Panasonic könnte das Head-up-Display für das Model 3 liefern

Obwohl das Tesla Model 3 mit mittlerweile über 400.000 Vorbestellungen zum größten Erfolg der Tesla-Unternehmensgeschichte werden könnte, sind noch nicht alle Informationen zum Fahrzeug veröffentlicht worden. So ist beispielsweise noch nicht klar, wie das finale Interieur aussehen wird, zumal die gezeigten Prototypen nach aktuellen Standards recht spartanisch ausgestattet waren.

Da die Prototypen des Model 3 über kein Instrumentendisplay verfügen, wird spekuliert, ob Tesla stattdessen ein Head-up-Display (HUD) installiert, welches alle nötigen Informationen direkt an die Scheibe projiziert. Ein HUD würde ein gewöhnliches Instrumentendisplay redundant machen und zur Aussage von Elon Musk passen, der die Steuerung mit der eines Raumschiffs verglich.

Nun hat Musk kürzlich jedoch bekannt gegeben, dass man sich mit Ankündigungen rund um das Model 3 erst einmal zurückhalten möchte. Die nächste offizielle Präsentation des finalen Fahrzeugs soll noch im 1. Quartal 2017 stattfinden, erfahrungsgemäß am 31. März. Das bedeutet jedoch nicht, dass man in der Zwischenzeit nicht spekulieren darf.

Der Onlinehändler für inoffizielles Tesla-Zubehör, EVANNEX, hat einen neuen Artikel im eigenen Blog veröffentlicht, der auf eine mögliche Kooperation zwischen Tesla und Panasonic im Bereich des Head-up-Displays hindeutet. Ein solches HUD soll Panasonic passenderweise auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) vorgestellt haben – neben einem Model X, einen Tesla-Supercharger und den neuen 2170 Batteriezellen, die im Model 3 Einzug finden werden.

Das von Panasonic vorgestellte HUD kann größere virtuelle Bilder auf die Scheibe im Blickfeld des Fahrers projizieren und mittels Augmented Reality (AR) dem Fahrer weitere Informationen oder sogar Warnhinweise über mögliche Gefahren anzeigen. Es soll das traditionelle Instrumentendisplay ersetzen und damit auch verhindern, dass der Fahrer die Aufmerksamkeit von der Straße nimmt.

Das Head-up-Display von Panasonic nutzt acht Kameras, darunter zwei, die den Kopf und die Augen des Fahrers verfolgen. Die Kameras können die seitlichen Abgrenzungen der jeweiligen Straße erkennen und diese als Referenzpunkte nutzen, um das AR-Bild in das Blickfeld des Fahrers zu platzieren. Dies wird dann stetig kontrolliert und der Kopfbewegung angepasst.

Vergleich: Demonstration des HUD von Panasonic aus dem YouTube-Video und das Interieur des Tesla Model 3-Prototypen.

Bisher haben weder Tesla noch Panasonic eine Zusammenarbeit in diesem Bereich bestätigt. Da man jedoch bereits in der Zellproduktion erfolgreich miteinander kooperiert und die Zusammenarbeit in den letzten Jahren immer weiter intensiviert hat, ist es nicht undenkbar, dass auch weitere Fahrzeugteile im Model 3 von Panasonic geliefert werden.

  • raleG

    Wenn das HUD im Einkauf nicht mehr kostet wie eine normale Anzeige – ok, sehr gerne. Wenn nicht, kann ich nur hoffen, dass die Basis-Ausstattung des Model 3 so spartanisch und damit so günstig wie möglich bleibt. Eine Geschwindigkeits-, AP- und Batterieanzeige in der schmalen schwarzen Leiste würden mir reichen – den Rest an Information bitte über das Zentraldisplay.
    Als Sonderausstattung kann man ein HUD gerne anbieten (bei BMW ca. 2000€).
    Auf der anderen Seite, vermeidet Tesla gerne Varianten in der Produktion. Mal sehen was kommt 😉

    • PV-Berlin

      für 2.000 $ fertigen die dir 40 I-Phon 7, da mache ich mir keine sorgen, dass E.M. den weg geht und angesagte Technik zu irrwitzigen Kursen nur als Extra anbietet. Ich ahne das der Beitrag ganz oben stimmt. Wahrscheinlich ist die Einrichtung auf das Model selbst das teuerste daran. Wenn Tesla sich dafür absurd teuere D.- Studien, Muster, Werkzeuge etc. spart, wird das wohl kommen. Auch die Montagekosten reduzieren sich ja erheblich, selbst wenn Tesla das nicht selbst macht, macht es ja jemand.

  • cleeee

    Ich würde es sehr begrüßen wenn Tesla ein ausgeklügeltes aber einfaches HUD Display für alles wichtige für den Fahrer verwendet. Dieses würde die Aufmerksamkeit wieder mehr auf die Straße lenken. Das Interface von heutigen Autos ist teilweise fast schon zu überladen. Für alle anderen und weitergehenden Einstellungen hätte man ja dann den 15 Zoll Screen.

