe bei Ihrem Kommentar den Verdacht, dass Ihr Weltbild nahe an dem von Trump zu sein scheint. Der Schreibstil deutet jedenfalls darauf hin.

      Wie schon weiter unten von mir geschrieben, mach ich mir weniger um das Beraterteam Sorgen (Welch ist ja mittlerweile auch „altersmilde“ geworden und sieht seine früheren Konzepte selber als „dumme Idee“ https://de.wikipedia.org/wiki/Jack_Welch , als Hardliner passt er aber trotzdem gut zu Trump).

      Beraterteams gibt es in jeder Regierung mit mehr oder weniger Kompetenz. Trump ist das Problem, bzw. die „Überraschungstüte“ wo niemand weiss was er will oder kann (ich rede von Politik nicht von Wirtschaft), jeder aber sein Wunschdenken – wie Trump sein sollte – in ihn hineinprojiziert – und es kommt anders als man denkt.
      .

      • PV-Berlin

        Dazu müssten wir zuerst beide das Weltbild von Trump kennen. Sie haben den Kern von J.W. gut erkannt, er lernt dazu, deshalb ist er so überzeugend. Und er ist glaubwürdiger als jeder Grüne und sein Einfluss auf das Kapital, auf Menschen mit Macht nicht hoch genug zu bewerten.

        Man muss sich in dem Krieg, die richtigen Krieger suchen und notfalls mit Trump ins Bett legen.

        Ich behaupte mal ganz frech! Das Trump der grünste Präsident aller Zeiten sein wird. Das bedeutet ja nicht, dass er freiwillig und mit voller Einsicht machen wird.

        • ThomasJ

          Wenn Sie den Wahlkampf von Trumpf und seine Aussagen mit verfolgt haben, haben Sie auch ein Ahnung vom Weltbild von Trump. Das ist nicht so schwierig.
          Ist der Rest von Ihren Kommentar, den Müll den ich hier lese, Ihr Ernst oder ist das (wie ich doch hoffe) zynisch gemeint?

          • PV-Berlin

            Wenn ich sie überfordert, darf das nicht mein Problem sein.