In diesem April soll die Serienproduktion des Cybercab beginnen, und im Vorfeld war jetzt viel von dem als reines Robotaxi konzipierten Zweisitzer zu sehen, einschließlich einiger Detail-Lösungen. Für den Sattelschlepper Semi hat Tesla unterdessen den ersten öffentlichen Megacharger eröffnet. Nach einem schwachen Vorjahr erholten sich außerdem die Elektroauto-Verkäufe von Tesla in China. Und zusammen mit xAI arbeitet Tesla an digitalen Agenten, die auf den eigenen Elektroautos und Superchargern laufen.
Tesla zeigt Cybercab in Austin
Von Tesla-CEO Elon Musk ist man nicht unbedingt gewohnt, dass seine öffentlich gemachten Zeitpläne eingehalten werden, beim Cybercab aber könnte das klappen. Im ersten Halbjahr 2026 solle die Produktion beginnen, hieß es bei der ersten Ankündigung des reinen Robotaxis im Oktober 2024, und inzwischen hat Musk mehrmals sogar diesen April genannt. Das erste Cybercab von der Produktionslinie in Texas meldete Tesla schon Mitte Februar. Auf dem Gelände der Fabrik sowie auf öffentlichen Straßen wurden zuletzt immer mehr Exemplare des Zweisitzers gesehen.
Bislang mussten sich Beobachter damit begnügen, diese Cybercabs von außen zu fotografieren oder anzuschauen, am Donnerstag und Freitag aber führte Tesla eines davon in einer Popup-Präsenz in Austin vor. Sogar einsteigen war erlaubt, und so wurde unter anderem entdeckt, dass das reine Robotaxi mit einer Art Notstopp-Knopf am Dachhimmel ausgestattet ist. Gekennzeichnet ist er auch in Blindenschrift. Wie ein Tesla-Mitarbeiter wissen ließ, sind zudem die Flügeltüren und die Sitze so gestaltet, dass Rollstuhl-Fahrer leicht einsteigen können.
Close up shots of the 3rd Cybercab here on site in downtown Austin at Tesla’s SXSW pop up pic.twitter.com/Blw80eTnKG
— David Moss (@DavidMoss) March 13, 2026
Außerdem scheint Tesla bei der Cybercab-Produktionsversion noch deutlicher zu machen, dass es sich dabei um ein Robotaxi handelt. Denn dieses Wort steht in zackiger Leuchtschrift sowohl auf den seitlichen Türen als auch auf dem Heck. Die Kameras des Cybercab sind anders als bislang bei Tesla rundum mit Waschern ausgestattet. Der Innenraum wird indirekt beleuchtet und ansonsten von einem großen Bildschirm dominiert. Lenkrad oder Pedale gibt es im Cybercab nicht – CEO Musk sagt dazu, dass es entweder autonom fahren werde oder gar nicht.
Öffentlicher Megacharger für Semi
Ebenfalls seit einiger Zeit für das erste Halbjahr 2026 angekündigt ist der Beginn der Serienproduktion des Tesla Semi in einer eigenen Fabrik in Nevada. Auch damit scheint es voranzugehen. Mitte Februar veröffentlichte Tesla technische Daten für zwei Semi-Versionen und wies vor kurzem auf Winter-Tests mit dem elektrischen Sattelschlepper hin. Geladen wird er an „Megacharger“-Stationen nach dem Vorbild der Supercharger für elektrische Pkw. Und der erste öffentliche Standort dieser Art ging jetzt in Kalifornien in Betrieb.
Zu finden ist er in Ontario nahe Los Angeles, wie man der Web-Übersichtskarte für Tesla-Infrastruktur entnehmen kann. Streng genommen ist dies bereits der dritte Megacharger-Standort in den USA, denn weitere gibt es in Lathrop im selben Bundesstaat und in Nevada. Laut dem Blog Electrek werden diese beiden aber vor allem intern genutzt, während die neueste Semi-Ladestelle für die allgemeine Öffentlichkeit gedacht sei. Anders als für die vorigen beiden wird dafür allerdings nur 750 Kilowatt maximale Ladeleistung genannt.
