SolarCity kündigt „Solardächer“ an, bei denen das Dach an sich aus Solarmodulen besteht

Vor zwei Tagen hat SolarCity den Conference Call zum veröffentlichten Quartalsbericht abgehalten, an dem auch Elon Musk teilnahm. Die die Übernahme von SolarCity durch Tesla beinahe schon in trockenen Tüchern ist, war die Anwesenheit von Musk im Conference Call nicht völlig überraschend. Interessant war jedoch eine Aussage über die zukünftigen Produkte von SolarCity.

Musk erklärte (via Electrek), dass man in Zukunft ganze Solardächer anbieten wird, die das Gegenteil von Solarmodulen sind, die auf dem Dach installiert werden. Laut Musk hat man dann ein „schönes Dach“ und „kein Gegenstand auf dem Dach“. Das bedeutet, dass das Dach an sich aus Solarmodulen bestehen wird, womit man wiederum in den Dachbau eindringt.

Der CEO von SolarCity, Lyndon Rive, ergänzte, dass in Amerika jährlich fünf Millionen Dächer erneuert werden müssen. Wenn man ein neues Dach kauft, wird man eher selten noch zusätzlich in Solarmodule investieren. Wenn das neue Dach aber selbst aus Solarmodulen besteht, könnte es schon wieder anders aussehen. Musk sieht hierbei einen „riesigen“ Markt, heißt es.

Musk und Rive wollen zum Ende des Jahres zwei neue Produkte aus dem Hause SolarCity (bis dahin womöglich Tesla) vorstellen. Eines dürfte das Solardach sein und ein anderes möglicherweise ein neues, effizienteres Solarmodul, welches sich auf bestehende Dächer installieren lässt.

  • Michael

    Schöner mag das sein, aber auch viel teurer. Solche „indach“ Lösungen gibt es schon, bloß der Installationsaufwand ist höher, die Module teurer und der Wirkungsgrad geringer (keine Hinterlüftung/Zirkulation zur Kühlung).
    Solarcity sollte sich mal lieber überlegen wie die von über 3$ pro W (Schlüsselfertig netto) Kosten runter kommen auf ein Niveau, dass für den Normalverbraucher auch lohnenswert ist. Wir sind hier in D bei 1,1 € pro W (Schlüsselfertig netto), wobei die Module an sich kaum mehr als 52 ct/W Kosten im Großhandel. Ich denke Solarcity zahlt für das Modul auch nicht mehr, deswegen steckt der Wurm da woanders drin. Ist die Organisation doch nicht so einzigartig effizeint wenn der deutsche Michel das um Welten günstiger bei höheren Personalkosten hinbekommt?

    • Peter Germann

      Ich denke die Strategie ist gut, denn man bezahlt nur einen Aussendach nicht zwei und das Problem mit der Hinterlüftung lässt sich mit einer einachen Unterdachkonstruktion läsen. Optisch ist es allemal schöner. Ein höherer Preis ist daher angemessen zumal der Wert vom Haus nicht gemidert wird.

    • PV-Berlin

      3 $ ist in etwa das Niveau, welches wir 2010 in D. für kleine PV Anlagen auf EFH Dächern hatten. In-Dachlösunen bieten sich sicher für Neubauten und Sanierungen an. aber da gibt es schon länger gute funktionelle Angebote. Da müssten sie schon das Rad neu erfinden.

      Wenn sie Module ohne Rahmen einsetzen könnten und auch auf eine aufwendige Abdichtung verzichten können, bei halber Montagezeit der Unterkonstruktion (Latten), alles sehr leicht (ein großes Problem der Dachdecker) und vielleicht auch nicht mit den 1.000 mm * 1.690 mm Standart -Modulen, sondern mit einem Format, welches besser zu fassen ist.

      Aber das soll aus den USA kommen? Wo es gar keinen Hintergrund für solche Innovationen gibt? —-nicht in diesem Jahrhundert mehr.

