Bilder: Tesla
Vom 2017 vorgestellten Tesla Roadster war lange nichts Konkretes zu hören, aber vergessen scheint er noch nicht, denn jetzt wurden zwei Marken-Anmeldungen für ihn bekannt. Ähnlich ließ Tesla Ankündigungen zur Batterie-Produktion von 2020 zunächst wenig folgen, doch auch hier geht es voran – unter anderem mit Fördergeld für die Fabrik im deutschen Grünheide. Für seine ebenfalls wiederbelebten Photovoltaik-Pläne sucht Tesla Standorte. Und nachdem Elon Musks Weltraum-Unternehmen SpaceX dessen KI-Firma xAI übernommen hat, wurde über eine weitere Fusion mit Tesla spekuliert – und über ein Telefon von SpaceX.
Tesla Roadster „Hardcore-Abreibung“
Mit der überraschenden Präsentation einer neuen Generation seines ersten Elektroautos Roadster sorgte Tesla-CEO Elon Musk im November 2017 für Begeisterung. In 2020 sollte die „Hardcore-Abreibung“ für alle anderen Auto-Hersteller auf den Markt kommen. Unter anderem kündigte Musk eine Beschleunigung auf 60 Meilen pro Stunde innerhalb von 1,9 Sekunden und 600 Meilen Reichweite dank 200 Kilowattstunden Akku-Kapazität an, und all das ab 200.000 Dollar.
Mit einem SpaceX-Paket sollte der Tesla Roadster sogar noch schneller sein und kurz fliegen können, wie Musk später sagte. Dann aber wurde es abgesehen von gelegentlichen Wiederholungen solcher Daten stiller um den elektrischen Hyper-Sportwagen. Nach 2020 verstrich Jahr um Jahr, ohne dass Tesla mit der Produktion begann oder sie auch nur konkret vorbereitete. Mitte 2025 kündigte Musk für Ende des Jahres eine neue Roadster-Vorstellung als „epischste Demo aller Zeiten“ an, aber auch daraus wurde nichts.
Neues Roadster-Design angedeutet
Nach neueren Aussagen von ihm will Tesla den Roadster 2 am 1. April dieses Jahres erneut vorstellen – das Datum sei so gewählt, dass er das auch bestreiten könne, sagte Musk im November. In diesem Januar bestätigte er den Termin im April, gefolgt von einem „hoffentlich“. Langsam aber scheint das wirklich ernst gemeint zu sein. Denn wie in der zurückliegenden Woche zuerst Business Insider entdeckte, versucht Tesla, sich zwei Markenzeichen für den Roadster zu sichern.
Das erste davon besteht aus drei geschwungenen Linien (s. Abbildung oben), die zusammen die Seitenansicht eines flachen Autos andeuten könnten. Diese weicht von den bislang veröffentlichten Roadster-Fotos ab, was dazu passt, dass Musk im November sagte, die zur Vorstellung im April vorgesehene Version werde sich stark von der vorherigen unterscheiden. Als zweite Marke will sich Tesla einen schnittigen Roadster-Schriftzug in kursiv gesetzten Großbuchstaben sichern. Die Vorbereitungen für das rasante Elektroauto scheinen also konkret zu werden.
Batterie-Förderung für Tesla-Fabrik
Fortschritte gab es nach Tesla-Angaben zuletzt auch bei den eigenen Batterien im 4680-Format, die nach früheren Ankündigungen längst in Rekord-Volumen produziert werden sollten. In Austin würden sie inzwischen wie ursprünglich geplant mit einem trockenen Prozess zur Elektroden-Beschichtung hergestellt, heißt es im jüngsten Quartalsbericht. Und in Zusammenhang damit will Tesla auch Pläne für die Produktion von 4680-Batterien in seiner Gigafactory im deutschen Grünheide wiederbeleben.
Das hatte der Werksleiter Andre Thierig schon Ende 2025 angekündigt, wie unter anderem das Handelsblatt berichtete. Voraussichtlich in 2027 solle es damit losgehen, sagte er, aber für die weiteren Batterie-Investitionen in dreistelliger Millionen-Höhe müssten die „Rahmenbedingungen“ passen. Wie jetzt deutlich wurde, könnte er damit auch staatliche Förderung gemeint haben – die schon zugesagt wurde.
