Tesla Model X vorgestellt: Das sicherste und sauberste SUV der Welt

Nachdem es bereits vor einer Woche angekündigt wurde, war es heute Nacht soweit: Tesla Motors hat das Tesla Model X endlich enthüllt. Die Veranstaltung fand in der Produktionsstätte in Fremont, Kalifornien, statt, wo das elektrische SUV und das Model S parallel produziert werden. Eingeladen hatte Tesla-CEO Elon Musk, der die Enthüllung – wie so üblich – persönlich durchführte.

Bereits zuvor wurden viele Informationen über das Model X enthüllt: Von 0 auf 60 mph in 3,2 Sekunden, Allradantrieb, bis zu 257 Meilen Reichweite – aber Tesla-CEO Elon Musk hielt dennoch einige Überraschungen bereit, mit denen man vorher nicht gerechnet hätte. Der gestern vermutete Rückspiegel mit integriertem Display zählt leider nicht dazu – zumindest bisher noch nicht.

Für Musk war es sehr wichtig, dass man mit dem Model X ein besonders sicheres und sauberes SUV auf den Markt gebracht hat. Laut ihm sei das Fahrzeug „das sicherste SUV aller Zeiten“. Bei den Tests der US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit, NHTSA, erhielt das Model X fünf Sterne in jeder der getesteten Kategorien und übertraf deutlich die Mindestanforderungen.

Wie Tesla Motors auch mittels einer Grafik präsentierte, liegt die Wahrscheinlichkeit mit dem Model X bei einem Unfall Verletzungen davonzutragen bei 6,5 Prozent. Für eine Bewertung mit fünf Sternen würde es jedoch schon ausreichen, wenn die Wahrscheinlichkeit nicht über 10 Prozent ist. Somit liegt man noch deutlich unter den Wert, der die beste Sicherheitsbewertung einbringt.

Während der Veranstaltung hat Musk zudem einen besonderen Schwerpunkt auf die Luftqualität gelegt. Er erklärte, dass der Luftfilter im Model X die zehnfache Größe vorweist als ein durchschnittlicher Luftfilter. Das System im Model X sei zudem „mehrere hunderte Male“ besser als herkömmliche Luftfiltersysteme. Die Luftqualität im Auto gleiche der in einem Operationssaal.

Das Filtersystem beseitigt Pollen, Bakterien, Viren und Schmutz bevor es die Luft in die Kabine des Fahrzeug zirkulieren lässt. Dabei kann der Fahrer zwischen drei Modi wählen: Zirkulation mit der Außenluft, Re-Zirkulation der inneren Luft und Biowaffen Verteidigungsmodus. Letzterer verursacht einen positiven Druck in der Kabine und schützt somit sogar vor einer Apokalypse.

Eine weitere Überraschung waren die automatisch öffnenden Vordertüren, die sich dann öffnen, wenn man sich dem Fahrzeug nähert und so als einer Art „Chauffeur“ dienen. Zwar hat man über die Falcon Wing-Türen nichts Neues erfahren, doch wurden dieser bei der Veranstaltung ausgiebig präsentiert, auch wie sie sich in engen Parklücken neben anderen Fahrzeugen verhalten.

Da die offizielle Webseite von Tesla Motors ebenfalls aktualisiert wurde, kann man daraus weitere Informationen entnehmen. So heißt es dort, dass man mit einem Strömungswiderstandskoeffizienten von 0,24 ganze 20 Prozent unter dem des nächstbesten SUV liegt. Somit ist das Tesla Model X aktuell das aerodynamischte SUV auf dem Fahrzeugmarkt.

Ebenfalls einzigartig: Das Model X verfügt über die größte in einem Fahrzeug eingebaute Panorama-Windschutzscheibe der Welt. Somit bekommen nicht nur Fondpassagiere, sondern auch der Fahrer und Beifahrer einen einzigartigen Blick nach draußen. Ein optimierter Blickschutzkeil sorgt dafür, dass die große Windschutzscheibe auch bei Sonneneinstrahlung kein Sicherheitsrisiko wird.

