Produktion der Solar-Dachziegel in der Gigafactory 2 hat begonnen

Wie Tesla am Dienstag Abend in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gab (via Bloomberg), hat die Serienproduktion der Solar-Dachziegel in der Gigafactory 2 in Buffalo, New York, bereits im letzten Monat begonnen. Zwar wurden schon zuvor erste Solardächer von Tesla installiert, dabei handelte es sich jedoch ausschließlich um Häuser von Mitarbeitern des Unternehmens.

Nun sollen in Kürze jedoch auch erste betriebsfremde Kunden ihre Solar-Dachziegel bekommen. Tesla erwartet, dass die ersten Installationen bei solchen Kunden in den nächsten Monaten stattfinden. Wie geplant, werden zunächst zwei Varianten erhältlich sein: Strukturiert und glatt. Erst im Laufe des Jahres sollen die anderen beiden Ziegeltypen zur Verfügung stehen.

Die Solar-Dachziegel sollen laut ersten Hochrechnungen teurer sein, als herkömmliche Dachziegel mit einer zusätzlichen Photovoltaikanlage. Laut Bloomberg-Analyst Hugh Bromley sollen sie jedoch „nicht sündhaft teurer“ als entsprechende Alternativprodukte sein. Für ein 2.000-Quadratfuß-Haus (ca. 185 qm) schätzt er die Kosten auf etwa 57.000 US-Dollar. Etwa 41.000 US-Dollar würden Terrakotta-Ziegel mit einer 5 kW Photovoltaikanlage kosten. Ein schlichtes Dach aus Bitumenbahnen wäre bei einem solchen Haus hingegen schon ab 22.000 US-Dollar erhältlich.

Tesla hat bereits vor vier Monaten mit der Produktion von Solarzellen und Solarpaneelen in der Gigafactory 2 begonnen. Der Staat New York hat sich bereiterklärt, mit 750 Millionen US-Dollar beim Aufbau der 1,2 Millionen Quadratfuß (ca. 111.484 qm) großen Fabrik zu helfen. Aktuell beschäftigt die Gigafactory 2 insgesamt 500 Mitarbeiter. In Zukunft sollen etwa 3.000 neue Jobs entstehen.

Artikelbild zeigt das erste mit Tesla Solar-Dachziegel realisierte Projekt.

  • Richard Müller

    Hm…sollten die Solardächer von Tesla nicht billiger als eins mit herkömmlicher Solaranlage sein?

    • Entwickler

      genau hatte ich auch in Erinnerung bzw. etwa genauso teuer wie ohne Solar?

    • Dirk Pakosch

      Klingt für mich auch, als ob es doch nun viel teuerer ist als ein normales Dach decken und dann Solarzellen drauf. Optisch ist natürlich der Solardachziegel nicht zu überbieten. Was ist igentlich ein Dach aus Asphalt? Wenn es das ist, was ich denke (Bitumenbahnen) dann weis ich aber nicht, wo da 22.000 US-Dollar drin stecken sollen?

      • Teslamag.de (TK)

        Super, danke! Das Wort hatte mir gefehlt. Die Amerikaner schreiben alle von Asphalt und ich konnte das deutsche Äquivalent dazu nicht finden. Ist jetzt im Artikel ergänzt und in meinem Hirn abgespeichert 🙂

        • Pragmatiker

          Asphalt roll roofing = Bitumenbahnen wird aber nur bei flachen und schwach geneigten Dächern verwendet. Und das hauptsächlich in den USA.

          Für stärker geneigte Dächer gibts asphalt shingles (Bitumen-Schindeln).

          Grundsätzlich sind Bauweisen von Hausdächern in den USA hinsichtlich Aufwand und Qualität kaum mit denen bei uns vergleichbar.

    • Kant

      ja, wirklich schade – das war eine wirklich tolle Idee, aber so ist das einfach zu teuer…

    • Mike Calley

      Preis laut „Analyst“, nicht Tesla.

      • Skynet

        Von Anfang an lag der Preis laut Tesla auf dem Niveau. Bei rund 50% PV entsprechen die rund 30$/qFuß dem angekündigten Niveau.

        …Tesla rechnet im Unternehmensblog vor, dass die Anbringung des „Solar Roof“ etwa 22 US-Dollar pro Quadratfuß kosten soll. Bei der Rechnung hat Tesla ein Dach vorausgesetzt, bei dem 35 Prozent der Schindeln über Solarzellen verfügen…

  • Werner Müller

    Wenn der Preis stimmen sollte, dann wird das eher floppen. Also zumindest in Deutschland. Es tauscht doch niemand sein Dach aus gegen Tesla Solarteile wenn man wesentlich günstiger eine externe Anlage on Top auf das bestehende Dach drauf setzen kann. Selbst bei einer geplanten Dach Erneuerung ist es dann fraglich. Sehr enttäuschend… denn damals sagte man „Billiger als ein normales Dach“…

    • Mike Calley

      Preis laut „Analyst“, nicht laut Tesla.

