Autopilot 2.0: Automatische Scheibenwischer könnten noch vor Weihnachten kommen

Es klingt ein wenig paradox, doch in einem Tesla-Fahrzeug mit der aktuellen Autopilot-Hardware 2.0 ist es nicht möglich, die Scheibenwischer-Automatik zu nutzen. Tesla offenbar Schwierigkeiten damit, die aktuelle Autopilot-Hardware entsprechend zu kalibrieren, sodass die automatischen Scheibenwischer funktionieren.

Schon bald könnte jedoch endlich Schluss damit sein und alle Tesla-Fahrzeuge dürften über eine für viele Besitzer wichtige Funktion verfügen, die in der Oberklasse schon seit geraumer Zeit zur Standardausstattung gehört. Denn Tesla-CEO Elon Musk kündigte gestern auf Twitter an, dass die automatischen Scheibenwischer bis Weihnachten funktionieren sollten.

Also gut: Er kündigte es nicht direkt an, aber er ging einen Deal ein. Auf Twitter machte Musk ein wenig Werbung für die Mützen seiner neu gegründeten Boring Company, einem Tunnelbau- und Infrastrukturunternehmen. Daraufhin erklärte ein anderer Twitter-Nutzer sich bereit, eine solche Mütze zu kaufen, wenn Musk die automatischen Scheibenwischer im Autopilot 2.0 einführt. „Das würde mein Weihnachten versüßen“, schrieb der Nutzer an Musk. Die Antwort von Musk: „Deal“.

Erfahrungsgemäß würden wir nicht die Hand ins Feuer legen, dass Musk diesen Termin auch einhält. Dennoch klingt die Antwort des CEO sehr selbstsicher, weshalb man davon ausgehen kann, dass Tesla in dieser Angelegenheit sehr weit fortgeschritten sein dürfte. Sollten die automatischen Scheibenwischer tatsächlich vor Weihnachten kommen, wäre das ein tolles Geschenk.

  • Nelkenduft / AHF

    Gibt es Hinweise an was das Ganze momentan technisch scheitert?

  • Kant

    Vielleicht sollte EM mal eine A-Klasse zerlegen um zu sehen wie „die Deutschen“ das machen 🙂 (über den technischen Vorsprung von T. bin ich doch immer wieder begeistert – und was Scheibenwischer mit Autopilot zu tun haben – da fehlt mir schon wieder der intellektuelle Zugang) (mein Wagen ist nicht autonom, hat aber Auto-Scheibenwischerfunktion – oder sollten wir neben A0 bis A5 jetzt auch noch AS (Autonomer Scheibenwischer) einführen? Für Weihnachten 2018 hab‘ ich übrigens schon einen: AH (automatischer Heckscheibenwischer) 😉

    • McGybrush

      Bei Autonomen Fzg macht es sinn den Regensensor für mehrere Dinge zu nutzen.

      Regen ja/nein
      – Verkehrschilder mit Tempolimit bei Regen
      – ABS Sensorik und Lenkbewegungen verhalten sich bei Regen/Schnee anders als bei Sonne
      – Autopilot könnte generell weniger freiheiten zulassen wenn Regen erkannt wird
      – Wischer schnell, intervall, aus

      Also der Sensor wird für mehr benutzt. Und das ist nicht nur bei Tesla so.

      Und das zu trennen macht mehr Materialkosten als das über 1 Steuergerät und 1 Software laufen zu lassen als das 2, 3, 4 mal separat zu verkabeln und jedes Steuergerät was dann auch x mal vorhanden ist alles einzeln auswerten muss.

  • MichaHamburg

    Die AP2 Fahrzeuge verfügen nach meinem Kenntnisstand nicht über einen Regensensor. Man war sich sicher, die Regenerkennung über die Kameras realisieren zu können. Vermutlich sind Regentropfen auf der Scheibe zu nah, um von den Kameras „scharf“ gesehen werden zu können. Jedenfalls scheint es schwieriger als gedacht zu sein, die Regenerkennung über die vorhandenen Kameras als über einen gesonderten Regensensor realisieren zu können. Schließlich warten die ersten Besitzer eines Tesla mit Autopilot 2 nun schon etwa ein Jahr auf dieses eigentlich nicht so besondere Ausstattungsmerkmal. Die lange Zeit bis zur Realisierung lässt mich zweifeln, ob die Funktion „automatische Scheibenwischer“ jemals gut funktionieren wird ohne einen gesonderten Regensensor.
    In allen AP1 Fahrzeugen funktioniert die automatische Scheibenwischersteuerung übrigens herausragend im Vergleich zu einigen anderen Premium-Herstellern.

