SolarCity kündigt Eigenfinanzierung in Höhe von 305 Millionen US-Dollar an

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat SolarCity eine Eigenfinanzierung in Höhe von 305 Millionen US-Dollar realisiert. Dafür hat man die zukünftigen Cashflows eines 230 MW-Portfolios monetarsiert. Darin ist auch ein Kredit über eine Laufzeit von 18 Monaten enthalten, der an fünf institutionelle Investoren syndiziert worden ist.

Diese Eigenfinanzierung soll Tesla-Investoren vor der bevorstehenden Abstimmung zur Übernahme von SolarCity Vertrauen geben, schließlich könne sich das Unternehmen selbst Kapital beschaffen. Da die sogenannte „go-shop“-Phase, bei der SolarCity 45 Tage Zeit hat weitere Angebote einzuholen, diese Woche endet, dürfte eine Abstimmung zur Übernahme demnächst bevorstehen.

Das Geschäftsmodell von SolarCity beruht darauf, Solaranlagen kostenlos oder zu geringen Kosten zu installieren, und von der vom System erzeugten Energie Gebühren zu erheben. Dieses Geschäftsmodell erfordert demnach hohes Kapital, um die Solaranlagen vorzufinanzieren. Das Unternehmen beschafft weiteres Kapital für neue Projekte durch die Monetarisierung zukünftiger Cashflows aus diesen Anlagen.

  • Thomas

    Das macht aus meiner Sicht absolut Sinn. Tesla kann den Strom zu marktüblichen Preisen an den Endkunden verkaufen und der Endkunde genießt den Vorteil der Notstromversorgung in Krisensituationen ( wenn die Technik es hergibt ). Da sich solche Anlagen in kürzester Zeit amortisieren, gibt es hier noch eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Zusätzlich erübrigt sich hier jeglicher Wettbewerbsdruck, da der Endkunde die Anlage nicht kaufen muß – auch nicht zu verachten.

    • MrRenardo

      Das mit der Amortisierung von derartigen Anlagen ist so eine Sache.
      Ich weis nicht, wie die Förderlandschaft in DE ist, aber in AT habe ich das mal durchkalkuliert.
      Mit dem besten Anbieter kommt bei einer 20KWP-Anlage die Amortisierung frühestens nach 23 Jahren. Mit einem Stromspeicher noch viel später. Ausserdem werden normalerweise die Wechselrichter nach 10 Jahre kaputt.
      Sowas installiert man höchstens aus intrinsischen Motiven oder weil man unbedingt autark sein will. Rechnen tut es sich derzeit in AT nicht.
      Möglicherweise für Tesla, weil sie kostenlos Strom beziehen, der kostenlos an den Superchargern wieder abgegeben wird und für M3 wird dafür dann kassiert.

      • Schleif

        Ich glaube SC hat einfach aus der Not heraus – zukünftige Einkünfte unter Wert weiterverkauft um kurzfristig liquide zu sein. Wenn die Übernahme geschafft ist zahlt ja Tesla weiter.
        Schönen Gruß
        Schleif

  • EeVee

    „Monetarisierung zukünftiger Cashflows“ – kann jemand mal erklären, was das bedeutet? Jemand streckt Knete für konkrete Projekte vor und wird und bekommt später sein Geld zurück plus einen Anteil an den Einnahmen den die Anlage macht?

    Und müsste nicht mal der Punkt kommen, an dem SolarCity soviele Kunden hat, dass sie neue Anlagen mit den Einnahmen stemmen können? Oder dauert das noch paar Jährchen?

    • Thomas Cantwait

      Richtig EeVee, Solarcity verdient erst nach Jahren Geld, da es ja erst die Hardware „vorstreckt“ und dann mit dem Strom über die Zeit dass Geld zurückverdient. Natürlich mit einem Gewinn. Sind die Panels dann nach ein paar Jahren abgeschrieben macht Solarcity damit nur noch Gewinn, denn die Sonne scheint ja für jeden umsonst. Ist also eine Solaranlage installiert, ist es für eine Bank nur ein sehr geringes Risiko Solarcity einen Kredit auf die ausstehenden Stromeinnahmen zu geben. Ich kenne zwar nicht die Details des Deals, aber ich gehe davon aus, dass es so in etwa abläuft.