      • Fritz!

        Da sollten wir dann also, bevor hier wieder die wildesten Spekulationen ins Kraut schiesen, auf die Preise von Tesla warten, oder?

    • Steffen Hofmann

      Es hieß „günstiger als ein (neues) normales Dach mit PV“. Das es günstiger als ein normales Dach ohne PV werden würde, wurde nicht gesagt.

    • Marian Finkbeiner

      Ich denke es geht nicht darum das bestehende Dach auszutauschen, sondern bei sowieso neuen Dächern lieber gleich solarziegel zu nehmen.

  • Viewer

    Ist mit den 185qm die Wohn- oder Dachfläche gemeint? 5 kWp sind doch normalerweise rund 30-36qm Modulfäche. Wieviele Prozent der Dachziegel erzeugen denn dann mit welchem Wirkungsgrad eigentlich Strom? Eigentlich sollten es doch min. 40-50% der Dachfläche sein.

    Für den Preis bekommt man selbst bei 185qm Dachfläche absolute Luxusziegel + PV-Anlage + Speicher. Von weniger qm ganz zu schweigen. Was soll dann noch „billiger“ sein?

  • simons700

    Er hat angekündigt dass es selbst ohne berücksichtigung der Stromproduktion GÜNSTIGER als ein hochwertiges herkömmliches Dach werden wird.
    Die Analysten hier bezeihen sich ja offensichtlich nicht nur auf die Ziegel sondern wohl auf das ganze Dach (also mit Dachstuhl)

    • Skynet

      Im Mai hieß es …Tesla rechnet im Unternehmensblog vor, dass die Anbringung des „Solar Roof“ etwa 22 US-Dollar pro Quadratfuß kosten soll. Bei der Rechnung hat Tesla ein Dach vorausgesetzt, bei dem 35 Prozent der Schindeln über Solarzellen verfügen…

      Wenn ich unser neues Dach einschließlich Entsorgung, neuen Dachstuhl, Dämmung und PV ohne Speicher auf die 185qm mit 5 KWp umrechne liege ich bei weniger als der Hälfte. Dazu dürfte die Wärmedämmung wesentlich effektiver sein als bei den dünnen Solarziegeln. Durch eine zentrale Batterie konnten wir uns den Speicher sparen aber auch dann wären es vielleicht nochmal 5k mehr geworden. Ob der bei Tesla mit dabei ist, weiß ich nicht.

  • PV-Berlin

    Da wette ich zwei Keks drauf, dass dies nicht stimmen kann!
    Die z.Z. besten Module (350 Wp auf 1,6 m2) kosten 227 bis 300 €. Dann kommt noch etwas Alu Schiene zu und gut ist. Alles andere benötigt der Ziegel auch, sogar deutlich mehr (Anschluss DC) Und Stecker etc, sind sehr teuer.

    Auf 185 m2 bekommt man ca. 40 KWp, in D. würde man eher ’nur‘ 30 kWp drauf machen (Grenze) Die kosten komplett mit Montage 30 bis 35 K €
    Also inkl. AC Anschluss, Umbau am Verteiler Zähler etc.

    • Don Barbone

      Ich denke er rechnet nicht mit einer 100% Belegung des Daches mit Solarziegeln…sondern nur 20-30% davon haben solarzellen integriert…je nachdem wieviel man haben möchte bzw wie viel man braucht

  • PV-Berlin

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies keine Todgeburt wird. Es gibt ja noch immer kein belastbares Datenglatt und nur extrem viel Prosa!

    Für 57.000 $ kann man locker eine Dach decken und eine 20 kWp Anlage drauf machen! Auch wenn die Preise in den USA fern aller Realitäten sind (laut meinen Infos: Preisabsprachen)

    Sinn macht ja so ein Dach nur, wenn es als Ost/West Dach konzipiert ist, so das man die gesamte Fläche mit PV nutzen kann. Also das würden meine Partner hinbekommen. Das Dach voll machen (30 bis 40 kWp) und das Dach dicht (Ränder mit Kupfer auslegen, was sich deutlich besser ausschaut, als so ein Solar Ziegel.

    Aber vielleicht sind die US Bürger wirklich so bekloppt, im Rest der Welt wird das nix.

  • Pragmatiker

    Im Allgemeinen sind bei uns Solardachziegel besonders für Gebäude interessant, deren Optik nicht durch herkömmliche Solaranlagen verschandelt werden soll. Insbesondere auch denkmalgeschützte Objekte. Dafür wären aber Solardachziegel in klassischer Form (v. a. Biberschwanz) nötig. Da diese relativ kleinformatig sind, werden die Kosten pro Quadratmeter nochmals höher liegen.