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Induktiv laden bei Tesla: Designchef bestätigt Vorbereitungen für Stromaufnahme ohne Kabel

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Bild: Tesla

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Der menschliche Arbeitseinsatz für das Aufladen eines Elektroautos hält sich in engen Grenzen – an der eigenen Säule oder bei automatischer Authentifizierung wie bei Tesla muss man nichts weiter tun, als die Abdeckung über dem Ladeanschluss zu öffnen und das Ladekabel hineinzustecken. Noch bequemer und möglicherweise auch praktischer wäre allerdings, wenn das Laden induktiv ganz ohne Kabel erfolgen könnte. Im März gab es erste Hinweise darauf, dass bei Tesla an einer solchen Lösung gearbeitet wird – was Franz von Holzhausen, der Designchef des Unternehmens, jetzt bestätigt hat.

Tesla-Bestätigung nach Hinweisen

Bei seinem Anleger-Tag in diesem März hatte Tesla unter anderem einige Neuigkeiten zum Thema Laden zu verkünden. Eine Lösung ohne Kabel zählte nicht direkt dazu, war allerdings im Bild zu sehen: Laut der Präsentation der zuständigen Managerin Rebecca Tinucci wollte Tesla auch „cool s***“ nicht vergessen, und ein Foto zeigte neben einer Supercharger-Station im Diner-Stil das Heck eines Model S mit einer möglichen Induktionsplatte darunter und einer ungewohnt großen Wallbox an der Wand (s. Foto oben).

Der Supercharger-Standort mit Kino-Leinwänden und Restaurants in Hollywood wird inzwischen gebaut. Zum Thema drahtloses Laden folgte in diesem Sommer der nächste Hinweis in Form der Information, dass Tesla das deutsche Startup Wiferion gekauft hat, das sich als führender Anbieter für kontaktlose Energie-Übertragung bezeichnete. Das bezog sich zwar auf Anwendungen bei Industrie-Robotern, und schon wenig später verkaufte Tesla das Wiferion-Geschäft weiter. Doch das Prinzip beim Elektroauto-Laden ist das gleiche, und wichtige Entwickler sollen geblieben sein.

Insofern kam nicht überraschend, dass Designchef von Holzhausen jetzt quasi-offiziell bestätigte, dass Tesla eine Lösung für drahtloses Laden vorbereitet; er gehört zwar nicht zur obersten Spitze des Unternehmens, aber zu seinen langjährigsten Führungskräften, und scheint mit CEO Musk auf bestem Fuß zu stehen. „Wir arbeiten an induktivem Laden“, sagt von Holzhausen in einem vergangene Woche veröffentlichtem Gespräch mit dem TV-Moderator Jay Leno. Wenn es so weit sei, müsse man ein Elektroauto nur noch auf die Platte in der Garage stellen, um den Akku aufzufüllen.

Drahtloses Laden im großen Maßstab?

Nähere Angaben etwa zum geplanten Zeitpunkt der Einführung machte der Designchef nicht. Dennoch darf jetzt wohl das Warten auf eine kabellose Lösung von Tesla beginnen, weil es mehr als nur Hinweise darauf gibt. Grundsätzlich bedeutet die für Induktion nötige Umwandlung von Strom in ein Magnetfeld und wieder zurück höhere Verluste als mit Kabeln. Dem steht der Komfort-Gewinn gegenüber, der manchen Kunden wichtiger sein dürfte.

Zudem hatte die Charging-Managerin Tinucci beim Anleger-Tag erklärt, Tesla arbeite daran, im großen Maßstab Wechselstrom-Laden überall dort anbieten, wo Elektroautos tagsüber abgestellt werden. Das rief Vorstellungen von reihenweise konventionellen Tesla-Wallboxen an Pfählen im öffentlichen Raum hervor. Aber möglicherweise dachte Tinucci dabei schon an eine Drahtlos-Lösung, die ohne Kabel und Stecker und auch sonst fast ohne sichtbare Technik auskommen würde.

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