      SolarCity wird in spätestens 5 Jahren verkauft, abgewickelt oder einfach beerdigt. Die 5 Mrd. $ Fehlinvestment stellt Tesla in die Tradition aller Autohersteller, die alle unter temporären Größenwahn leiden. Aber das Model X wird so viel Cash rein schaufeln, dass dies Tesla nicht umwirft.

  • Dieselstinker

    Naja der Vorteil wäre genau die kontrollierte Luftabsaugung am Giebel, zur Kühlung der Module bzw. zur Beheizung bzw. Warmwasserbereitung (über Wärmepumpe).
    Die Kühlung kann dadurch effizienter sein als über die natürliche Konvektion bei Aufdachmontage mit Zwischenraum.
    DS

  • PV-Dachziegel:)

    Ich finde die Idee auch gut. Die Hinterlüftung verliert ja mit abnehmender Einspeisevergütung an Bedeutung. Wenn ich wegen der schlechteren Hinterlüftung im Sommer ein paar kWh verliere, welche ich sonst eingespeist hätte, dann beeinflusst das die Wirtschaftlichkeit ja nicht mehr so stark. Ggf. kann man den Wechselrichter dann auch direkt kleiner auslegen.

  • Fränki1

    Denke mal, Musk hat bei Tesla derzeit wirklich genügend Baustellen, die auch wahrlich genügend Geld fressen werden. Da wird die „Erfindung“ des Solardachs derzeit nicht benötigt.
    Außerdem haben da andere jahrelang Vorsprung.
    Schon derzeit sind die Preise von SC der Inbegriff der Lächerlichkeit und dann noch nicht mal kostendeckend. Im Solarbereich sollten sie ganz schnell loslassen, bevor sie sich die Finger verbrennen! Hoffentlich erkennt Musk sein eigener Autopilot den Kollisionskurs noch rechtzeitig, bevor es zu spät ist.

  • Grünspanpolierer

    Kein Wunder, dass eine Pleiteklitsche Produkte ankündigt, mit denen andere längst pleite gegangen sind!

    Mal darüber nachgedacht, dass die Module auch kaputt gehen, bzw. eine Lebenserwartung von ca. 20-25 Jahren haben?
    Ausserdem muss das Dach dann immer im Raster der Modulbreite bzw. Modulhöhe gestaltet werden! Auch die ab und zu anfallende Reinigung ist deutlich erschwert.

  • Marc Stumpe

    Wir sind hier zwar nicht in einem PV-Forum, aber durch den Zusammenschluss von SolarCity und TESLA ist das Thema hier nicht so falsch.
    2009/2010 habe ich mich umfangreich mit dem Thema PV auseinandergesetzt, da ich auch eine PV-Anlage auf meinem Hausdach installieren wollte.
    Eine zeitgleiche Neueindeckung des Daches war sinnvoll.
    Ich fand es auch recht bizarr, erst 100m² nagelneue Tonziegel auf eine Dachfläche legen zu lassen und darüber konventionelle PV-Module auf ALU-Konstuktion zu setzen.
    Nach gründlicher Recherche und Abwägung ist es jedoch aufgrund Kosten, Wirkungsgrad etc. doch 2010 zu dieser Lösung gekommen.
    Aufgrund der 2010 noch guten Einspeisevergütung werde ich selber das Thema die nächsten 20 Jahre sicherlich nicht angehen;-)
    Aber trotzdem interessieren mich die Entwicklungen und Fortschritte auf diesem Gebiet weiterhin.
    Und als TESLA-Fan (M3 reserviert) bin ich mir absolut sicher:
    Wenn es jemandem gelingt, eine ästhetische Dach-PV-Anlage zu konkurrenzfähigen Konditionen auf den Markt zu bringen, ist es sicherlich TESLA (resp. Elon Musk).
    Dazu muss man sich nur die Themen Elektroauto und (PV)-Stromspeicher ansehen!
    Und zum Problem Kühlung/Hinterlüftung:
    Warum kühlt man nicht die PV-Module von unten mit Wasser und nutzt diese Wärme als Brauchwasser oder mittels Wärmepumpe?
    Bei einer Hinterlüftung geht die Wärme auch wieder in die Atmosphäre…
    Also; ich bin optimistisch für die Zukunft!