Tesla-Verkauf in China gestiegen
Enorme Stückzahlen werden vom Semi nicht erwartet. Stattdessen soll laut CEO Musk in diesem Jahr nach zwei Rückgängen in Folge das Cybercab für wieder steigende Elektroauto-Verkäufe bei Tesla sorgen. Ein Lebenszeichen kam jetzt aber auch für die bestehende Palette, die auf den wichtigsten Märkten außerhalb der USA bald nur noch aus Model 3 und Model Y bestehen wird: Nach besonders schwachen Zahlen vor einem Jahr sind die Tesla-Verkäufe in China im Februar drastisch gestiegen.
Das meldete am Donnerstag CnEVPost unter Berufung auf Zahlen des Verbandes CPCA. Demnach verkaufte Tesla im Februar in China 38.206 seiner Elektroautos, knapp 43 Prozent mehr als vor einem Jahr; gegenüber diesem Januar beträgt die Steigerung mehr als 100 Prozent, obwohl der chinesische Elektroauto-Markt insgesamt ungewohnte Schwäche zeigte. Im Ergebnis stieg der Tesla-Anteil daran auf 13,7 Prozent, den höchsten Wert seit April 2024.
Bevor die neuesten China-Zahlen bekannt wurden, berichtete allerdings die Nachrichten-Agentur Reuters, dass wichtige Analysten für 2026 inzwischen mit dem dritten Rückgang der Tesla-Verkäufe in Folge rechnen. Die mittlere Schätzung ist demnach seit Januar auf ein Plus von 3,8 Prozent in diesem Jahr gesunken, nachdem zuvor gut 8 Prozent mehr Absatz prognostiziert wurde. Morningstar und Morgan Stanley erwarten mittlerweile sogar ein weiteres Minus um etwa 5 Prozent, was etwa 1,55 Millionen verkaufte Elektroautos in 2026 bedeuten würde. Den bislang höchsten Wert hatte Tesla in 2023 mit rund 1,81 Millionen Verkäufen erreicht.
Tesla und xAI mit digitalem Optimus
Mit Blick auf Europa erhofft sich Musk Besserung, wenn der Tesla-Assistent FSD Supervised hier die nötige Zulassung erhält. Eigentlich sollten die Niederlande im Februar den Anfang damit machen, was der CEO vor kurzem jedoch auf den 20. März verschob – und von der zuständigen Behörde RDW prompt ein weiteres Mal dementiert wurde. Um seine rein autonomen Cybercabs einsetzen zu können, muss Tesla das FSD-System sogar so sicher machen, dass es unbeaufsichtigt fahren kann und darf.
Darin sowie in humanoiden Robotern liegt laut Musk das größte Potenzial für Tesla-Zukunft und -Börsenwert, weil das Unternehmen bei derlei künstlicher Intelligenz für die reale Welt kompetent sei wie kein anderes. Zusammen mit seiner eigener Gründung xAI, die inzwischen zu SpaceX gehört, soll Tesla jetzt aber auch bei KI für Computer reüssieren: Die beiden Unternehmen arbeiten gemeinsam an „Macrohard“, einer Art digitalen Version des Roboters Optimus, wie Musk informierte.
Musk: KI-Agent auf Superchargern
Dieses Projekt hatte er zuvor nur für xAI angekündigt, das laut Berichten mit einem Exodus wichtiger Manager einschließlich der meisten Mitgründer zu kämpfen hat. Im digitalen Optimus sollen nach Angaben von Musk KI-Kompetenzen der beiden Unternehmen zusammenfließen, zumal Tesla sich bereits mit 2 Milliarden Dollar an xAI beteiligt hat. Ein solcher Agent könnte dann nicht nur traditionelle Büro-Software überflüssig machen, sondern auch gleich die Menschen, die sie bedienen.
xAI was not built right first time around, so is being rebuilt from the foundations up.
Same thing happened with Tesla.
— Elon Musk (@elonmusk) March 12, 2026
xAI werde von Grund auf neu aufgebaut, weil der erste Anlauf nicht richtig gewesen sei, schrieb Musk jetzt in diesem Zusammenhang. Das Gleiche sei zuvor bei Tesla geschehen, ergänzte er, ohne zu sagen, worin hier der Neustart gelegen hatte. Für den geplanten KI-Agenten nannte der Multi-CEO aber interessante Pläne: Weil er auf der Autopilot-Hardware 4 laufe, könne man das eigene Auto Büro-Arbeiten erledigen lassen, stellte er in Aussicht. Tesla selbst wolle den Digital-Optimus auf Superchargern installieren, für die reichlich Energie zur Verfügung steht.
