Die Europa-Schwäche bei den Verkäufen scheint vorbei zu sein – von Januar bis Mai stiegen die Tesla-Neuzulassungen in der EU um satte 77 Prozent und auf dem ganzen Kontinent um 57 Prozent. Davon profitiert die deutsche Gigafactory von Tesla, deren Leiter jetzt schon zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Erhöhung ihrer Produktion und tausend neue Jobs ankündigte: Mit ab Oktober angepeilten 7500 Model Y pro Woche soll die in der Fabrik installierte Kapazität erstmals voll ausgelastet werden.
Mehr Model Y aus deutscher Tesla-Fabrik
Konkrete Zahlen zur Produktion von Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin veröffentlichte Tesla bislang nur selten. In diesem März aber stellte ihr Leiter Andre Thierig klar, dass es in 2025 keineswegs wie berichtet nur 149.000 waren, sondern „erneut mehr als 200.000“. In diesem Jahr sollen es zudem deutlich mehr werden. Schon Mitte Juni sprach Thierig von einer Erhöhung von aktuell 5200 auf 6200 deutsche Model Y pro Woche ab Juli. Und am Donnerstag legte er nach, indem er die weitere Steigerung auf 7500 ab Oktober ankündigte.
NEWS: Giga Berlin keeps expanding!
Just recently we announced:
– increase of vehicle production from 5000 to 6200/week starting from July, creating 1000 new jobs
– substantial investments into our cell factory to enable 18 GWh of 4680 manufacturing capacity starting from 2027,… pic.twitter.com/AvnfQOnXoV— André Thierig (@AndrThie) June 25, 2026
Darüber habe man die Belegschaft der Gigafactory am selben Tag informiert, schrieb Thierig auf X. Wenige Stunden zuvor hatten Medien über eine Mitteilung zu diesem Thema berichtet. Wie der Leiter der Fabrik wissen ließ, benötigt Tesla für die weitere Steigerung der Produktion noch einmal tausend Beschäftigte zusätzlich in Grünheide. Die kommen zu den ebenfalls tausend Personen hinzu, die schon für die Erhöhung ab diesem Juli gebraucht werden. Auch 500 Zeitarbeitskräfte wollte Tesla nach Angaben von April fest übernehmen.
Bald 14.000 Gigafactory-Beschäftigte?
Damit summiert sich die Zahl der für dieses Jahr geplanten Neueinstellungen in der deutschen Elektroauto-Produktion von Tesla auf 2500. Im Mai hatte Thierig außerdem die Wiederbelebung von Plänen für eine eigene Batterie-Produktion in Grünheide bekräftigt, voraussichtlich ab 2027. Mittelfristig will Tesla dafür 1500 weitere Beschäftigte neu einstellen, davon einige hundert noch dieses Jahr. Zur Betriebsrat-Neuwahl in diesem März wurde die Gesamtzahl mit gut 11.000 angegeben und dürfte somit noch in 2026 auf mehr als 14.000 steigen.
Das dürften mehr sein, als in der deutschen Gigafactory je zuvor beschäftigt waren – und es sind auch mehr als die 12.000 Beschäftigten, die Tesla nach den Anträgen für ihre aktuelle Ausbau-Stufe geplant hatte. Die jährliche Kapazität an Model Y ist darin mit 500.000 Stück angegeben. Dieser Wert würde selbst nach der angekündigten Steigerung der Produktion um zweimal 20 Prozent ab Juli noch nicht erreicht.
Tesla erreicht installierte Kapazität
Immerhin würde die Gigafactory mit 7500 Model Y pro Woche erstmals die Kapazität von 375.000 pro Jahr ausreizen, die Tesla in seinen Quartalsberichten angibt. Um auf die genehmigte halbe Million zu kommen, dürfte in Grünheide also zunächst zusätzliche Produktionstechnik installiert werden müssen. Möglicherweise wird dort dann auch das Tesla Model Y L produziert, eine verlängerte Version des Elektroautos, die in China schon seit etwa einem Jahr zu haben ist und nach aktuellen Gerüchten im Herbst auch auf den US-Markt kommen soll.
