Tesla limitiert Supercharger-Ladegeschwindigkeit, wenn man zu viele Schnellladungen vornimmt

Wie kürzlich im Online-Forum Tesla Motors Club bekannt wurde (via Electrek), limitiert Tesla die Ladegeschwindigkeit an Supercharger-Ladesäulen, wenn das angeschlossene Fahrzeug zu viele Gleichstrom-Schnellladungen vorgenommen hat. Dabei wird von Tesla keine genaue Anzahl an Schnellladungen genannt, die zu diesen Umstand führen, was bei einigen Kunden sauer aufstößt.

Der Forennutzer, der auf diese Limitierung aufmerksam geworden ist, erklärt, dass er kürzlich einen Ausflug mit seinem Fahrzeug unternommen hat und ihm dabei aufgefallen ist, dass er an keinem der genutzten Supercharger mit mehr als 90 kW laden konnte. Laut offiziellen Angaben können die Supercharger die Autobatterie jedoch mit bis zu 120 kW Gleichstrom speisen.

Sicherlich hängt die Ladegeschwindigkeit auch von weiteren Faktoren ab, darunter vom Supercharger selbst, aber auch vom Ladezustand der Batterie oder der Temperatur des Akkupakets und vieles mehr. Dadurch wird es für den Kunden noch schwieriger festzumachen, wodurch eine reduzierte Ladegeschwindigkeit tatsächlich resultiert.

Im Online-Forum veröffentlichte derselbe Nutzer eine Antwort der Tesla Service-Techniker, die genau das beschreibt:

[…] Wenn ein Fahrzeug eine bestimmte Grenze an Gleichstrom-Schnellladungen übersteigt, dann limitiert das Batterie-Managementsystem das Gleichstrom-Schnellladen, um einen Kapazitätsverlust des Akkupakets vorzubeugen. Laut den Tesla Service-Technikern, wurde dieses Fahrzeug signifikant häufig mit Gleichstrom schnellgeladen und ist nun bei der Gleichstrom-Ladegeschwindigkeit permanent limitiert. Wichtig ist anzumerken, dass es weiterhin möglich ist, an Superchargern zu laden, und dass das Fahrzeug bisher keinen signifikanten Kapazitätsverlust aufgrund des häufigen Gleichstrom-Schnellladens vorweist. Das Fahrzeug funktioniert wie vorgesehen.

Der betroffene Nutzer erklärt, dass er bisher 6.685,603 kWh (oder 245 Mal vollständig aufladen) an Gleichstrom-Ladesäulen aufgeladen hat. Dies sei nahezu vollständig an CHAdeMO-Ladesäulen geschehen. Zusätzlich dazu hat er die Supercharger bei „50 bis 60 Anlässen“ genutzt. Dabei hat er sein Fahrzeug erst seit März 2016, was für eine atypische Nutzung solcher Ladesäulen spricht.

In einer Stellungnahme gegenüber Electrek hat Tesla erklärt, wieso diese Limitierung eingebaut wurde:

Die höchstmögliche Ladegeschwindigkeit von Li-Ionen-Zellen wird nach einer sehr großen Anzahl an Schnellladevorgängen geringfügig abnehmen. Das geschieht aufgrund physikalischer und chemischer Veränderungen innerhalb der Zellen. Unser Schnelllade-Kontrollsystem ist darauf ausgelegt, die Batterie zu schützen und die maximale Zellkapazität (Reichweite) unter allen Umständen zu erhalten. Um die Sicherheit zu gewährleisten und die maximale Reichweite beizubehalten, müssen wir die Ladegeschwindigkeit reduzieren, wenn die Zellen zu kalt sind, wenn fast vollständig aufgeladen wurde, und ebenso, wenn der Zustand der Zellen sich allmählich aufgrund von Alterung und Abnutzung verändert. Diese Anpassung, aufgrund von Alterung und Abnutzung, wird die Ladezeit an Superchargern womöglich um fünf Minuten erhöhen, wobei weniger als ein Prozent unserer Kunden dies erleben werden.

Tesla limitiert die Ladegeschwindigkeiten nicht, um Kunden vor der häufigen Nutzung von Superchargern abzuhalten – es entspricht genau dem Gegenteil. Wir ermutigen unsere Kunden zur Nutzung des Supercharger-Netzwerks nach ihrem eigenen Ermessen und haben uns dazu verpflichtet, die Anzahl der Ladesäulen noch in diesem Jahr weltweit zu verdoppeln. Wir wollen zudem sicherstellen, dass unsere Kunden die beste Erfahrung an den Superchargern machen und dass wir so viel Reichweite wie nur möglich bewahren – auch nach häufiger Nutzung.