Nach tödlichem Autopilot-Unfall: Tesla und Mobileye kommentieren noch einmal das Geschehene

So ziemlich die gesamte Medienlandschaft hat über den tödlichen Unfall mit einem Tesla Model S bei eingeschaltetem Autopiloten berichtet. Obwohl sich der Unfall bereits im Mai zugetragen hat, hat die US-Verkehrsaufsicht (NHTSA) erst Ende Juni die Untersuchungen für die Autopilot-Software eingeleitet, wodurch das Ganze überhaupt erst durch die Schlagzeilen ging. Die NHTSA möchte nun prüfen, ob die Software wie von Tesla angegeben gearbeitet hat.

Unabhängig von den Untersuchungsergebnissen der NHTSA hat sich Mobileye, der Zulieferer von Tesla für die Autopilot-Hardware, zu Wort gemeldet (via Electrek) und weitere Informationen darüber gegeben, wieso dieser Unfall allein durch den Autopiloten unvermeidbar war.

Wir haben den Bericht gelesen, was in diesem Fall passierte. Die heutige Technologie zur Vermeidung von Kollisionen, auch Notbremsassistent genannt, ist für Kollisionen am hinteren Ende (Auffahrunfälle) gedacht und genau dafür entwickelt worden. An diesem Unfall war jedoch ein von der Seite kreuzendes Fahrzeug involviert. Die aktuelle Generation der Notbremsassistenten sind nicht für solche Fälle entwickelt worden. Die Systeme von Mobileye werden erst Anfang 2018 die Fähigkeit haben, kreuzende Fahrzeuge zu erkennen. Die Euro NCAP-Sicherheitsbewertung wird dies Anfang 2020 in ihre Wertung mit einfließen lassen.

Auch Tesla äußerte sich noch einmal zu diesem Unfall und erklärte, wieso der Autopilot den Notbremsassistenten nicht aktivierte:

Teslas Autopilot-System wurde In-house entwickelt und nutzt eine Verbindung aus duzenden internen und externen entwickelten Komponenten, um die richtige Handlung in gegebenen Szenarien durchzuführen. Seit Januar 2016 aktiviert der Autopilot den Notbremsassistenten als Reaktion auf jedwede Unterbrechung der Straße im Pfad des Fahrzeugs, die bei einer Gegenprüfung mittels Radar keine typischen Merkmale aufweist. Im Falle dieses Unfalls hat die hohe, weiße Seite des LKW, in Kombination mit der Radar-Wahrnehmung, die der eines hoch hängenden Straßenschilds entspricht, nicht für die Aktivierung des Notbremsassistenten gesorgt.

Der LKW wurde demnach von dem Autopiloten wahrgenommen, jedoch nicht als ein solcher erkannt, da die Technologie laut Mobileye dazu gar nicht in der Lage sei.