Alle ab sofort produzierten Tesla-Fahrzeuge besitzen die Hardware für vollständig autonomes Fahren

Tesla gab heute offiziell bekannt, dass alle aktuell produzierten Tesla-Fahrzeuge die benötigte Hardware besitzen, um vollkommen autonom zu fahren – auch das Model 3 soll diese verbaut bekommen. Diese Ankündigung ist die von Elon Musk versprochene Produktenthüllung, welche für den 17. Oktober angesetzt war und schließlich auf den 19. Oktober verschoben wurde.

Interessanterweise hat Musk noch vor wenigen Stunden getwittert, dass es sich dabei um den 2. Teil der Model 3-Präsentation handelt. Bei der ersten Präsentation des Model 3 wurde vor allem das ziemlich spartanisch eingerichtete Armaturenbrett bemängelt, doch genau das sollte mit dem 2. Teil der Präsentation Sinn machen, erklärte Musk damals.

Nun verfügen alle von Tesla produzierten Fahrzeuge über die Autonomiestufe Level 5. Damit können Tesla-Fahrzeuge selbstständig sicherer fahren als der Mensch. Zudem soll es die Kosten für solche Fahrzeug-Besitzer reduzieren (Stichwort: Fahrdienstleistungen) und denjenigen eine günstige, auf Abruf erfolgte Mobilität verschaffen, die kein Fahrzeug besitzen.

Acht Kameras, 12 Ultraschallsensoren, ein Radar

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Dafür hat Tesla die verbaute Hardware stark verändert: Ab sofort gibt es acht Surround View Kameras, für gewöhnlich „Fischaugen“-Kameras mit einem Blickwinkel von bis zu 180°, welche eine komplette 360°-Rundumsicht um das Fahrzeug liefern und das bis zu einer Entfernung von 250 Metern. Dabei sind drei von den acht Kameras nach vorne gerichtet.

Zusätzlich zu den Kameras hat Tesla 12 verbesserte Ultraschallsensoren verbaut, die eine Erkennung von harten und weichen Gegenständen erlauben und das bei einer beinahe doppelt so weiten Entfernung wie das aktuell bekannte System. Ein nach vorne gerichteter Radar liefert weitere Daten mittels Radarwellen, die durch starken Regen, Nebel, Staub und dem vorausfahrenden Fahrzeug sehen können.

Um diese neue Datenmenge verarbeiten zu können, verbaut Tesla zudem einen neuen Onboard-Computer (Nvidia GPU Titan), der das eigens entwickelte neuronale Netz für Sehvermögen, Sonar und Radar-Verarbeitung antreibt. Dieser Computer verfügt über die vierzigfache Leistung des in der bisherigen Generation verbauten Computers. Zusammen kann dieses System besser und weiter sehen als ein Mensch jemals in der Lage wäre.

Autonomiestufe 5 erst in 2018

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Model S und Model X mit entsprechender Hardware befinden sich bereits in Produktion und können ab sofort bestellt werden. Bevor das neue System jedoch aktiviert wird, werden weitere Anpassungen vorgenommen, die durch Flottenlernen gewonnen werden können. Entsprechende Verbesserungen werden dann wie gewohnt Over-the-Air automatisch eingespielt.

Während dieses Lernprozesses werden Tesla-Fahrzeuge mit der neuen Hardware sogar teilweise ohne Funktionen auskommen müssen, die bereits bei Fahrzeugen mit der alten Hardware verfügbar sind. So werden Funktionen wie die automatische Notbremsung, Kollisionswarner, Spurhaltefunktion und Abstandsregeltempomat zu Beginn nicht verfügbar sein.

Wenn diese Funktionen im neuen System ausreichend validiert wurde, werden sie auch entsprechend Over-the-Air eingespielt. Zusätzlich dazu werden mit der Zeit auch völlig neue Funktionen freigeschaltet. Autonomiestufe Level 3 sollte in den kommenden Monaten erreicht werden. Bis 2018 werden dann Level 4 und anschließend Level 5 mit dem System erreicht sein.

Neue Hardware hat ihren Preis

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Zwar wäre die Integration des neuen Systems laut Musk optisch kaum vom alten zu unterscheiden, doch spätestens am Geldbeutel wird man einen Unterschied bemerken können. Während die Autopilot-Funktionen zuvor mit 3.300 Euro zu Buche schlugen, muss man jetzt deutlich tiefer in die Tasche greifen und hat zudem zwei Optionen zur Auswahl.

Zum einen gibt es den verbesserten Autopiloten (Enhanced Autopilot), der die oben aufgeführte Hardware besitzt, jedoch statt acht nur über vier Kameras verfügt und 5.500 Euro kostet. Zum anderen gibt es die zusätzliche Möglichkeit für weitere 3.300 Euro (also insgesamt 8.800 Euro) die genannten acht Kameras zu bekommen und in Zukunft vollständig autonom fahren zu können.


Demonstration des System mittels Video folgt in Kürze

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Wie bereits berichtet, wurde diese Ankündigung von Tesla um zwei Tage nach hinten verschoben. Wie es hieß, musste man noch weitere „Anpassungen“ vor der Veröffentlichung vornehmen, weshalb eine Verschiebung nötig war. Nun wissen wir auch warum: Es wurde ein Video aufgenommen, welches das neue System demonstriert. Dieses soll in Kürze veröffentlicht werden.