Bild: Tesla (Symbolfoto)
Schon als Tesla vor 2022 noch keine Fabrik in Deutschland hatte und Fahrzeuge für diesen Markt noch aus den USA oder China importierte, profitierten das Unternehmen und seine Kunden kräftig von der staatlichen Elektroauto-Förderung. Mittlerweile wird zumindest das beliebte Model Y im deutschen Grünheide produziert, und Tesla insgesamt hat seine Top-Position bei den deutschen Elektroauto-Neuzulassungen längst verloren. Eines aber blieb offenbar gleich: Nach ersten Daten wurde die neue E-Prämie für keine Marke so häufig bewilligt wie für Tesla.
Mindestens 6,3 Mio. Euro für Tesla
Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Parlamentariers Julian Joswig hervor, über die zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtete. Laut dem Artikel wurden im Rahmen der neuen Elektroauto-Förderung bislang 53,9 Millionen Euro ausgegeben. Nach der Zahl der damit ingesamt geförderten reinen Elektroautos und Plugin-Hybride hat Joswig offenbar nicht gefragt. Aber die Regierung lieferte ihm Angaben zu den einzelnen Marken. Demnach wurden für Tesla bislang 2086 Anträge bewilligt, weitaus mehr als für Skoda als Marke mit der zweithöchsten Zahl.
Die gut 2000 genehmigten Tesla-Anträge bedeuten, dass von den bisherigen 53,9 Millionen Euro mindestens rund 6,3 Millionen Euro allein für diese Marke ausgegeben wurden. Für die neue deutsche Elektroauto-Förderung sind grundsätzlich alle Modelle von Tesla qualifiziert, wobei es die teureren Model S und Model X ohnehin nicht mehr gibt. Subventioniert werden sie als reine Elektroautos mit mindestens 3000 Euro und höchstens 6000 Euro, abhängig von Einkommen und Kinderzahl. Haushalte mit mehr als 90.000 Euro Jahreseinkommen sind ausgeschlossen.
China-Elektroautos im Mittelfeld
Dass Tesla beim bisherigen Förder-Volumen ganz an der Spitze steht, ist insofern überraschend, als die Marke bei Elektroautos in Deutschland nicht mehr führend ist – im zweiten Quartal 2026 kam sie laut MaschinenMarkt nur auf Platz 4 hinter Volkswagen, BMW und Skoda. Eine Erklärung könnte darin liegen, dass deutsche Marken überwiegend von Unternehmen gekauft wurden, und die haben auf die aktuelle Förderung keinen Anspruch. Skoda als Marke des VW-Konzerns, die in Q1 und Q2 mehr Elektroautos verkaufte als Tesla, nahm mit 1197 genehmigten Anträgen immerhin Platz 2 ein.
Jedoch sprechen noch weitere Platzierungen dafür, dass es sich bei den jetzt mitgeteilten Daten bestenfalls um eine Moment-Aufnahme handelt. So wurden bislang mehr Elektroautos von Leap Motor (613) gefördert als von BYD (544), dessen gesamte deutschen Neuzulassungen von Januar bis Juni etwa dreimal so hoch waren wie die des Konkurrenten, der ebenfalls aus China kommt. Die Sorge, dass vor allem chinesische Elektroautos von der neuen Prämie profitieren würden, hat sich jedenfalls nicht bewahrheitet – bei Tesla wird das Model Y als das deutlich wichtigere der nur noch zwei Modelle ja inzwischen in Deutschland produziert.

