Immer wieder wurde seit der Vorstellung des Tesla Cybercab im Herbst 2024 spekuliert, dass der rein autonom konzipierte Zweisitzer auch als relativ normales Elektroauto angeboten werden könnte, und ebenfalls immer wieder hat CEO Elon Musk das ausgeschlossen. Allerdings muss man bei ihm genau hinhören. Denn nach den neuesten Informationen kommt das Cybercab wohl tatsächlich nur als Robotaxi heraus – aber auf der gleichen Basis plant Tesla ein Fahrzeug mit Lenkrad und Pedalen, das auch von Menschen gesteuert werden kann.
Tesla-Manager lobt Plattform
Das geht aus einer LinkedIn-Nachricht von Mark Lupkey hervor, der bis vor kurzem die operative Leitung für die Cybercab-Produktion hatte. In dem Beitrag gab er nach insgesamt acht Jahren seinen Abschied von Tesla bekannt – und ließ nebenbei wissen, dass es zusätzlich zu dem Robotaxi-Zweisitzer ein Elektroauto im Cybercab-Stil, aber eben mit der Möglichkeit der manuellen Steuerung geben solle.
Die Plattform und das Produktionssystem seien einfach zu gut, um sie nur für das Cybercab zu nutzen, schrieb Lupkey, nachdem er sich bei CEO Musk und seinem Team bei Tesla für die erfolgreiche Zusammenarbeit bedankt hatte. Aus diesem Grund dürfe er wohl verraten, was viele ohnehin schon lange gehofft hätten: Schon kurz nach der Serien-Version des Cybercab, deren Serien-Produktion laut Musk im April beginnen soll, werde Tesla den konventionelleren Ableger vorstellen.
Cybercar als Ableger von Cybercab?
Einen Namen für den nur optional autonomen Plattform-Verwandten nannte Lupkey nicht (anbieten würde sich natürlich „Cybercar“) und schrieb auch nicht, was außer Lenkrad und Pedalen die beiden Elektroautos konkret unterscheiden soll. Damit blieb zunächst offen, ob Tesla auch den Ableger mit nur zwei Sitzplätzen produzieren will. Nach Angaben des Unternehmens finden die weitaus meisten Auto-Fahrten mit maximal zwei Personen an Bord statt, also wäre das nur konsequent.
Ebenfalls noch nicht bekannt ist, was das mögliche Tesla-Cybercar kosten soll. Für das Cybercab hat CEO Musk Preise um 30.000 Dollar genannt, 7000 Dollar weniger, als Tesla in den USA derzeit für die Standard-Version des Model 3 verlangt. Zudem käme dieser Preis den 25.000 Dollar näher, die Musk erstmals 2021 als Ziel für ein kleineres Elektroauto von Tesla genannt hatte. Später erklärte er dieses Projekt für beendet, weil die meisten Leute kein Interesse daran hätten, selbst das Steuer zu übernehmen, wenn sie nicht müssten.
Musk: 2 Mio. Cybercabs pro Jahr
Nach Angaben von Musk wird die Produktion des Cybercab ab April zunächst schmerzhaft langsam sein, weil praktisch alles daran neu sei. Ab 2027 soll es aber bereits in hohem Volumen entstehen, und auf längere Sicht will Tesla auf 2 Millionen Stück pro Jahr kommen, also mehr als bei seinen anderen Elektroautos zusammen. Der Vorteil eines konventionelleren Cybercar wäre, dass es auch dann verkauft werden könnte, wenn es Tesla bis zum Cybercab-Start nicht gelingt, sein Assistenz-System FSD sicher genug für wirklich autonomes Fahren zu machen.
