Neue Supercharger-Kabel: Dünner, leichter, flexibler und flüssiggekühlt

Tesla Motors ist seit über einem Monat dabei, neue Supercharger mit weiterentwickelten Ladekabeln auszurüsten. Dabei werden die Stationen mit dünneren, leichteren und flexibleren Ladekabeln ausgestattet, die zudem flüssiggekühlt sind. Unklar ist bisher, ob auch existierende Supercharger eine Umrüstung erhalten oder nur neue Stationen von dieser Neuheit profitieren.

Aufgrund der neuen Maße sind die Ladekabel im Gegensatz zu den bisherigen eher dicken Kabeln weitaus flexibler, wodurch das Anschließen am Fahrzeug etwas angenehmer gestaltet wird. Interessanter dürfte jedoch das neue Innenleben sein, denn dieses soll eine höhere Kapazität ermöglichen, als aktuelle Supercharger mit 135 kW. Wie viel höher, ist jedoch unklar.

Bereits vor fast genau zwei Jahren hatte Tesla-Vize JB Straubel gegenüber dem MIT Technology Review gesagt, dass man die Ladezeit an den Superchargern auf 5-10 Minuten herunterschrauben möchte. Ob die neuen flüssiggekühlten Kabel dazu beitragen, ist bisher unklar. Spekuliert wird, dass Tesla Motors hierbei mit Supraleiter oder Leitern mit sehr geringem Widerstand arbeitet.

„Eine Herausforderung bei dem schnellen Laden, ist die Möglichkeit der Überhitzung der Batterie. Um dies zu verhindern, muss die äußere Ladestation mit der Elektronik kommunizieren, die den Zustand der Batterie überwacht, und folglich die Laderaten anpassen. Dafür muss wiederum alles aufeinander abgestimmt sein“, erklärte Straubel die Schwierigkeit vor zwei Jahren im Interview.

Um die Ladedauer auf fünf bis zehn Minuten zu verkürzen wird es nötig sein, dass neben den Ladestationen an sich, auch das Stromnetz ausgeweitet wird. Aktuell ist es beispielsweise nicht an jedem Ort in Nordamerika möglich, Ladekapazitäten von 120 kW zu erreichen. Noch mehr Strom aus dem Netz zu ziehen, wird zudem die Betriebskosten der Supercharger-Stationen erhöhen.

Um diesem Problem jedoch zu entgehen, hat Tesla Motors bereits seit langer Zeit angefangen, viele Supercharger mit zusätzlichen Solaranlagen auszustatten. Noch dazu sollen die neu eingeführten Batteriespeicher ebenfalls eingesetzt werden, da diese den zusätzlich benötigten Strom, welcher beispielsweise von der Solaranlage produziert wird, speichern könnten.

  • Renato Demarmels

    Angenommen, die Ladezeitziele werden in den nächsten 10 Jahren Schritt für Schritt erreicht, wird dies schon sehr bald das Aussterben herkömmlicher Technik bedeuten. Die Argumente der BAB-Raser werden nicht mehr funktionieren, weil Benzin tanken nicht mehr schneller geht und die Reichweite somit umso unbedeutender wird. Ich harre der Dinge, die da kommen mögen.

  • Schlaumeier

    Supraleiter halte ich für eine sehr freie Übersetzung 🙂 🙂 🙂

    Trotzdem finde ich es toll, dass Tesla für solche „Kleinigkeiten“, wie ein vermeintlich zu dickes Kabel, einen Blick hat.

    Die teutschen Verpenner werden wohl gleich 2025 Wireless (Haarp!) bringen 🙂

  • mitleser

    Fake! Lt. einer aktuellen Pressemeldung von VW setzt eine Schnellladung „Kabel mit großen Querschnitten voraus“, die aufgrund ihres Gewichts und ihrer Steifigkeit nur „schwer zu handhaben“ sind. 😉

    • Elektroniker

      Bei passiv oder gar nicht gekühlten Kabeln ist es richtig das man einen höheren Querschnitt braucht für höhere Ströme um den Widerstand gering zu halten und damit weniger Wärme zu erzeugen. Tesla hat Folgerichtig die Kabel einfach gekühlt. 😉

      • Schlaumeier

        Tesla leitet aber bereits heute 135kW Ladeleistung über UNGEKÜHLTE Kabel. Volkswagen behauptet, dass die Kabel bei solchen Leistungen so unhandlich seien, das man einen Roboter zum Anstecken benötigt.
        Das ist Unsinn, weil von der Praxis an den aktuellen Tesla-Superchargern widerlegt.

        Die ganz neuen Tesla-Supercharger bekommen wassergekühlte Kabel und Stecker, weil das Kabel dadurch dünner werden kann (und somit das Handling noch verbessert wird) und man sich damit in Richtung 200kW Ladeleistung wappnet. Schließlich will Tesla die Standzeit am Supercharger langfristig auf 10-15min reduzieren.

        • Cerio

          Supercharger liefern bis zu 120kW aus, einige ältere Modelle „nur“ 90kW.
          Die 135 kW könnten von neueren Ladesäulen bereitgestellt werden (technische Spezifikation), werden sie aber nicht. Hab’s eben recherchiert. Hier ist auch der neueste Fortschritt beschrieben: 145kW-Fähigkeit der aktuellen Supercharger-Technologie. Aber auch hier bekommen Model S und X „nur“ max. 120 kW.

          Quelle: https://electrek.co/2016/07/20/tesla-supercharger-capacity-increase-145-kw/