Erste Details zum kommenden Software-Update 8.0 enthüllt

Aktuell verfügen Tesla-Fahrzeuge über die Firmware-Version 7, welche die Autopilot-Funktionen freigeschaltet hat und seit Oktober 2015 auch in Europa verfügbar ist. Die Versionen können mittels Internetzugang over-the-air eingespielt werden und bringen Verbesserungen oder Fehlerbehebungen mit sich. Nun sind erste Details zur kommenden Firmware v8.0 enthüllt worden.

Laut dem Branchendienst Electrek haben bereits erste Fahrzeuge eine Beta-Version der neuesten Firmware eingespielt bekommen, um diese vor Veröffentlichung ausgiebig zu testen. Demnach sind besonders Änderungen am Autopiloten und in der Benutzeroberfläche entscheidende Merkmale dieses Updates.

Autopilot nimmt jetzt auch die Ausfahrt

Mit der Firmware v8.0 wird es mittels Autopilot möglich sein, auch die kommende Autobahnausfahrt automatisch zu nehmen. Während man bisher durch die Betätigung des Blinkerhebels die Spur wechseln konnte, wird man nun auch durch selbige Betätigung die kommende Ausfahrt auf der Autobahn automatisch nehmen können.

Auch das verkehrsadaptive Tempomat und die automatische Lenkung (Autosteer) sollen verbessert werden und besser beziehungsweise „geschmeidiger“ reagieren. Dies wird durch die generierten Daten erzeugt, die alle Tesla-Fahrer mit eingeschaltetem Autopiloten automatisch an den Autobauer zusenden. Das System kann durch das Verhalten der Fahrer „lernen“.

Der Autopilot erhält zusätzlich eine kleine Überarbeitung der Benutzeroberfläche. Die Fahrzeuge, die sich um das eigene Fahrzeug befinden, werden nicht mehr nur von hinten dargestellt, sondern von der Perspektive, die sich entsprechend zum eigenen Fahrzeug befindet. Fährt ein anderes Fahrzeug beispielsweise senkrecht am Tesla vorbei, dann wird die Grafik im Fahrerdisplay das Fahrzeug auch senkrecht visualisieren.

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Aktuelle Darstellung der umgebenden Fahrzeuge im Fahrerdisplay (Bild: Screenshot YouTube-Video von Ars Technica)

Überarbeitete Benutzeroberfläche und Navigation

Wie es heißt, nennt Tesla das Update zur Firmware v8.0 „das größte Update für die Benutzeroberfläche seit Veröffentlichung des Tesla Model S“. Zwar sind noch nicht alle Details bekannt, doch soll es neben Verbesserungen an der Benutzeroberfläche der Navigation auch Verbesserungen in der Sprachsteuerung und dem Media-Player geben.

Mit dem neuen Update wird es nicht mehr nötig sein den Knopf für die Sprachsteuerung gedrückt zu halten, um diese zu nutzen. Außerdem wird nunmehr auf dem Display eine Transkription angezeigt, welche die mündlichen Äußerungen in eine schriftliche Form überträgt.

Die womöglich größte wahrzunehmende Änderung fällt jedoch auf die Navigation zurück. Dabei soll die Kartenansicht überarbeitet werden, aber auch der Reiter, der die nächsten Handlungen vorgibt. Zusätzlich wird es eine neue Routenführung geben, die auf die elektrische Ladungsmenge des Akkus basiert. Die Navigation kann mit dem neuen Update auch alternative Routen vorschlagen, um beispielsweise Zölle zu umfahren oder alternative Supercharger-Stationen zu nutzen.

Die neue Benutzeroberfläche könnte sich an der des Model 3 orientieren. (Bild: Screenshot YouTube-Video von SlashGear)

Die neue Benutzeroberfläche könnte sich an der des Model 3 orientieren. (Bild: Screenshot YouTube-Video von SlashGear)

Das Update befindet sich noch in der Beta-Phase und wird entsprechend getestet. Aktuell ist nicht bekannt, wann das Update erscheint und ob überhaupt alle genannten Neuerungen in der finalen Version implementiert werden.

  • FMH

    Ich trauere immer noch dem Original-UI nach – danke für das Artikelbild!
    Nostalie pur!
    Hoffe die UI ist irgendwann mal konfigurierbar…

    • Hannes

      Worauf Du dich verlassen kannst! Ist ja auch ein (aus Kunden-Sicht) wichtiger Faktor, wie alles was bei Autos mit Design zu tun hat. Und der Einsatz eines großen Touchscreen schreit ja geradezu danach.
      Trotzdem haben wir es hier mit einem KfZ zu tun, wo es ein bisschen mehr zu beachten gibt. Mich würde es nicht wundern, wenn es sowas schon für die neue Version gibt, aber auch nicht, wenn es noch ein paar Jahre dauert.