    • Jakob

      Die Info mit dem Regensensor habe ich auch.
      Wenn Tesla es über die Kameras und die restlichen Sensoren schafft, hat man sich schon wieder weitere Hardware gespart, genial.

      • Thomas

        Da gebe ich dir grundsätzlich Recht. Jedoch finde ich es eine Zumutung den AP2 Besitzern gegenüber, ein Feature nicht zu liefern, was es im AP1 bereits gab.

        • Gatanis

          Leider gab es Zoff mit Mobileye, was Tesla’s Pläne bei der Umstellung auf AP2 gehörig durcheinander gebracht hat. In Anbetracht dieser Umstände kann ich eine solche Verzögerung nachsehen. Müsste Tesla nicht große Teile der AP2-Software neu schreiben, würde es dieses Feature längst geben.

      • Nelkenduft / AHF

        Wenn das ständig über die Kameras überwacht wird, dann kostet es aber auch Rechenzeit und wird erstmal sicher nicht günstiger sein als der Sensor.
        Besser hätte ich es gefunden, wenn man eine Zeit lang den Regensensor und die neue Technologie parallel getestet hätte, dann würde zumindest den Fahrzeugen nicht seit über einem Jahr ein grundlegendes Feature fehlen.

    • Gatanis

      Die Erkennung über den bisher üblichen Regensensor hat selbst bei Premium-Herstellern auch immer wieder so seine Tücken gehabt. Das liegt meiner Ansicht nach an dem viel zu kleinen Messfeld eines solchen Sensors. Resultat ist eine Automatik, die das eine mal zu spät wischt und ein anderes mal plötzlich in Hektik ausbricht, wegen nur weniger Tropfen.
      Diese Erfahrung ist bei mir jetzt allerdings schon ein paar Jahre alt. Ich weiß nicht, ob das inzwischen besser geworden ist.
      Allerdings verspreche ich mir von der Umsetzung über die Kamera eine Verbesserung gegenüber herkömmlicher Sensoren, sofern der Algorithmus für die Erkennung einigermaßen gut umgesetzt wurde, da über ein deutlich größeren Bereich sensiert wird.

      • MichaHamburg

        Die Fläche der Kamera(s) ist aber nur einen Bruchteil so groß wie die vergleichsweise riesige Fläche eines Regensensors, der ja auch bei den Teslas mit AP1 super funktioniert.
        Nieselregen bei 100 km/h aus dem Kamerabild der „Luft“ zu filtern, halte ich für nahezu unmöglich. Man kann Rückschlüsse auf Regen allenfalls aus Verzerrungen des Kamerabildes schließen. Das dürfte einiges an Rechenleistung erfordern, vermute ich. Dennoch habe ich natürlich Hoffnung, dass Tesla auch das gelingen wird. Bis dahin bleiben allerdings große Zweifel bei mir 😉

        • Gatanis

          Das Messfeld eines Regensensor hat üblicherweise eine Größe von 2 cm². Ich würde nicht sagen, dass dies eine riesige Fläche darstellt. Da dürfte die von der Kamera erfasste Fläche mindestens doppelt so groß sein.
          „Allensfalls aus Verzerrungen“.
          Ja genau so wird es wohl funktionieren. Alles andere würde keinen Sinn machen.
          Dazu wird wahrscheinlich die dem AP inhärente Fähigkeit, Muster zu erkennen, genutzt. Ist nur etwas aufwändiger, weil man die SW dazu erst trainieren muss.

      • Karl

        Ich hab inzwischen meinen 5 (oder 6ten?) Wagen mit Regensensor. Funktioniert inzwischen sehr zuverlässig. Selten schaltet er zu spät ein, aber ein ‚false positiv‘ habe ich so gut wie nie.

    • JK

      Gibt es überhaupt einen „Regensensor“? Ich meine es wird über einen Lichtsensor gemacht und über die Brechung wird berechnet ob und wie viel es regnet. Bei meinem Polo war das so. Leider hat VW aber keinen Schalter für automatisches Licht einbauen lassen.. Aber hey Ich hatte immerhin eine Wischautomatik, dafür kein automatisches Licht =(

  • Carsten Teelicht

    Der Bruch mit MobileEye nach dem tödlichen Unfall eines Tesla Fahrers, ist meiner Ansicht nach ein großer Fehler gewesen und hat Tesla weit zurück geschlagen.

    Auch ein großer Fehler ist es wegen eines Regensensors im Wert von vielleicht 2€, tausende Kunden die viel Geld ausgeben haben so ein primitives aber nützliches Feature lange Zeit vor zu enthalten.