Bild: Tesla (Model Y vor deutscher Fabrik)
Ende März feierte die Elektroauto-Fabrik von Tesla im brandenburgischen Grünheide den vierten Jahrestag ihrer offiziellen Eröffnung, und zu diesem Anlass gab ihr Leiter Andre Thierig bekannt, dass dort bereits mehr als 700.000 Model Y produziert worden seien. Seitdem wurden es noch einmal knapp 50.000 mehr, denn am Montagabend meldete Tesla das 750.000. Elektroauto aus der deutschen Fabrik. Außerdem sind neue Investitionen und mehr Jobs für eine eigene Batterie-Produktion in Grünheide geplant, wie es am Dienstag hieß.
Tesla-Fabrik weit unter Kapazität
Nach Angaben in den Anträgen dafür ist die deutsche Gigafactory von Tesla auf die Produktion von 500.000 Elektroautos pro Jahr ausgelegt. Die tatsächliche Kapazität scheint niedriger zu sein, denn in den Finanzberichten wird sie Quartal für Quartal mit 375.000 Model Y angegeben. Zahlen zur Produktion werden nur unregelmäßig bekannt. Eine Meldung, laut der Tesla in 2025 nur 149.000 Fahrzeuge in Grünheide produzierte, wies Thierig im März erbost zurück und korrigierte den Wert auf „erneut über 200.000“.
In diesem Jahr dürften es mehr werden, denn nach dem schwachen Vorjahr haben sich die Tesla-Verkäufe in Europa bislang kräftig erholt. Im ersten Quartal erreichte die deutsche Gigafactory nach Angaben von Thierig mit 61.000 Model Y einen neuen Produktionsrekord. Für die Zeit ab Juli kündigte er im April eine weitere Steigerung um 20 Prozent an, wofür Tesla 1000 Arbeitskräfte neu einstelle und 500 Leiharbeitern einen dauerhaften Vertrag gebe. Damit würde die Zahl der fest Beschäftigen wieder in die Nähe der 12.000 steigen, die schon einmal leicht überschritten waren.
1 Million Model Y als nächstes Ziel
Mit dem Erreichen der Marke von 750.000 komme man der ersten Million an Elektroautos aus der deutschen Gigafactory näher, kommentierte Thierig auf X die Meldung von Montag. In Kürze werde Tesla die Produktion hochfahren, um die Million „so schnell wie menschenmöglich“ zu erreichen. In diesem Jahr könnte das rechnerisch nur dann noch knapp klappen, wenn Tesla ab sofort die Kapazität von laut Quartalsbericht jährlich 375.000 Model Y in Grünheide voll nutzt.
Getting closer to the first million cars produced at Giga Berlin!
We are ramping production shortly to get us there as quickly as humanly possible!Giga Berlin rocks! 💪🏼 https://t.co/i6RPMuGiM2
— André Thierig (@AndrThie) May 11, 2026
Zusätzlich zu Elektroautos will Tesla dort bald auch eigene Batterien im 4680-Format produzieren, wie es eigentlich von Anfang an vorgesehen war. Schon Ende 2025 kündigte Thierig laut Berichten intern an, die Batterie-Pläne wiederzubeleben, damals unter dem Vorbehalt, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“. Das scheint inzwischen geklärt zu sein. Denn am Dienstag teilte Tesla deutschen Medien mit, dass in Grünheide 250 Millionen Dollar in die Produktion von Batterien investiert werden sollen.
Tesla-Batterien aus Grünheide ab 2027
Statt von 8 Gigawattstunden jährlicher Batterie-Kapazität wie Ende 2025 ist jetzt von 18 Gigawattstunden die Rede – bei rund 60 Kilowattstunden im kleinsten Model Y würde das für 300.000 Stück davon reichen. Voraussichtlich ab 2027 sollen in Grünheide Batterien am gleichen Standort produziert werden wie die Elektroautos, schrieb Tesla dazu, was innerhalb von Europa einzigartig sei. Auch dafür werden zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht. Mittelfristig sollen es nach Tesla-Angaben gegenüber dpa-afx mehr als 1500 sein, davon noch in diesem Jahr offenbar 350.
Today, we announced a $ 250m investment for our Giga Berlin Cell factory. This will enable 18GWh of annual 4680 cell production and create more than 1500 new jobs. Good news during challenging times for the German industry. pic.twitter.com/ou4SWMfWh9
— André Thierig (@AndrThie) May 12, 2026
Wie Thierig auf X bestätigte, geht es dabei um Batterien im 4680-Format, die Tesla bei einer großen Veranstaltung im September 2020 vorstellte. Bislang werden sie nur in den USA produziert und vor allem im Cybertruck eingesetzt. Seit kurzem kommen US-Batterien von Tesla auch nach Grünheide, wo daraus Akku-Pakete produziert werden. Einige Model Y mit Heckantrieb und einem 4680-Akku sind bereits bei Kunden. Die angegebene Reichweite ist fast so hoch wie bei der Allrad-Ausführung mit einem etwas größeren Akku aus Batterien von LG Energy, erste Tests zeigten jedoch eine niedrigere maximale Ladeleistung.