Tesla Motors wird das Model X vorerst ausschließlich in den Versionen 90D und P90D anbieten, welche bei einem Verkaufspreis von 132.000 US-Dollar, umgerechnet knapp 117.500 Euro, starten. Es ist noch unklar, ob wir auch eine 70D-Version in Zukunft sehen werden, denn diese könnte bei einem Preisunterschied zum Model S von 5.000 US-Dollar bei knapp 85.000 Euro liegen.

Musk erklärte, dass Tesla Motors aktuell circa 25.000 Reservierungen für das Model X vorzuweisen hat. Wenn man aktuell eine Reservierung tätigt, so muss man eine Wartezeit von acht bis zwölf Monaten in Kauf nehmen. Während die meisten Kunden noch einige Monate warten müssen, haben bei der heutigen Enthüllung bereits die ersten sechs Vorbesteller ihr Model X erhalten.

Nachtrag: Elon Musk hat vor wenigen Stunden via Twitter verkündet, dass günstigere Basisversionen zu einem späteren Zeitpunkt erhältlich sein werden.

Nachtrag 2: Der genannte Verkaufspreis von 132.000 US-Dollar bezieht sich auf das limitierte Signature-Modell für Erstbesteller mit Vollausstattung. Wenn der Preisunterschied zum Model S von 5.000 US-Dollar weiterhin erhalten bleibt, dann kann man zukünftig das Model X 90D zu einem Basispreis von 93.000 US-Dollar erwerben. In Deutschland würde das Model X 90D bei knapp 100.000 Euro startet, also deutlich unter den zuvor genannten 117.500 Euro.

 



  Meet Model X. Watch it live here ts.la/g2B #ModelX #Tesla #SUV #cars #electric   Ein von Tesla Motors (@teslamotors) gepostetes Video am

 

 

  • eRitchy

    Einen positiven Druck in der Kabine kann man doch nur erzeugen, indem man Druckluft mitführt (also in Druckflaschen), die dann nach außen geblasen wird. So kann nichts kontaminiertes nach innen dringen. Oder sehe ich das falsch? Soll das wirklich so funktionieren?

  • James

    Guter Bericht! Ich glaub ich weiss was der Witz hinter dem Bioweapon Defense Mode Knopf ist… Obwohl der grosse Filter bestimmt in jeglichen Szenarien den Innenraum des Wagens mit schön gefilterte Luft versorgt, glaub ich liegt der eigentlich Sinn des Knopfes darin die gesamte Luft des Innenraums binnen kürzester Zeit zu reinigen…. Das mag bei einem echten Waffenangriff ja mal einen Versuch wert sein, aber ich glaub die Ingenieure bei Tesla wollen damit eher Biowaffenangriffe die innerhalb des Wagens ausgelöst werden bekämpfen. Es passen immerhin 7 leute rein 😉

  • TK

    Ich schätze hier wird ein ähnliches Verfahren eingesetzt, wie es für einen Reinraum erforderlich ist: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reinraum

  • „ELMO“

    Danke für die gelungene Zusammenfassung. Den aktuellen Einstiegspreis stellt Ihr meines Erachtens aber noch zu abschreckend dar.

    Ihr schreibt, das Model X starte vorerst in der Version 90D, welche bei einem Verkaufspreis von 132.000 US-Dollar liege. Der genannte Betrag beschert einem aber schon die („fully loaded“) Signature-Ausgabe.

    Bleiben wir bei den sicheren Erkenntnissen/Ankündigungen, dann kostet das „X“ 5.000 Dollar mehr als das entsprechende „S“, startet vorerst in der Version 90D in den US also bei 88.000 + 5.000 = 93.000 Dollar.* Ein dramatischer Unterschied zu 132.000.

    Das könnt Ihr besser als der Rest der Presse, die auf diesem absurden Einstiegspreis herumreitet.

    * Für Deutschland bedeutet das lt. Konfigurator also vorerst etwas über 100.000 Euro.

    • TK

      Hallo ELMO, du hast natürlich Recht. Zwar kann man die 90D-Basisversion bisher noch nicht bestellen sondern sich weiterhin nur eine Reservierung ergattern, aber dein berechneter Preis müsste stimmen. Ich habe das im Artikel ergänzt.