  • Am Supercharger

    Endlich wird die Navigation überarbeitet , um auch Mautstrecken zu umgehen herrlich so was hätte ich für den Urlaub neulich gebraucht – ging zwar auch mit der offline Faltkarte 😉 aber wirds bestimmt besser ~ freu mich auf das Update!!!

    • Verwundert

      Ein Auto um 80.000 Euro (oder mehr) fahren, aber dann bei der Maut knausern…. Das gibt schon zu denken….

  • Efe

    Ein flat Design ist dringend nötig.
    So circa jede App hat es Mittlerweile, aber Tesla noch nicht.
    Ich bin mir bewusst, dass Tesla ein ganzes Betriebssystem entwickelt und nicht nur eine App.

    • Dr. F

      Da gebe ich Ihnen absolut recht, die 3D Icons sind ja schön und gut, aber halt eher 90er Jahre Style. Sowas in diese Richtung würde mir sehr gefallen https://www.behance.net/gallery/23771657/Tesla-Interface-Concept

      • Efe

        Genau sowas habe ich gemeint. Vielen Dank für den Link.

    • Frank

      Das ist so nicht ganz korrekt, das Betriebssystem darunter gibt es schon lange, es heißt Linux (und FreeRTOS für die Echtzeitkomponenten). Die Tesla UI ist „nur“ eine normale Linux-Anwendung (bzw. mehrere). Das bedeutet, sie können sich damit auf das für sie wesentliche (die autospezifischen Funktionen) konzentrieren und müssen kein ganzes Betriebssystem mehr entwickeln.
      Tesla hat auch ansonsten IT-mäßig vieles richtig gemacht, hier ist eine (ältere) Sicherheitsevaluation der Komponenten des Model S: https://blog.lookout.com/blog/2015/08/07/hacking-a-tesla/

    • Volker

      Ein flat Design ist WARUM nochmal genau notwendig?

      Um modern zu wirken? Um es den anderen nachzumachen? Um „schicker“ auszusehen?

      Mir ist es ehrlich gesagt so was von egal, welchen Designstil eine GUI hat. Vielmehr erwarte ich: Funktionalität, Stabilität, Eindeutigkeit, Transparenz (= intuitive Bedienbarkeit), Geschwindigkeit (= möglichst verzögerungsfreie Reaktion).

      Viele dieser ach so schicken Flat-Designs leiden deutlich im Bereich „intuitive Bedienbarkeit“. Es ist in keinster Weise transparent, wo ein Bedienelement verborgen ist und welche Funktion durch welche Aktion ausgelöst wird. Ist ein Text nur ein Text oder ein Knopf? Kann man durch Schieben von rechts/links/oben/unten mit einem/zwei/drei Fingern irgend etwas Tolles auslösen und was wann genau? Und woher weiß ich das? Wo bitte soll DAS gut sein? Rätselraten und ausprobieren – möglichst noch während der Autofahrt – super Idee.

      Nur weil gerade gefühlt Alle ein flat Design umsetzen, ist das noch lange nicht gut. Ich persönlich habe lieber einen (virtuellen) 3D-Knopf, bei dem KLAR ist, wenn ich den drücke, passiert etwas, als eine „moderne“, schicke Oberfläche, mit eingebauten Ratespielchen. Gut, die Visualisierung könnte vielleicht durch klare und konsistente Symbolik verbessert werden. Wichtig ist hier aber stets, den Menschen und dessen Unterstützung im Fokus zu behalten und NICHT das Designkonzept zum Selbstzweck zu erklären.

      • Nic Megert

        Hallo Volker

        Danke für Deine Ausführungen. Ich sehe es genau so wie Du und hätte es nicht besser formulieren können. Flatdesign sind unpraktisch und hässlich!

  • Urs

    Hatte heute die auforderung das undate zu machen aber hatte keine zeit,
    Es sollte 1.45 minuten dauern zeigt es im display.bin mir aber nicht sicher ob ich es reinspizzen soll oder nicht,hat kemand das schon gemacht. Werde es sicher erst machen wenn positive komentare zum ubdate da sind.
    Möchte ja nicht das etwas schief geht wie beim iphone

    • Nic Megert

      Hallo Urs

      Das Update dauert wohl eher 1Std. 45 Min.
      Und nicht blos 1.45 Min.
      Und der Tesla ist zum Glück unabhängig vom i Phon. Hoffen wir das es so bleibt. Ich hatte bei Tesla noch nie ein Update welches schlechter war als die Vorgänger Version. Abgesehen damals das bekannte Problem mit der Heizung.

  • Alfred Zastrow

    Weiß jemand, auf welcher Hardware Signalverarbeitung und Autopilot laufen?