    • PDDOW

      Gibt „doppelte“ Solaranlagen. Bin ich drüber gestolpert, als ich für meiner Solarthermie Anlage gesucht habe.
      Z. B.:
      http://www.wagner-solar.com/waerme/produkte/solarkollektoren/2power.html
      Aber ob sich das lohnt 😉

      Wenn man den Link

      • Marc Stumpe

        Vielen Dank für die Info.
        Ich habe 2010 so etwas noch nicht gefunden.
        @Fränki1:
        Natürlich ist für die meisten PV-Besitzer (auch für mich) die Rendite einer der wichtigsten Punkte. Trotzdem glaube ich, dass sich solche Lösungen (zumindest Indach) langfristig durchsetzen.
        Bei Elektroautos hat es bisher auch noch niemand geschafft, ein Elektroauto mit den technischen Daten eines Model 3 für ca. 35k€ auf den Markt zu bringen;-)
        @Grünspanpolierer:
        Ihre Kritik ist mal wieder äusserst belustigend:-)

        • Michael

          Um mal bei der Realität zu bleiben: hat Tesla auch noch nicht. Und für 35k€ werden auch die das nicht schaffen. (werden 35k$ in den USA ohne Steuern)

  • Highlander

    Ich hab eine inroof Solar-Dach von GSE läuft super traut sich nur keiner ist nur paar Euro teurer als ein normales Dach. Hinterlüftet mit x beliebigen standart Modulen bestückbar . Ist zB in Frankreich fast Standart.

  • Michael Reinhard

    Sie wollen nicht Auf- nicht Indach anbieten, nur Dach. Auch ein Ziegeldach ist hinterlüftet.

  • Fränki1

    @Marc Stumpe, wenn du dich mit PV beschäftigt hast, hättest du eigentlich merken müssen,
    dass es auch gekühlte PV Module seit vielen Jahren gibt. Durchgesetzt haben sie sich allerdings ebenfalls nicht, da sie viel zu teuer sind. Die ästhetische Dachanlage darf komplett nicht mehr als 1200 Euro pro KW Peak kosten, also ca. 12000 Euro für ca. 70 m² bei 10 KW.
    Um allein in der Modulproduktion am Weltmarkt mithalten zu können, ist eine Jahreskapazität von 2 GW untere Grenze. Das sind 200000 Indachanlagen im Jahr bei einen Jahresgesamtumsatz von 2,4 Milliarden. SC schafft derzeit nicht mal 10% und kostet 2,6 Milliarden. Ich sehe den Zukauf jedenfalls nach wie vor als großen Fehler.

  • Erna

    Nette Idee nur wird man das Ganze abgesehen von Prototypen in D und der EU nicht erleben. Denn dazu braucht es eine bauaufsichtliche Zulassung, woran das Ganze scheitern wird. Von den ganzen anderen Vorschriften mal ganz abgesehen.

  • Fränki1

    Habe heute im PV Magazin Deutschland gelesen, dass SC einen strategischen Partner für die Zellfertigung sucht. War mir echt nicht bewusst, das die das auch nicht selber machen.
    Was um alles in der Welt, will den Musk da eigentlich für 2,6 Milliarden kaufen. Eine reine Modulschmiede mit einer theoretischen Kapazität von 1 GW pro Jahr , die nur zu einem Bruchteil ausgelastet ist, oder eine aufgeblasene Vertriebsstruktur , die mehr Kosten verursacht, als Umsatz. Befürchte, da gibt es noch richtig Ärger!