Bild: Tesla & Smart
Die deutsche Auto-Messe IAA hat Tesla im vergangenen Jahr ausfallen lassen, wohl weil es dort keine echten Neuigkeiten zu präsentieren hatte, bei der diesjährigen Paris Motor Show aber ist das Unternehmen dabei: nicht mit einem Elektroauto, das man in absehbarer Zukunft kaufen könnte, sondern mit der Serien-Version des autonomen Cybercab, das vor kurzem in den Robotaxi-Dienst in Austin genommen wurde. Ansonsten sind auf der Pariser Messe viele Elektroautos nicht zuletzt aus China zu sehen – unter anderem der Smart #2, der wie das Tesla Cybercab ein Zweisitzer ist.
Tesla Cybercab auf Messe in Paris
Mit dem Cybercab hat Tesla auf gewisse Weise das alte Versprechen von CEO Elon Musk vom autonomen Fahren umgesetzt. Zum Start im September einige Dutzend und inzwischen einige Hundert dieser Fahrzeuge ohne Lenkrad oder Pedale sind in Teilen der texanischen Stadt Austin als Tesla-Robotaxis zu bestellen. Als Nächstes sollen die goldenen Zweisitzer im US-Bundesstaat Florida an den Start gehen, hieß es zuletzt aus dem Tesla-Management.
Tesla Cybercab officially unveiled for display at Paris Motor Show 🥳🇫🇷 pic.twitter.com/VvyWkp3HA0
— David Moss (@DavidMoss) October 12, 2026
Als normaler Kunde kaufen kann man Cybercabs auch in den USA noch nicht. Insofern dürfte der Auftritt in Paris eher als Demonstration der eigenen technischen Kompetenz dienen, die vielleicht auch die bestellbaren Elektroautos der Marke attraktiver macht. Außerdem bietet Tesla im Rahmen der Messe Demo-Fahrten mit dem Assistenz-System FSD Supervised an, das eine Art Vorstufe zum autonomem Fahren darstellt. Europäische Regulatoren stören sich allerdings an der Bezeichnung, weshalb es vergangene Woche in „Tesla Assisted Driving“ umbenannt wurde.
Ultra-Kompaktes Elektroauto von Smart
Das Cybercab ist nicht nur rein autonom ohne Elemente für eine Steuerung durch Menschen konzipiert, sondern trotz seiner Länge von 4,44 Metern auch als Elektroauto mit nur zwei Sitzplätzen. CEO Musk begründet das damit, dass bei den allermeisten Fahrten in den USA ohnehin nur zwei Personen an Bord seien. Nach Gerüchten war geplant, auf der gleichen Plattform wie das Cybercab einen konventionelleren Tesla zu produzieren, was Musk jedoch immer wieder ausgeschlossen hat.
Das Kompakt-Segment unterhalb von Model 3 und Model Y überlässt Tesla damit offenbar bis auf weiteres anderen Herstellern. Ganz am unteren Ende der Größen-Skala präsentiert zum Beispiel Smart bei der Messe in Paris das Elektroauto #2, den Nachfolger des kleinen Fortwo, mit dem die Marke einst begonnen hatte. Dabei handelt es sich wie beim Cybercab um einen Zweisitzer, der aber deutlich weniger Raum in Anspruch nimmt: In einer Presse-Mitteilung zur Weltpremiere des Smart #2 ist die Länge mit 2,75 Metern angegeben.
Smart #2 kostet ab 19.990 Euro
Mit dem #2 kehrt Smart auf gewisse Weise zurück zu seinen Anfängen. Der Fortwo, den es später auch elektrisch gab, war anfangs das einzige Modell der von Daimler-Benz ins Leben gerufenen Marke. 2019 wurde sie zu einem Joint-Venture von Daimler und dem chinesischen Auto-Konzern Geely. 2022 begann es einen Neustart nur mit Elektroautos mit dem Smart #1, der als moderner SUV ungefähr das genaue Gegenkonzept zum Fortwo darstellte. Nummer 3, 5 und 6 wurden sogar noch größer.
Die 2 aber hat sich Smart offensichtlich für den rein elektrischen Nachfolger #2 aufgehoben, denn optisch könnte man ihn und den Fortwo fast verwechseln. Technisch basiert er nach den Angaben dazu auf der neuen Electric Compact Architecture (ECA). Der Heckantrieb liefert 60 Kilowatt, gespeist aus einem LFP-Akku mit 35,8 kWh Kapazität für 290 km WLTP-Reichweite. In Deutschland war der #2 am Montag online bereits vorbestellbar, zu Preisen ab 19.990 Euro. Die Auslieferungen sollen 2027 beginnen.
Euro-Elektroautos im Retro-Stil
Abgesehen von Tesla und Smart stellen in Paris, wie es zunehmend üblich ist, auch viele rein chinesische Marken aus. BYD und XPeng etwa zeigen mit Atto 8 und G9L luxuriöse SUVs jenseits von 5 Metern. Der BYD Atto 8 mit seinen sieben Sitzen ist gleichzeitig das erste Fahrzeug der Marke für Europa, die „Flash-Charging“ beherrscht, also Elektroauto-Laden mit mehr als 1 Megawatt Leistung.
Mit kleineren Elektroautos sind bei der Messe europäische Hersteller auffallend präsent, und wie Smart nehmen sie für neue Elektroautos Anleihen bei ihrer Vergangenheit. Von Citroen ist der elektrische 2CV zu sehen; die modernisierte, aber erkennbare Ente wird als Konzept bezeichnet, soll aber ähnlich in 2028 auf den Markt kommen und nur 15.000 Euro kosten. Fiat wiederum bezieht sich mit dem Multiplay auf den Van Multipla, der vor allem für sein eigenwilliges Design bekannt wurde.

