Besonders gefragt waren die Elektroautos von Tesla in Europa zuletzt nicht – aber wie sich jetzt zeigte, sind Model 3 und Model Y die sichersten Fahrzeuge ihrer Klasse und werden insgesamt nur vom Mercedes CLA übertroffen. Wie zudem CEO Elon Musk ankündigte, wird die FSD-Assistenz für sie bald nur noch im Abo erhältlich sein. Später präsentierte er etwas, bei dem es sich um die dritte Version des Roboters Optimus handeln könnte. In Texas nahm Tesla seine Lithium-Raffinerie in Betrieb. Die EU einigte sich mit China über Elektroauto-Importe, nimmt aber Plugin-Hybride in den Blick.
Model 3 & Model Y Klassen-Sieger
Am Mittwoch veröffentlichte die Organisation Euro NCAP eine Übersicht über die nach ihren Kriterien sichersten Autos, die sie im vergangenen Jahr getestet hat. Dabei geht es nicht mehr nur um Crash-Sicherheit, sondern auch um den Schutz verletzlicher Verkehrsteilnehmer und um Systeme, die Unfälle im Vorfeld verhindern sollen. Und Tesla schnitt dabei ausgesprochen gut ab: Die Premium-Elektroautos Model S und Model X hat Euro NCAP 2025 nicht neu bewertet, aber aktuelle Model 3 wie Model Y wurden als die sichersten Fahrzeuge ihrer Klasse eingestuft.
Model 3 & Y both receive Euro NCAP’s Best in Class award
Model 3 is the safest Large Family Car
Model Y is the safest Small SUV pic.twitter.com/yZ7fcql7vg
— Tesla Europe & Middle East (@teslaeurope) January 14, 2026
Auf diesen Erfolg seiner zwei Volumen-Elektroautos wies Tesla in einem X-Beitrag hin. Demnach bekam das Model 3 die Auszeichnung „Best in Class“ bei großen Familien-Autos, das Model Y sicherte sich diese Position in der Klasse der kleinen SUV. Die besten Bewertungen erhielten beide mit 93 Prozent beim Schutz von Kindern an Bord, während das Model Y mit 92 Prozent bei Assistenz besser abschnitt als das Model 3 mit 87 Prozent, obwohl beide die gleiche Technik haben. Bester aller Klassen wurde laut Euro NCAP das Mercedes-Elektroauto CLA.
Tesla FSD bald nur noch als Abo
Allgemein weniger Unfälle verspricht CEO Musk sich und der Welt mit Hilfe des Tesla-Systems FSD (für Full Self-Driving), das nach seinen früheren Ankündigungen längst gelernt haben sollte, selbstständig sicherer zu fahren als ein Mensch. Die in Deutschland als „volles Potenzial für autonomes Fahren“ bezeichnete Option lässt sich in Europa mangels Zulassung allerdings immer noch nicht nutzen, was sich laut Tesla ab diesem Februar zunächst in den Niederlanden ändern soll. Möglicherweise wird man sie dann aber gar nicht mehr kaufen können, denn überraschend kündigte Musk an, dass Tesla FSD ab Mitte des Monats nur noch im Abo anbieten wird.
In den USA, wo Kunden FSD mit dem Zusatz „supervised“ schon nutzen können, gibt es dieses Modell bereits. Im Monatsabo alternativ zum Kauf für 8000 Dollar kostet das Extra 99 Dollar, nachdem Tesla anfangs das Doppelte dafür verlangte. Über die Gründe für die Umstellung wurde viel spekuliert, aber ohne überzeugendes Ergebnis. Offen blieb zunächst auch, ob die Musk-Ankündigung für Europa gilt. Ein Bericht von Auto Express spricht dagegen: Laut der britischen Publikation sagte ein Tesla-Sprecher, ein FSD-Abo sei wohl nicht sinnvoll, bevor die Funktionen wirklich genutzt werden können.