Das geht aus einem Bericht der Märkischen Oderzeitung (MOZ) hervor. Demnach hat Tesla schon früh nicht nur EU-Förderung für seine deutsche Batterie-Fertigung beantragt, die dann ausgeschlagen wurde. Auch einen Antrag auf Subventionen nach dem deutschen GRW-Programm hat das Unternehmen laut MOZ zu Baubeginn eingereicht. Zwischendurch sei er ruhend gestellt, dann aber wieder aktiviert und im November 2025 genehmigt worden. Das Volumen soll 72 Millionen Euro betragen, auszuzahlen über drei Jahre.
Tesla prüft neue Solar-Standorte
Ein weiterer Bereich, in dem CEO Musk außer in KI für autonome Autos und Roboter neuerdings wieder eine Zukunft für sein Elektroauto-Unternehmen mit seit zwei Jahren sinkenden Verkäufen sieht, ist Photovoltaik. Tesla bereite die Produktion von Solarzellen im Volumen von 100 Gigawatt pro Jahr vor, sagte er in der Konferenz zu den Q4-Zahlen im Januar überraschend. Das wäre rund ein Siebtel der in 2025 weltweit neu installierten Photovoltaik-Leistung.
Dazu berichtete jetzt die Agentur Bloomberg, Tesla habe bereits mit der Suche nach Standorten begonnen. In Frage komme zum einen die Fabrik im US-Bundesstaat New York, wo bereits das mit Dachziegeln integrierte Solar Roof produziert wird. Das erhoffte Wachstum damit blieb aus, aber für die neuen Photovoltaik-Pläne könnte die Gigafactory New York eine Rolle mit bis zu 10 Gigawattstunden pro Jahr spielen, heißt es in dem Bericht. Auch ein zusätzliches Gebäude dort sei möglich, ebenso wie neue Fabriken in Arizona und Idaho.
Tesla und SpaceX mit Weltraum-KI
Die Solar-Wiederbelebung dürfte allerdings weniger als Rückbesinnung auf die frühere Musk-Ambition zu verstehen sein, das Energie-Geschäft bei Tesla wichtiger als den Elektroauto-Verkauf zu machen. Eher hängt sie mit seinen KI-Plänen zusammen: Weil Platz und Energie-Versorgung auf der Erde begrenzt seien, spricht er seit kurzem von verteilten Rechenzentren aus massenhaft Satelliten im Weltraum, die untereinander per Laser kommunizieren. Tatsächlich hat Musks Weltraum-Unternehmen bereits den Start von 1 Million Satelliten dafür beantragt.
Bei diesen Plänen für extraterrestrische KI-Infrastruktur könnte auch Tesla eine Rolle als Lieferant von Photovoltaik, Batterien und vor allem eigenen Chips spielen, deren Produktion in beispiellosen Volumen der CEO ebenfalls vor kurzem angekündigt hat. Manche Analysten rechnen zudem damit, dass Tesla und SpaceX fusionieren könnten, nachdem der Raketen- und Satelliten-Hersteller jetzt bereits Musks KI-Firma xAI geschluckt hat, die ihrerseits zuvor sein Sozialmedium X übernommen hatte.
Musk wirft Agentur SpaceX-Lüge vor
Erst einmal aber steht für diesen Sommer der Börsengang von SpaceX an, laut Berichten mit einer Bewertung von bis zu 1,5 Billionen Dollar. In diesem Zusammenhang meldete jetzt die Agentur Reuters, dass der IPO-Kandidat mit seiner Starlink-Einheit für Internet über Satellit an einem mobilen Endgerät arbeite, das Smartphones Konkurrenz machen könne. Das hatte Musk selbst Ende Januar auf X für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Dabei erwähnte er aber, dass sich das Starlink-Gerät von aktuellen Telefonen stark unterscheiden würde.
Reuters lies relentlessly
— Elon Musk (@elonmusk) February 5, 2026
Zu dem Reuters-Bericht schrieb Musk auf X trotzdem, die Agentur lüge unablässig. Diesen Vorwurf gegen sie hat er schon mehrfach geäußert und zuletzt auch erneut gegen etablierte Medien allgemein, die über Kontakte zwischen ihm und dem Sexual-Straftäter Jeffrey Epstein berichtet hatten – die von der US-Regierung veröffentlichte E-Mails belegen. Auch einen durch die spätere Entwicklung bestätigten Reuters-Bericht von 2024, laut dem Tesla für autonome Robotaxis sein Elektroauto für 25.000 Dollar aufgegeben habe, hatte Musk als Lüge bezeichnet.

