Bild: Tesla (Software-Hinweise zu FSD 14 Lite)
Kunden, die vor 2024 einen Tesla mit dem damaligen Autopilot-Computer gekauft haben, erleben ein Wechselbad: Wie schon die vorige Generation sollte die so genannte HW3 laut CEO Elon Musk für autonomes Fahren genügen, was er aber im April zurücknahm. Der Tesla-Chef kündigte eine große Upgrade-Aktion auf den Nachfolger AI4 an, um wenig später zu erklären, dass Kunden mit HW3 zunächst doch eine Light-Version der aktuellen FSD-Software 14 bekommen. In den USA wird sie inzwischen verbreitet – scheint die alte Hardware aber zu überfordern.
Tesla-Hardware wird zu warm
Davon berichteten zunächst Tesla-Besitzer in sozialen Medien und dann gesammelt US-Publikationen wie Electrek. Nach den Angaben kann die Temperatur des Computer-Boards beim Fahren mit FSD 14 Lite (so die offizielle Bezeichnung) 90 Grad Celsius und mehr erreichen. Bei diesen Bedingungen zeigt der Tesla-Bildschirm eine Warnmeldung an, und die Autopilot-Hardware schaltet ab. Dadurch ist nicht nur FSD nicht mehr nutzbar, auch Funktionen wie automatische Notbremsung oder Spurhalte-Korrektur fallen aus.
Saw a lot of posts about autopilot computers overheating today. Have a customer who has the same issue. Looks like FSD Lite is running hotter and can't keep up the cooling with the heatwave? pic.twitter.com/C9XSpaTRS9
— Yaro (@Tutrifour) August 3, 2026
In den meisten gemeldeten Fällen genügte es, der Autopilot-Hardware etwas Zeit zum Abkühlen zu geben, damit sie wieder ihren Dienst einschließlich FSD-Assistenz verrichtet. Mindestens zwei Kunden, darunter ein auf X recht bekannter Robotaxi-Tester aus Texas, berichteten jedoch, dass die Überhitzung den Computer in ihrem Tesla dauerhaft beschädigt habe. Selbst nach Abwarten und einem Neustart sei FSD Lite bei ihm weiterhin nicht verfügbar, berichtete @TexasTSLA. Außerdem beunruhigte ihn ein leicht verbrannter Geruch im Auto.
Viele Fälle mit FSD 14 Lite
Laut dem Electrek-Bericht waren Hitze-Probleme bei Elektroautos mit Tesla-HW3 schon vor der Einführung von FSD Light ab diesem Juni bekannt. Ein niedriger Kühlmittel-Stand, Luftblasen im System und verschmutzte Radiatoren können dazu beitragen, dass der Computer zu wenig Kühlung abbekommt, auch weil er am selben Kreislauf angeschlossen ist wie die Batterie. Jedoch sollen diese Fälle in der Vergangenheit nur selten vorgekommen sein. Seit Tesla mit der breiten Verteilung FSD 14 Lite begonnen habe, hätten sie sich aber auffällig gehäuft.
Die Klagen über FSD-Ausfälle bei HW3 kommen zu vorherigen Beschwerden hinzu, dass die Light-Version deutlich weniger leistungsfähig sei als FSD 14 für Elektroautos mit dem aktuellen Autopilot-Computer AI4. Die Light-Version beruht nach Tesla-Angaben darauf, wurde aber für die Verwendung auf der alten Hardware „destilliert“. Von der Seite des Unternehmens kamen trotz vieler Nachfragen auf X zunächst weder Reaktionen zu den beobachteten Schwächen noch zu dem vermehrt auftretenden Hitze-Ausfällen.
Tesla-Kunden mit HW3 planen Klage
Die meisten Kunden können dem insofern gelassen zusehen, als die internationale Light-Version von Tesla-FSD erst später kommen soll; in Europa hat gerade erst die Zulassung mit der neuen Hardware begonnen. Dass bald auch die FSD Lite für HW3 folgt, ist angesichts der Probleme unwahrscheinlich. Damit bliebe für Tesla die Option, den von Musk angekündigten Hardware-Tausch zu beschleunigen – oder frühe FSD-Käufer weiter warten zu lassen. Allerdings haben sich bereits rund 8000 europäische Kunden mit HW3 zur Teilnahme an einer Sammelklage registriert.

