Tesla Model 3: Erste Design-Details möglicherweise enthüllt

Das Tesla Model 3 soll erst im März 2016 enthüllt werden, doch viele Interessenten können es gar nicht abwarten, weitere Informationen über das elektrische Mittelklassefahrzeug zu erhalten. Die Kollegen von Electrek wollen von einer anonymen Quelle mit Verbindungen zum Tesla Design-Team nun erfahren haben, worauf es bei dem Design des Tesla Model 3 ankommen wird.

Obwohl wir bisher bereits wissen, dass das Model 3 kleiner als das Model S sein wird und auch als Crossover-Version erhältlich sein soll, ist über das tatsächliche Design eigentlich überhaupt nichts bekannt. Zwar erklärte Tesla-Vizechef JB Straubel erst kürzlich, dass man bei diesem Fahrzeug eine völlig neue Plattform nutzen wird, weitere Details sind seither jedoch nicht bekannt geworden.

Windschlüpfigkeit ist das A und O

Wie es nun aber heißt, soll Elon Musk die Tesla-Ingenieure dazu auffordern, ein Design zu liefern, welches einen Strömungswiderstandskoeffizienten von weniger als 0,20 vorweisen kann. Zum Vergleich: Das Tesla Model S hat einen Wert von 0,24. Abgesehen von Einzelfertigungen und Konzepten kann aktuell nur der VW XL1 mit 0,186 einen Wert unter 0,20 vorweisen.

Sollte das Model 3 also einen cW-Wert von unter 0,20 tatsächlich schaffen, dann wäre es aktuell das einzige in größerer Serie produzierte Fahrzeug mit einem so niedrigen Wert. Einen solchen Wert zu erreichen erfordert oftmals jedoch ein ungewöhnliches Design. So sind bei Fahrzeugen mit einem Wert unter 0,20 nahezu immer die Hinterreifen abgedeckt, so auch beim VW XL1.

Ein Fahrzeug mit einem solchen Design dürfte jedoch vielen Interessenten nicht gefallen, weshalb Musk von einem solchen Vorhaben wohl absehen wird. Zwar sagte der Tesla-CEO bereits mehrmals, dass das Model 3 nicht wie andere Fahrzeuge aussehen wird, dennoch möchte man den Massenmarkt ansprechen und potenzielle Kunden mit Design und Fahrleistungen begeistern.

Drastische Veränderungen für eine bessere Aerodynamik

Um den cW-Wert auf unter 0,20 zu senken hat Tesla Motors jedoch bereits konkrete Pläne, die für das Model 3 umgesetzt werden sollen. Diese wären:

  • Man möchte, wie bereits beim Model X, noch einmal den Versuch starten, die Seitenspiegel gegen Kameratechnik auszutauschen.
  • Man arbeitet an einem einarmigen Scheibenwischer ähnlich dem des Tesla Roadster, der verstaut wird, wenn er nicht gebraucht wird.
  • Man gestaltet das Akkupaket und den Unterbodenschutz neu.
  • Es wird ein engerer Radkasten angestrebt mit sportlichen, aber effizienten Felgen. Die Reifen zu verdecken wurde zumindest diskutiert.
  • Man experimentiert mit einem kegelförmigen Heck, jedoch nicht so extrem wie einige Bastler es für das Hypermiling nutzen.
  • Man arbeitet mit einigen Reifenherstellern daran, einen Reifen mit möglichst wenig Rollwiderstand zu entwickeln.
  • Es soll in der Front keine Lufteinlässe geben, die das Akkupaket und den Antriebsstrang kühlen, vielmehr sollen die Front und der Unterboden des Fahrzeugs als lüfterlose Kühlkörper dienen. Woher diese Idee stammt, kann man sich möglicherweise denken.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Kosten senken, Effizienz erhöhen

Jede damit erreichte Senkung des Strömungswiderstandskoeffizienten bedeutet, dass man weniger Batterien benötigt, um die angepeilten 200 Meilen (circa 320 Kilometer) mit dem Model 3 zu erreichen. Neben dem Kostenvorteil bedeutet dies auch, dass man das Gewicht des Fahrzeugs reduzieren kann, was sich wiederum ebenfalls positiv auf die Reichweite auswirkt.

Aufgrund solcher drastischer Mittel wird nun vermutet, dass Tesla Motors die anvisierten 200 Meilen auch mit einem 50 kWh-Akkupaket erreichen könnte. Zum Vergleich: Der 2016er Nissan Leaf wird 110 Meilen mit einem 30 kWh-Akku schaffen. Ob die Vermutung stimmt, wird sich zeigen. Ebenfalls unklar ist bisher, ob all die genannten Details über das Design überhaupt stimmen.