  • Philipp

    Das sieht wirklich nach einem Raumschiff aus! Mega gut. So langsam muss ich meine Vorbestellung abschicken

    • Ralph

      Erst jetzt die Reservierung tätigen? Da scheinen sie eher spät dran zu sein. Vor 2019 wird das dann nichts mehr mit der Jungfernfahrt.

  • Fritz!

    So in der Art hatte ich mir gedacht, das es kommen könnte. Auf die Idee, die Bilder der Seiten- oder Rückfahrkameras in die Windschutzscheibe einzublenden kam ich irgendwie nicht.

    Eher auf die Idee, den Bereich der direkt vor dem Auto liegt, auf die Motorhaube zu projezieren, bzw. in die Scheibe an passender Stele einzublenden (eine „durchsichtige Motorhaube“ sozusagen) kam ich.

    Bin gespannt auf den 31.3.2017.

  • Skynet

    Ob ein alleiniges HUD in der EU zugelassen wird dürfte spannend sein. Zumal es dann wirklich in allen Situationen einwandfrei sichtbar sein müsste. In Großserie dürfte es nicht teurer wie eine „normale“ Anzeige werden. Ich hatte auch bereits Fahrzeuge mit HUD und empfand es als sehr angenehm. Allerdings kenne ich auch Leute die es eher als störend empfanden.

    @TK „redundant“ steht u. a. für Überfluss aber nicht für überflüssig. Vielmehr meint man damit, wenn das selbe mehrfach vorhanden ist, insofern besser in „überflüssig“ ändern.

    • Teslamag.de (TK)

      Es wäre doch dann dasselbe mehrfach vorhanden. Das wollte ich ja damit ausdrücken. Zwei Geschwindigkeitsanzeigen etc.

    • James

      soll ja eh noch auf dem Bildschirm angezeigt werden, bzw angezeigt werden können…. wenn ich mich richtig erinnere wurde das von einer der Fahrer beim Release gesagt..

    • PV-Berlin

      Redundant ist ja kein englisches Wort. Es ist so klar, dass beide „Übersetzungen“ falsch sind. Redundant ist auch z.B. Bremssystem eines Autos oder die Stromversorgung einer Großstadt.

  • James

    also ich find es vollkommen glaubhaft dass in größerer Stückzahl ein HUD sogar deutlich günstiger sein könnte als normale Anzeigen… Ist eigentlich sehr schlau sich nur auf eins der beiden zu konzentrieren, statt redundant zu sein… denk da werden sie sich noch anderes einfallen lassen um kosten zu sparen….

    • Nelkenduft / AHF

      Wenn ich mir die Komplexität dieses Systems ansehe, dann kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es jemals günstiger wird als die aktuellen, sehr spartanischen Digitalanzeigen in Kleinwagen.

  • Pamela

    OT. Hier noch zwischendurch das Neueste zur Gigafactory in Europa:

    http://energyload.eu/elektromobilitaet/elektroauto/tesla-fabrik-europa/

    „Elon Musk selbst soll Angaben des „Figaro“ zufolge letztes Jahr gesagt haben, er schwanke zwischen Frankreich und Deutschland.“
    „Wer Elon Musk letztendlich überzeugen kann, soll Mitte des Jahres bekannt gegeben werden.“

    • PV-Berlin

      Dem Figaro zu sagen Frankreich ist schon draußen, traut sich selbst ein E.M. nicht. Also wie zu erwarten war, es wird D. Spannend bleibt, welche Region das rennen macht..

  • Christoph Reichelt

    Ein HUD in großen Stückzahlen dürfte weniger kosten als ein klassischer Instrumentencluster, der halt immer noch eine Menge Mechanik enthält. Und selbst ein zweites Display erfordert einen gewissen Aufwand und dürfte gegenüber dem HUD ungefähr kostenneutral sein.
    Mir erscheint die Lösung „freistehender Touch-15-Zoller mit Primäranzeige plus HUD mit Augmented Reality“ sehr logisch, wahnsinnig attraktiv und deshalb höchst wahrscheinlich, weil sich auf diese Weise ein Maximum an Funktionalität mit geringem Gewicht und niedrigen Kosten kombinieren lässt.
    Ich bin gespannt, ob 1) die Gespräche mit Conti, die ja scheinbar stattgefunden haben einfach nur dazu gedient haben, eine zweite Meinung zu holen und ein Panasonic-System kommt, oder 2) Conti sein AR-HUD liefern darf oder 3) sogar eine Kooperation stattfindet.

    • PV-Berlin

      Danke. Ein kleiner 15 Zoller wird es schon werden müssen, um die Oberschlauberger in Europa D. zu beruhigen. Neben dem Fakt sehe ich die passive Sicherheit deutlich erhöht.
      Der ganze Kram, der unberechenbar zerbröselt und splittert direkt vor dem Fahrer den gibt es nicht mehr und mehr Platz sollte auch da sein, das Lenkrad im Falle eines heftigen Aufschlages aufzunehmen.

      Ich ‚fürchte‘ der GEN 3 wird in Sachen Sicherheit ganz neue Dimensionen in der Klasse erreichen können.

      Das Platzgefühl wird sicher gewöhnungsbedüftig sein, echte BMW Fahrer, werden die Enge (Kuschlig) vermissen.