Model 3: Tesla fördert Verkauf der Performance-Version

Als Tesla das Model 3 Ende Juli letzten Jahres an die ersten Käufer übergab, erklärte Musk den anwesenden Journalisten in einer vorherigen Presse-Einweisung, dass man bereits über eine halbe Million Reservierungen habe und deshalb alles tue, „um das Auto nicht zu verkaufen“. Das hatte sich bis vor Kurzem auch nicht geändert, denn Tesla sitzt weiterhin auf 420.000 Reservierungen, die abgearbeitet werden müssen.

Nun berichtet das Online-Magazin Electrek jedoch, dass diese Anti-Verkaufsförderung-Strategie zumindest für das Performance-Modell ein Ende hat. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person habe dem Magazin mitgeteilt, dass Tesla plane, eine Vermittlungsprovision in Höhe von 300 US-Dollar für jedes verkaufte Model 3 in der Performance-Version auszuzahlen.

Eine weitere interessante Änderung ist, dass die Provision an das gesamte Team der Niederlassung geht und nicht nur an den spezifischen Kundenberater, der den Verkauf des Model 3-Performance abgeschlossen hat.

Bisher wurde der Verkauf des Model 3 vom Tesla-Innendienst abgewickelt und Kundenberater in den eigenen Stores erhielten dafür keine besondere Anweisung oder Provision. Das soll auch weiterhin die Regel bleiben, sodass die neue Vermittlungsprovision lediglich für das Performance-Modell gilt. Passenderweise beginnt Tesla erste Testfahrten mit dem Performance-Modell in den Stores in Kalifornien anzubieten. In den nächsten Wochen sollen auch weitere Stores in den USA mit entsprechenden Fahrzeugen ausgestattet werden.

Auslieferung erfolgt früher, wenn man nicht finanziert

Tesla dürfte den Verkauf des Performance-Modells deshalb fördern, da darin eine deutlich höhere Marge steckt und das Unternehmen somit schneller schwarze Zahlen schreiben könnte – ein Ziel, welches man für das 3. und 4. Quartal plant.

Ein weiterer Indiz für diese Schlussfolgerung ist die Auslieferungszeit der Fahrzeuge. Kunden berichteten gegenüber Electrek, dass ihre Fahrzeuge einen deutlich früheren Auslieferungstermin erhalten haben, sobald diese als Zahlungsmethode die Barzahlung gewählt haben und das Auto weder finanzieren noch ein anderes Fahrzeug als Anzahlung abgeben wollten.

Diese Priorisierung funktioniert aktuell nur bei den Long Range Model 3 mit Hinterradantrieb und verkürzt die Wartezeit von Monaten auf wenige Wochen – in einigen Fällen sogar auf lediglich eine Woche. Model 3 mit Doppelmotor oder gar die Performance-Version ist dadurch derzeit noch nicht schneller lieferbar, womöglich deshalb, weil die Massenfertigung erst seit Kurzem angelaufen ist.

Wirklich unerwartet kommt diese Entwicklung jedoch nicht. Musk hatte bereits Ende Mai angekündigt, dass man Performance-Modelle priorisieren wird, da diese Fahrzeuge einen höheren Verkaufserlös haben.