KI-Video mit Musk und Roboter
Wichtiger als autonomes Fahren und erst recht als der Verkauf gewöhnlicher Elektroautos ist laut Musk der Roboter Optimus, der „das größte Produkt aller Zeiten“ werden und 80 Prozent eines zukünftigen Billionen-Werts von Tesla ausmachen soll. Hier steht für Q1 die Vorstellung der zur Produktion vorgesehenen Version 3 an. Die scheint es als Prototyp bereits zu geben, denn der Investor Jason Calacanis berichtete, Optimus v3 gesehen zu haben. Der Roboter werde vergessen lassen, dass Tesla je Elektroautos produzierte, sagte er nach einem Besuch Ende 2025.
Feeling Optimustic about the future! pic.twitter.com/OBuXmTFe0c
— Elon Musk (@elonmusk) January 15, 2026
Auch von Musk selbst kam jetzt ein Ausblick auf die Roboter-Zukunft. Er fühle sich „Optimustic“, schrieb der Tesla-Chef auf X, und veröffentlichte dazu ein kurzes Video, das ihn beim Tanzen zusammen mit einer schwarzen Roboter-Figur zeigt. Wie man einem Link dazu entnehmen kann, wurde es von seiner KI Grok produziert, aber die Grundlage dafür war offenbar ein reales Foto. Für manche Fans war deshalb klar, dass der CEO einen ersten Blick auf den heiß erwarteten Tesla-Roboter in seiner neuesten Form erlaubt hatte. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.
Tesla startet Lithium-Raffinerie
Ein echtes Video widmete Tesla dagegen einem Projekt, das nach Darstellung des Unternehmens „Energie-Unabhängigkeit für Amerika“ verspricht: einer Lithium-Raffinerie im Bundesstaat Texas. Das Metall in verarbeiteter Form wird derzeit für praktisch sämtliche Elektroauto- und großen stationären Batterien benötigt und weit überwiegend aus China bezogen. Den ersten Spatenstich für die eigene Raffinerie hatte Tesla im Frühjahr 2023 gemeldet, nachdem Musk dieses Geschäft zuvor als „Lizenz zum Gelddrucken“ bezeichnet hatte.
Noch 2025 sei die Anlage voll in Betrieb gegangen, heißt es in dem Video auf YouTube. Sie sei die erste ihrer Art in Nordamerika, das genutzte Verfahren billiger und sauberer als andere. Angaben zum Volumen machte Tesla nicht, lobte sich aber dafür, mit der neuen Technologie schnell gewesen zu sein wie noch niemand. Weniger begeistert zeigte sich der Lithium-Analyst Joe Lowry: Das Video enthalte viele unbelegte Behauptungen, Projekte in China seien schneller, und die Tesla-Raffinerie komme spät und tue nichts für Energie-Unabhängigkeit, schrieb er auf X.
Zoll für Hybrid-Elektroautos aus China?
Sorgen vor einer Übermacht Chinas bei erneuerbaren Energien stehen auch hinter den Strafzöllen für Elektroautos aus dem Land, die im Jahr 2024 die EU einführte. Tesla kam mit letztlich 7,8 Prozent deutlich billiger davon als lokale Hersteller oder europäische Unternehmen, die aus China in die EU importieren. Wohl auch deshalb wurde weiter intensiv verhandelt, und jetzt gab es ein Ergebnis dazu: Die EU-Kommission veröffentlichte Leitlinien, nach denen Elektroauto-Importeure um die Zusatz-Zölle herumkommen können, wenn sie sich stattdessen verpflichten, bestimmte Mindestpreise nicht zu unterschreiten.
Für Kunden läuft das im Prinzip auf das Gleiche hinaus, denn Elektroautos aus China bleiben für sie teurer als ohne die EU-Intervention. Gelobt wurde aber, dass eine Einigung im Rahmen von WTO-Regeln möglich war und ein Handelskrieg vermieden wurde. Wirklich Frieden scheint allerdings nicht zu herrschen: Laut einem Bericht von Euractiv denkt die Kommission darüber nach, Zölle für Plugin-Hybride zu erheben, die bislang ausgenommen waren. Darauf hatten chinesische Hersteller wie BYD reagiert, indem sie verstärkt solche Teilzeit-Elektroautos in die EU brachten.
